Zankapfel Mountainbikepark – exakte Planung ist die Grundvoraussetzung

Floß. Am Mittwoch fand in der Mehrzweckhalle eine Informationsveranstaltung zur Machbarkeitsstudie des Mountainbiketrails am Fahrenberg statt.

Es war ein intensiver Abend. Foto: Josef Bauer

Der Verein Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE), den man erst vor drei Jahren gegründet hat und im Wesentlichen aus elf Gemeinden besteht, informierte über eine Machbarkeitsstudie von Mountainbiketrails im Bereich des Fahrenbergs und dessen Umland.

Eslarns Erster Bürgermeister Reiner Göbl begrüßte die rund 60 Zuhörer. Nach einem kurzen Umriss zur geplanten Veranstaltung übergab Göbl das Wort an den Manager des Vereins Rudi Schmid. Er erläuterte den Vereinszweck sowie einige Projekte, die der Verein bereits unterstützt und durchgeführt hat. Der Verein will vor allem den Fremdenverkehr und Freizeitmöglichkeiten für die einheimische Bevölkerung fördern und unterstützen.

Der Blick über den Tellerrand

Die Nutzung von Mountainbikes ist in den letzten drei Jahren deutlich gestiegen, auch weil die E-Bikes immer erschwinglicher werden. Um eine Nutzung von Mountainbiketrails gründlich zu planen, ist es angebracht, den Blick in andere bayerische oder deutsche Regionen zu richten, um zu sehen, wie man diese bereits angelegt hat.

Die Marketingleiterin Bayrischer Wald Daniela Schilling stellte das Projekt „Trans Bayerwald“ vor, das 2016 startete und 2018 fertig erarbeitet war. Es handelt sich um eine Radstrecke, die nicht nur von Mountainbikes, sondern auch von anderen Fahrrädern benutzt werden kann. Sie führt um den Bayrischen Wald herum und ist in mehrere Teilstrecken untergliedert. In etwa sieben Tagen können geübte Radfahrer sie komplett bewältigen. Natürlich kann man auch nur Teilstrecken fahren.

Wichtige Eckpunkte beachten

Das Wichtigste bei einem solchen Vorhaben sei, miteinander zu sprechen und Rücksicht auf die Natur und alle Beteiligten zu nehmen. Auch eine funktionierende Gastronomie sei von enormer Bedeutung, um Möglichkeiten für Pausen und Übernachtungen anzubieten. Weitere wichtige Voraussetzungen wären auch Fahrradwerkstätten und -geschäfte, Möglichkeiten der Fahrradvermietung, Informationszentren und natürlich die Bewerbung des Ganzen.

Um diese große Aufgabe umzusetzen, bildete man mehrere Arbeitsgruppen, welche jeweils bestimmte Aufgaben zu erledigen hatten. Diese Gruppen trafen sich dann in regelmäßigen Abständen, um sich abzusprechen.

Ein ständiger und intensiver Austausch fand und findet immer noch mit allen Beteiligten, wie der Forstwirtschaft, der Bevölkerung und der Gastronomie statt, um eventuell auftretenden Schwierigkeiten sofort entgegenzutreten und entsprechend zu handeln.

Es mussten zwar aus Sicherheitsgründen Wanderwege umgeleitet werden, aber bis heute ist ein fast reibungsloses Miteinander von Wanderern und Radlern gegeben. Natürlich müsse man auch die rechtliche Lage und die der Versicherungen bedenken. Außerdem sollte bei einem Unfall schnelle Hilfe vor Ort sein.

Vorhaben steht ganz am Anfang

Hier ergriff Rudi Schmid wieder das Wort und erläuterte, wo nun der Verein mit seinem Vorhaben steht: Nämlich ganz am Anfang. In einer Umfrage im Internet nahmen zahlreiche Bürger aus der Region teil und lieferten ein durchaus positives Bild zum geplanten Projekt. Nicht nur Rudi Schmid, sondern auch allen Anwesenden war klar, dass die Nutzung von Radwegen und die daraus resultierenden verschiedenen Sportarten immer mehr zunehmen. Jedoch sollte die Erstellung solcher Planungen immer mit Feingefühl und Rücksicht auf die Natur geschehen.

Rudi Schmid erörterte den aktuellen Stand der Dinge. Foto: Josef Bauer

Arbeitsgruppen werden gebildet

Er schlug deshalb vor, Arbeitsgruppen zu bilden. Eine ständige Transparenz der Tätigkeiten muss gegeben sein. Das Vereinsziel ist eine Aufwertung der Freizeitmöglichkeiten für die einheimische Bevölkerung, Besucherlenkung und Fremdenverkehr positiv zu beeinflussen.

In sachlicher Weise brachten die Teilnehmer in der anschließenden Diskussion ihre Bedenken und Vorschläge mit ein. Vor allem der Direktor der Forstbehörde von Flossenbürg, Stefan Bösl, beteiligte sich intensiv an der Diskussion. Sein Augenmerk richtete sich besonders auf die Downhill-Strecken, die durch die Natur gebaut werden und für Fußgänger lebensgefährlich sein können. Auch er befürwortete die Möglichkeit, Radfahrwege auf bestehenden Wanderwegen zu markieren und gegebenenfalls Fußgänger umzuleiten. Ein Verantwortlicher sollte die Pflege der Wege übernehmen.

Eine weitere Frage aus der Runde war, ob es denn neben der Silberhütte notwendig sei, in der Region einen zweiten Mountainbikepark zu haben. Eine hundertprozentige Antwort hierzu fand man noch nicht. Jedoch wird weiter miteinander geredet und auch dafür sicherlich eine für alle annehmbare Lösung gefunden.

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