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Zweite Stützmauer im Birkenweg, die den Gemeinderat erzürnt

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Störnstein. Wieder Ärger mit einer Stützmauer im Birkenweg. Der Bürgermeister sieht sich „absichtlich hinters Licht geführt“. Zwei Gemeinderäte sind so sauer, dass sie ihr Einvernehmen verweigern. Denn die Mauer steht, bevor der Plan eingereicht wird.

Der Herr der Mauer, eine simple Stützmauer zur Auffüllung, hat sich offenbar ein Beispiel an seinem Nachbarn genommen, über den sich der Gemeinderat im Dezember schon sehr erregt hat. Denn auch der hatte die Gemeinde übergangen.

Nicht der erste Fall dieser Art im Birkenweg

Dieser Nachbar hatte der Gemeinde damals einen Tekturantrag vorgelegt für seine Mauer, die er sich vorher aber schon vom Landratsamt hatte genehmigen lassen. Der Zweite Bürgermeister Eka Reber hatte seinerzeit gefragt, warum der Gemeinderat seine Zeit vergeude mit solchen Anträgen, wenn diese via „Privataudienz“ mit dem Landrat beschieden würden.

Und sein Fraktionskollege Karlheinz Schreiner (FW) sagte: „So gäiht´s niad.“ Der inzwischen verstorbene SPD-Mann Gerhard Trottmann sprach von einer „Sauerei“.

Als dann aber auf dem Grundstück oberhalb auch eine Stützmauer geplant wird, fürchtet der erste Stützmauer-Bauer um die Statik und wendet sich an die Gemeinde.

Reber sagt dazu nur, er wundere sich, dass der Mauer-Bauer „auf einmal weiß, wo er sein Schreiben hinschicken soll, also sprich an uns, die Gemeinde“, denn als er seine Mauer habe genehmigen lassen, habe er „uns sauber übergangen“. Nun da es um seinen möglichen Schaden gehe, sei er plötzlich wieder bei der Gemeinde.

Bürgermeister: Ärger bei Entscheidung außen vor lassen

Der Gemeinderat hat beiden Mauern damals mit Mehrheit sein Einvernehmen erteilt. Bürgermeister Markus Ludwig bat mehrfach, den Ärger über die Vorgehensweise der Bauherren zu trennen von der Entscheidung über zwei Mauern, gegen die sachlich nichts einzuwenden sei.

Ludwig: Bauherren werden „immer dreister“

Nun liegt dem Gemeinderat in der Juni-Sitzung wieder eine Tektur vor, diesmal zum Mauerbau des oberen Nachbarn. Und wieder sehen sich die Gemeinderäte vor vollendete Tatsachen gestellt. Denn als der Tekturplan bei der Verwaltungsgemeinschaft eingereicht wird, steht die Mauer schon. Da hatte offenbar ein Nachbar vom anderen gelernt.

Ludwig zeigt sich wütend und enttäuscht, wie er sagt, „wenn man absichtlich so hinters Licht geführt wird“. Dabei strecke die Gemeinde immer die Hand aus und versuche zu helfen, aber manche Bauherren würden „immer dreister“. Die Bauaufsicht des Landratsamtes kümmere sich inzwischen um den Vorgang.

Nachdem man aber schon einmal das Einvernehmen erteilt habe, wolle er bei seiner Entscheidung bleiben, sagt der Bürgermeister, und er appelliert erneut, den Ärger über die Vorgehensweise nicht mit der Entscheidung über die Tektur zu verknüpfen. Ob die Mauer so, wie sie gebaut sei, mit den Plänen übereinstimme, werde die Bauaufsicht klären.

Schreiner: „Das ist ein Hammer hoch zehn“

Karlheinz Schreiner, der schon einmal sein Einvernehmen verweigert hat, zeigt sich auch diesmal wieder unversöhnlich. Da werde gebaut, wie man wolle, sagt er: „Ohne mich.“ Und dass die Mauer schon stehe, sei ein „Hammer hoch zehn“.

So sieht das auch Otto Müller (FBL); wozu sein Einvernehmen erteilen zu etwas, das schon gebaut sei, fragt er sich. Schreiner und Müller stimmen dagegen, sind aber die einzigen.

Die anderen Gemeinderäte ärgern sich nicht minder, bleiben aber bei dem schon einmal erteilten Einvernehmen, verlangen jedoch zusätzlich von der Bauaufsicht des Landratsamtes eine genaue Prüfung der Höhenlinien.

Voranfrage zu Nachverdichtung in der Floßer Straße

In der Floßer Straße soll auf einem Grundstück, auf dem schon zwei Häuser stehen, ein drittes gebaut werden. Dem Gemeinderat liegt vorerst nur eine formlose Bauvoranfrage vor.

Dieser steht dem Vorhaben übereinstimmend positiv gegenüber, weist aber auf mögliche Probleme hin, die nicht nur mit der schwierigen Topographie des Grundstücks zu tun haben.

Schell: Erfreulich, wenn Kinder in der Heimat bleiben

Johann Confal (FW) sorgt sich wie andere auch wegen der Parkplatzsituation. Jürgen Völkl (CSU) sagt, die Erschließung müssten selbstverständlich die Bauherren tragen.

Der SPD-Sprecher Konrad Schell sieht das Bauvorhaben grundsätzlich positiv. Man müsse sich in Zukunft auch auf dem Land mit dem Gedanken vertraut machen, dass verdichteter gebaut werde. Und nachdem die Gemeinde derzeit keine Bauplätze zur Verfügung stellen könne, sei es doch erfreulich, wenn die Kinder von Einheimischen sich solche Wege suchten, um in der Heimat wohnen bleiben zu können.

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