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Eventstodl aus Beton, Holz und Glas: Neue Feier-Location in Neustadt/WN

Neustadt/WN. Michael Lang ist Diplom-Kaufmann. Als seine Firma pleite ging, sattelte er noch einmal um. Er ist jetzt Vollzeit-Gastronom und schuf mit dem Bau des Eventstodls eine neue Feier-Location.

Der Eventstodl in Neustadt/WN bietet auf drei Etagen Platz für 195 Personen. Foto: Hans Prem

Es gehört schon eine Portion Mut und Selbstvertrauen dazu, in schwierigen Zeiten hauptberuflich in die Gastronomie einzusteigen. Michael und Kerstin Lang haben sich getraut. Sie steigen nicht nur ein, sondern sie haben auch noch kräftig investiert: in einen neuen Eventstodl, der einem am westlichen Ortseingang der Kreisstadt sofort ins Auge sticht. 

Beruflich ist der 52-Jährige eher bei den Zahlen als hinter dem Zapfhahn daheim. Bis zur Insolvenz seines Arbeitgebers, der Firma SIC Processing in Hirschau, war der Diplom-Kaufmann dort als Leiter des Konzernrechnungswesens angestellt. Im Auftrag eines Insolvenzverwalters wickelte er praktisch als letzter Mitarbeiter die Firma ab. 

Wie kann es beruflich weitergehen?

Da seine Firma irgendwann einmal abgewickelt sein wird, musste er sich überlegen, wie er in Zukunft für den Unterhalt seiner fünfköpfigen Familie sorgen wird. „Adäquate Stellenangebote sind in unserer Region rar.“ So reifte in ihm der Entschluss, ganz in die Gastronomie zu wechseln. Eine gewisse Berufserfahrung bringen er und Ehefrau Kerstin ja mit. Seit 2005 betreiben die beiden im landwirtschaftlichen Anwesen von Michaels Großeltern erfolgreich die Zoiglwirtschaft „Zum Brucksaler“. 

Gäste sprachen die Langs immer wieder an

„Immer wieder wurden wir von Gästen angesprochen, ob wir auch größere Feiern ausrichten könnten“, erinnert sich Kerstin. Doch das Platzangebot in der Zoiglstube ist begrenzt. So reifte seit 2015 bei beiden der Entschluss, in ein neues, größeres Gastronomie-Projekt an gleicher Stelle zu investieren und mit einem völlig neuen Konzept einzusteigen.

„Das Projekt entstand nicht von heute auf morgen. Ich habe sehr lange zu dieser Entscheidung gebraucht und stand mir dabei manchmal selbst im Weg“, gibt Lang zu. Als Akademiker in die Vollzeitgastronomie zu wechseln? Doch nach reiflicher Überlegung fand er es gut, sein berufliches Know-how in das Konzept seines neuen Betriebs einzubringen. „Buchhaltung und Bilanzierung kann ich selbst machen.“

Die Familie Lang hat in der Kreisstadt kräftig investiert. Foto: Hans Prem

Platz auf drei Etagen für 195 Personen

So gingen die beiden ans Werk und stiegen in die Planungen für ihren Eventstodl ein. Das Konzept sieht vor, dass dort von Mittwoch bis Samstag private Feiern gebucht werden können. Bis zu 195 Personen haben auf drei Etagen Platz. „Für Hochzeiten sind wir bereits für zwei Jahre ausgebucht“, informierte Kerstin Lang. Am Sonntag gibt es immer einen öffentlichen Mittagstisch. Montag und Dienstag ist Ruhetag. „Unser Wochenende ist halt der Montag und Dienstag.“ Das stört sie aber nicht weiter.

Als Stodl kann man das nagelneue gastronomische Highlight sicher nicht bezeichnen. „Für mich ist der Name ‚Eventstodl‘ aber trotzdem ein Anliegen“, gesteht Lang. Zum einen sei er hier auf dem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen seiner Großeltern aufgewachsen und zum anderen sei der neue gastronomische Betrieb anstelle des alten Stodls gebaut worden. 

Granitwände des Stalls blieben erhalten

Der ehemalige Stall mit Granitmauer und die angrenzende Scheune mussten weichen. Im Februar 2020 begann der Abriss. „Wir wollten auf jeden Fall die Granitwände des Stalls erhalten, doch unerwartete Probleme beim Abriss ließen dies leider nicht zu“, bedauert der 52-Jährige. Was jedoch an gleicher Stelle in fast zweijähriger Bauzeit entstanden ist, kann sich absolut sehen lassen: Ein moderner Gastro-Betrieb auf drei Etagen, mit barrierefreiem Zugang, und modernster Technik.

Eventstodl aus Beton, Holz und Glas

Die Baumaterialien Beton, Holz und Glas dominieren. Sie stehen für ein geschmackvolles, modernes Ambiente. Lehmputz im großzügig geschnittenen Foyer und der Stube im Erdgeschoss sowie im zweiten Stock sorgt für ein behagliches Raumklima. „Unsere Gäste sollen sich ja wohlfühlen“, bekräftigt Kerstin Lang.

Jedes Stockwerk ist mit einem Aufzug barrierefrei zu erreichen. Bei der geschmackvollen Inneneinrichtung konnten sich die Langs auf eine Firma aus dem fränkischen Heideck verlassen. „Wir hatten von Anfang an das Gefühl, gut zusammenzupassen. Das Vertrauen hat sich gelohnt“, freut sich Michael Lang.

Gastro-Betrieb ist bereits angelaufen

Der gastronomische Betrieb ist mittlerweile angelaufen. Das Ehepaar Lang hatte die vergangenen Wochen alle Hände voll mit der Vorbereitung und Testphase der Abläufe zu tun. Seit ein paar Wochen gibt es den sonntäglichen Mittagstisch. „Ohne große Werbung zu machen, werden die Gäste von Mal zu Mal mehr“, freut sich Kerstin Lang. 

Für die Küche ist Koch Marek Prasek aus dem tschechischen Kynzvart nahe Marienbad zuständig. Der 38-Jährige erkochte sich seine kulinarischen Sporen vor allem in Österreich in der Falkensteiner-Hotelgruppe. Zuletzt bekochte er viele Promis auf der bekannten Mayerl-Alm bei Kitzbühel.

„Die Zubereitung der Oberpfälzer Gerichte habe ich von Kerstin gelernt“, gesteht er. Ansonsten kann er aber viel mehr als nur die sonntäglichen Bratenschmankerl. Deshalb soll es auch in Zukunft einmal im Monat einen besonderen Menü-Abend geben, bei dem Marek seine Kreativität ausleben kann. „Ich lege vor allem Wert auf den Einkauf regionaler und vor allem frischer Produkte“, lautet sein Credo. Unterstützt wird er in der Küche von Freundin Magdalena. 

13 Mitarbeiter gehören zum Team

In der Pandemiezeit einen gastronomischen Betrieb aufzubauen, gestaltete sich für die Familie Lang als äußerst schwierig. „Die Suche nach Servicekräften und einem Koch war nicht einfach. Viele Mitarbeiter kehrten mangels Zukunftsperspektiven der Branche den Rücken“, bedauert Michael Lang. Doch aktuell kann er mit 13 Mitarbeitern an den Start gehen. Über das Investitionsvolumen will sich der Diplom-Kaufmann nicht äußern. Nur so viel, dass dies alles nur mit einem starken Partner wie den Vereinigten Sparkassen Eschenbach-Neustadt-Vohenstrauß möglich war.

Zur Familie gehören mit Annika (14 Jahre), Theresa (12 Jahre) und Korbinian (10 Jahre) drei Kinder, die alle irgendwie mithelfen und mit Feuereifer dabei sind. „Korbinian macht als Barista an der Kaffeemaschine schon einen guten Eindruck“ scherzt Papa Michael.

Foto: Hans Prem
Foto: Hans Prem
Foto: Hans Prem

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1 Kommentare

AnnaLena - 10.05.2022

Projekt bei Greiner architekten 👍