Gemeinderat Theisseil winkt „Schwarzbau“ nicht durch

Letzau. Im Gemeinderat wird weiterhin heftig über ein Carport diskutiert. Nun entscheidet das Landratsamt.

Karl Völkl hat kein leichtes Amt nach dem kürzlichen Tod der Bürgermeisterin Marianne Rauh. Bild: Reinhard Kreuzer

Ein schon gebautes, genehmigungspflichtiges Carport mit Abstellraum im Schlehenweg will der Gemeinderat nicht nachträglich genehmigen. Er verweigerte mit Mehrheit sein Einvernehmen. Das letzte Wort hat nun das Landratsamt.

Die Situation „heilen“

Der Zweite Bürgermeister Karl Völkl, der nach dem Tod von Marianne Rauh die Amtsgeschäfte führt, ist der einzige, der den „Schwarzbau“ – so nennen das Carport mehrere Gemeinderäte – nachträglich „heilen“ will. Er geht konform mit der Verwaltung, die vorgeschlagen hat, dem Bau nach der geforderten Nachreichung von Unterlagen das Einvernehmen zu erteilen.

Völkl begründet seine Haltung damit, dass im Baugebiet „Unterer Berg II“ schon häufig Ausnahmen vom Bebauungsplan genehmigt worden seien. Er betont, er wolle damit keinesfalls einem Bauen ohne Genehmigung das Wort reden. Er sehe auch keine Störung für die angrenzende Bebauung.

Baugrenzen werden massiv überschritten

Ein Nachbar des Carport-Bauherrn sieht das anders, er hat dem Bauantrag nicht zugestimmt. Darauf weist Gemeinderat Heribert Schiller hin. Das Problem: Der Bau überschreitet unter anderem die vorgegebenen Baugrenzen des Bebauungsplans sehr deutlich. Schiller ärgert sich auch darüber, damit steht er nicht allein, dass dem Gemeinderat wieder in etwa dieselben Pläne vorgelegt worden seien wie gehabt. Ähnlich äußern sich der CSU-Sprecher Johannes Kett und Bernhard Kick.

Nachgereichte Unterlagen überzeugen nicht

Der Gemeinderat hatte den Antrag schon einmal auf der Tagesordnung, hat diesen aber wegen nicht ausreichender Unterlagen zurückgestellt. Die vorliegende Tektur, also die Änderung einer erteilten Baugenehmigung, ist in den Augen der Gemeinderatsmehrheit nicht dazu angetan, dieser das Einvernehmen zu erteilen.

Herrlein: „Geradezu Aufforderung für andere“

Der SPD-Sprecher Josef Herrlein sagt, man sehe den Bau sehr kritisch. Die Überschreitung der Baugrenzen sei derart massiv, dass sie nicht hinnehmbar sei. Genehmige der Gemeinderat diesen Bau, sei das geradezu eine Aufforderung nach dem Motto: „Der Gemeinderat winkt das eh durch.“

Spickenreuther und Schmauß Wahlleiter

Für die durch den Tod Rauhs notwendig gewordene Bürgermeisterwahl werden Robert Spickenreuther als Wahleiter und Georg Schmauß als Stellvertreter bestimmt. Der Sprecher der Freien Wähler Oswald Lingl schlug Josef Greiner an Stelle von Schmauß vor, fand dafür aber keine Mehrheit.

Rückblickend auf die Feier des 50-jährigen Bestehens der Gemeinde dankte Völkl abschließend allen Beteiligten, deren Mithilfe sei beispielhaft gewesen und der Umsatz und die Besucherzahl ein starker Beweis dafür.

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