„Wünschen uns eine baldige Seligsprechung dieser Glaubenszeugin“

Konnersreuth. Die Besucher am Dienstagnachmittag im Resl-Garten genossen, wie immer, die zum Teil schon verblühten Blumen und Sträucher. Es wurde gefachsimpelt, das ehrenamtliche Betreuungspersonal trank Kaffee. Nichts aufregendes, eben Alltag. Bis auf einmal fünf ältere Herren mit Barbara Wenisch in den Garten kamen und dem zufällig anwesenden Autor dieser Zeilen auffiel, „den einen Herrn kenne ich doch irgendwo her“.

Von Josef Rosner

Konnersreuth Kölner Erzbischof Resl-Garten
Barbara Wenisch im Gespräch mit Kardinal Joachim Meisner.

Einfach kurz begrüßt und gesagt: „Ich kenne Sie doch irgendwo her“. „Ich bin Bischof Meisner aus Köln“, sagte der rüstige 82-jährige. Kaum zu glauben, wer plötzlich vor den Gästen stand. Der frühere Kölner Kardinal und Erzbischof Joachim Meisner. Er führte 25 Jahre lang als Bischof die Diözese Köln und war zuvor neun Jahre Bischof von Berlin. Ohne Allüren unterhielt sich der prominente Gast mit dem ehrenamtlichen Personal, setzte sich mit an den Kaffetisch und genoss den frisch gebackenen Kuchen von Theresia Malzer.

Zu Gast im Kloster Waldsassen

Mit im Gefolge des früheren Erzbischofs waren seine Freunde, Prälat Josef Michelfeit, der frühere Generalsekretär der Berliner Bischofskonferenz, sowie die Pfarrern Franz-Josef Baudisch (Diözese Hamburg), Reinhard Gröger (Diözese Dresden-Meißen) und Heribert Duschinski (Diözese Berlin). Derzeit verbringen sie einige Tage im Kloster Waldsassen, wo sie auch untergebracht sind. Gestern besuchten sie den früheren Pilsner Bischof Frantisek Radkovsky, heute wollen sie die Dreifaltigkeitskirche Kappl und die Spätberufenenschule Fockenfeld besuchen. Bayern kennt Bischof Meisner aus seinen traditionellen Besuchen im niederbayerischen Kurort Bad Füssing.

Konnersreuth Kölner Erzbischof Resl-Garten
Kardinal Joachim Meisner (mit Hut) besuchte am Dienstagnachmittag den Konnersreuther Resl-Garten. Barbara Wenisch (4. von rechts) führte den Gast, mit dabei die Gäste und die ehrenamtlichen Gartenbetreuerinnen Kornelia Rosner (links) und Hermine Schaumberger (rechts). (jr)

In Konnersreuth besuchte die hochrangige Delegation mit Gästeführerin Barbara Wenisch die Pfarrkirche St. Laurentius, das Resl-Haus und den Friedhof, ehe der Resl-Garten die letzte Station war. Zu Mittag gegessen wurde im Gasthof Schiml, wo ihnen die regionalen Spezialitäten ausgesprochen schmeckten. Im Resl-Garten angekommen, freuten sich die diensthabenden Hermine Schaumberger und Kornelia Rosner, über die prominenten Gäste.

Kaffeekränzchen im Resl-Garten

Nach einem kurzen Rundgang durch die Gartenanlage machten es sich die Gäste im Informations- und Ausstellungshäuschen bequem. Schnell wurde Kaffee gekocht. Und wie es der Zufall wollte, kam gerade Theresia Malzer vorbei, sie hatte zwei selbstgebackene Zwetschgen- und Apfelkuchen dabei. Es wurde nicht lange gefackelt, die ehrenamtlichen Damen des Resl-Gartens luden die Würdenträger zum Kaffeetrinken ein. Schnell kam man ins Gespräch.

Konnersreuth Kölner Erzbischof Resl-Garten
Beim Kaffetrinken im Häuschen im Reslgarten. Mit dabei waren (von links) Pfarrer Franz-Josef Baudisch, der ehemalige Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner, Prälat Josef Michelfeit, sowie die Pfarrer Reinhard Gröger und Heribert Duschinski. Barbara Wenisch zeigte sich als versierte Gästeführerin. (jr)

Kardinal Meisner fand klare Worte. „Ich habe damals den früheren Bischof von Regensburg, den heutigen Kardinal Gerhard Ludwig Müller ermuntert, den Seligsprechungsprozess für Therese Neumann einzuleiten.“ Eine Kritik an dessen Vorgänger Manfred Müller ersparte er sich, „der traute sich damals noch nicht, wegen eines einzelnen Priesters“.

Erzbischof für baldige Seligsprechung der Konnersreuther Resl

Beim Besuch des Resl-Hauses ist ihm eine Gedenktafel aufgefallen, die vom Kölner Künstler Egino Weinert geschaffen wurde. „Diesen Künstler kannte ich sehr gut“. Bezüglich des Standes der Seligsprechung der Resl sagte der Erzbischof: „Wenn es nach mir ginge, müsste sie sofort seliggesprochen werden“, ohne den genauen Stand des Prozesses zu kennen. Nachdem sich die Gäste gestärkt hatten, trugen sie sich in das aufliegende Gästebuch des Reslgartens ein. Wörtlich schrieb Erzbischof Joachim Kardinal Meisner: „Bei unserem Besuch in der Heimat unserer hochverehrten Resi Neumann in Konnersreuth möchten wir eine baldige Seligsprechung dieser Glaubenszeugin bitten“. Unterschrieben mit Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof em. von Köln.

Konnersreuth Kölner Erzbischof Resl-Garten
Mit diesen wenigen Zeilen verewigte sich der Kardinal im Gästebuch des Reslgartens, er bat um eine baldige Seligsprechung.

Danach ging es in den Garten hinaus, wo der Kardinal den anwesenden Damen, nach einem kurzen Gebet, seinen bischöflichen Segen spendete. „Eine schöner als die andere“, hieß er die Damen der zufällig anwesenden Reha-Sportgruppe Nordic Walking aus Waldsassen willkommen. „Das war jetzt wirklich ein schöner herzerfrischender Nachmittag“, zeigten sich der Kardinal und seine Gäste vom gemütlichen Verweilen im Reslgarten begeistert. Beim Hinausgehen vergaß er nicht, allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz für die Kirche von heute zu danken.

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Kardinal Joachim Meisner im Gespräch mit den Damen der Reha-Sportgruppe aus Waldsassen. Humorvoll meinte er: „Eine schöner als die andere“.
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Kardinal Joachim Meisner sprach kurz ein Gebet und spendete seinen bischöflichen Segen.
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Gerne ließ sich der prominente Gast mit den Damen der Rehasportgruppe fotografieren.
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Persönlich verabschiedete sich Kardinal Joachim Meisner vom ehrenamtlichen Personal des Resl-Gartens, hier von Kornelia Rosner (links) und Hermine Schaumberger und dankte ihnen für ihren großartigen ehrenamtlichen Einsatz.

Fotos: Josef Rosner

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