Woodstock in Weiden: Kulturfestival statt Corona-Proteste

Weiden. Ein Bündnis präsentiert künftig jeden Samstag Kulturaktionen im Park. Es wendet sich gegen rechte Strömungen bei Corona-Protesten und zeigen Kunst, Tanz und Musik.

Bild: Solidarische Nordoberpfalz
Eine Kunstaktion als Auftakt des Woodstock-Festivals wendet sich gegen rechte Strömungen der Corona-Proteste. Bild: Solidarische Nordoberpfalz
Bild: Solidarische Nordoberpfalz

Ein großes Kaninchen, ein Soldat und ein Mann mit Cowboy-Hut trinken zusammen Tee, im Park von Weiden, im Schnee. Was ein bisschen klingt wie der Anfang eines Witzes ist eine politische Kunstaktion, die am Samstagnachmittag neben dem Woodstock-Hügel stattfand.

Bisher war der Ort am Samstag immer für eine kleine Gruppe von Gegnerinnen und Gegner der Coronamaßnahmen reserviert. Das wollte ein Bündnis aus etwa 20 Weidener Bürgerinnen und Bürgern nicht mehr länger hinnehmen – und organisierte das „Woodstock-Festival“, benannt nach dem legendären Hügel im Max-Reger-Park gegenüber der Realschule. Denn die Coronaproteste riefen „unter dem Deckmantel der Demokratie zu Hass und Hetze auf und verbreiten rassistische und antisemitische Narrative. Das sollte keinen Platz in der Mitte unserer Stadt haben“, sagt Bündnis-Sprecher Dustin Opitz.

Offene Bühne für Kreative

Das Woodstock-Festival dagegen stehe für Vielfalt und Diversität. Das Bündnis wolle allen kreativen Menschen und Kulturschaffenden in Weiden eine Bühne geben.

Ein Woodstock-Festival gibt es jetzt auch in Weiden. Bild: Solidarische Nordoberpfalz

Kreative gesucht:

Für das Woodstock-Festival sucht das Bündnis Kulturschaffende und Kreative, die ab 5. Februar samstags zwischen 14.30 Uhr und 16.30 Uhr, etwas präsentieren wollen, sei es aus den Bereichen Musik, Tanz, Akrobatik, Poetry-Slam, Theater, Kunst. Interessierte können das Bündnis über Facebook „Solidarische Nordoberpfalz“ kontaktieren.

Die erste Aktion war die „Langweiligste Teegesellschaft gegen Rechts“ von einem Weidener Künstlerkollektiv. Der Mann im Cowboyhut symbolisiert die Querdenker-Bewegung, das Kaninchen steht sinnbildhaft für Verschwörungsideologen, der Soldat für rechtsextreme Ideologien. All diese Strömungen sehen die Veranstalterinnen und Veranstalter bei den Corona-Protesten vertreten.

Nächste Kundgebung am 29. Januar

Die Organisatoren des Woodstock-Festivals haben bereits auch eine Unterschriftenaktion und Kundgebung organisiert, mit der sie eine Allgemeinverfügung gegen illegale Proteste gegen Coronamaßnahmen, sogenannte „Spaziergänge“, bei der Stadt erwirken wollen. Zwar hat das Bündnis laut Sprecher Opitz bereits 450 Unterschriften zusammen, doch sie wollen noch mehr sammeln, nachdem es Manipulationsvorwürfe aus der rechten Szene gegeben habe.

Eine nächste Kundgebung unter dem Motto „Impfen hin und her, wir setzen uns gegen Rechts zur Wehr“ ist am Unteren Markt am Samstag, 29. Januar um 14.30 Uhr geplant. Ab 5. Februar startet dann das Samstagsprogramm des Woodstock-Festivals.

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