Chor in Grafenwöhr gibt in schweren Zeiten nicht auf

Grafenwöhr. Die Aktiven des Männergesangvereins 1890 mit gemischtem Chor werden immer weniger. Ein Grund ist die Corona-Pandemie. Nun ist für 11. Oktober wieder ein Probentermin angesetzt.

Beim MGV 1890 mit gemischtem Chor gibt es eine neu gewählte Vorstandschaft: Rudolf Haupt, Michael Schultes, Gerhard Mark, Chorleiterin Riita Michelson, Brigitta Bernklau und Johann Mehrl (von rechts). Gerhard Huber (links) bedankte sich bei den langjährigen Mitgliedern Adolf Flor und Helmut Dostler (hinten). Foto: Renate Gradl

Die Generalversammlung des MGV 1890 mit gemischtem Chor Grafenwöhr wurde coronabedingt verschoben, jetzt aber am Donnerstag inklusive Neuwahlen nachgeholt. Schon vor den Wahlen waren sich einige Mitglieder unsicher: „Dürfen wir überhaupt noch wählen? Wir wollen aufhören“, hieß es da. Aber alle anwesenden Mitglieder durften wählen.

Zuvor blickte die erste Vorsitzende Brigitta Bernklau auf das Weihnachtssingen und -musizieren des MGV am 22. Dezember 2019 zurück. 2020 wurde am Chortag teilgenommen und am Requiem von Monsignore Karl Wohlgut sowie 2021 am Gedenkgottesdienst für den ehemaligen Vorsitzenden Konrad Daubenmerkl und für alle Verstorbenen.

Eine schöne Aufgabe übernahm Gerhard Huber, der erste Vorsitzende der Sängergruppe Weiden, der Adolf Flor für seine 58-jährige Treue zum MGV sowie Helmut Dostler für seine 20-jährige Mitgliedschaft auszeichnete.

Ergebnis der Neuwahlen

Brigitta Bernklau wurde als erste Vorsitzende, Michael Schultes als zweiter Vorsitzender und Rudolf Haupt als Schriftführer sowie Johann Mehrl als Kassier bestätigt, ebenso wie Riita Michelson als Chorleiterin und Rudolf Haupt als Notenwart.

Als Kassenprüfer wurden Franziska Ernstberger und Bernd Lorenz gewählt sowie als Beisitzer Monika Schultes (neu), Franziska Ernstberger, Gerhard Mark (neu), Ottilie Daubenmerkl, Betty Becker und Johann Heindl.

Nach den Neuwahlen wurde diskutiert, wie es mit dem Männergesangverein und seinem gemischten Chor weitergehen soll. Als Beisitzer vom Fränkischen Sängerbund berichtete Gerhard Huber von einer großen Werbestrategie.

Es wird immer schwieriger. Hört aber deswegen nicht auf! Singen hält jung, dient der Gesundheit und fördert die Gemeinschaft. A bissl was geht immer!

Gerhard Huber

Falls der Verein trotzdem nicht singfähig wäre, könnte man ihn zum 31. Dezember als ruhend melden. Huber bat: „Bitte löst den Verein nicht auf, auch wenn es eine Pause gibt.“ Sein Tipp: „Von Haus zu Haus gehen und werben.“ Stadtverbandsvorsitzender Gerhard Mark vertrat auch die Bürgermeister. „Der MGV ist in Grafenwöhr nicht wegzudenken – eben eine feste Institution. Es ist schade, dass es nicht mehr so läuft. Das kulturelle und gesellschaftliche Leben leidet darunter. Deutlich wurde es beim Tag der Heimat, den der MGV früher immer musikalisch begleitete“, so Mark.

Nur auf der Suche nach Spaß

Während der Pandemie sei eine gewisse Bequemlichkeit eingetreten. „Das Vereinsleben ist nicht mehr das, was es einmal war“, stellte weiter Mark fest. „Das 20. Bürgerfest, das heuer stattfand, war das bisher schwierigste. Die Jungen wollen bespaßt werden und nicht mitarbeiten“, klagte Mark und hofft auf eine Wendung, auch beim MGV. Der Stadtverbandsvorsitzende bedankte sich bei der neu gewählten Vorstandschaft, dass diese wieder Verantwortung übernehmen will und bot die Hilfe der Stadt an. „Wir wollen keinen Einbruch; es soll wieder laufen.“

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