Hemmschuh Bürokratie in der Pflege

Weiden. Der Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch traf sich mit Einrichtungs- und Pflegedienstleitern regionaler Pflegeheime und konkrete Problemstellungen in der Pflege zu erörtern.

Uli Grötsch im Gespräch mit den Einrichtungs- und Pflegedienstleitern Rainer Bauer, Manuel Kühn, Carsten Fischer, Wolfgang Reuther und Konrad Nickl (von links); Foto: Büro MdB Uli Grötsch

Zu einem Gespräch über die Situation in der Pflege traf sich Uli Grötsch mit einer Reihe von Einrichtungs- und Pflegedienstleitern regionaler Pflegeheime. Die Personalsituation in der Pflege, aber auch die aus Sicht der Heimleitungen zu bürokratischen Prüfverfahren, waren die Hauptthemen des Gesprächs mit dem Bundestagsabgeordneten.

Personell einfach am Anschlag

Carsten Fischer, Geschäftsführer des Pflegeheims „Am Reiserwinkel“ in Floß, hatte den Kontakt hergestellt. „Wir sind personell am Anschlag“, fasste er stellvertretend die Situation in den Heimen zusammen.

Corona sei dabei aber nur ein Baustein und nicht die alleinige Ursache der Personalnot: „Insbesondere die immer stärkere Bürokratisierung macht uns Probleme. Das kostet uns wichtige Zeit, die wir eigentlich für die Pflege unserer Bewohnerinnen und Bewohner brauchen.“

Der erste Schritt in die richtige Richtung

Grötsch erläuterte, dass gerade die Gewinnung von Fachkräften eines der übergeordneten Ziele sei: „Jetzt haben wir eine Bundesregierung, die das Thema der Fachkräftezuwanderung anpackt und auch die Praxis der Kettenduldungen beendet, damit Menschen, die schon in Deutschland sind, auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können.“

Die Betreiber der Pflegeheime begrüßen die Pläne der Bundesregierung, sehen aber noch gewisse Benachteiligungen gegenüber Krankenhäusern: „Wenn die Sprachkenntnisse noch nicht passen, können sich zugewanderte Pflegekräfte dort auch während der Tätigkeit fortbilden. Diesen Weg müssen wir auch für die Pflegeheime öffnen“, forderte Fischer.

Kritik am Medizinischen Dienst

Eine gemeinsame Forderung der Pflegeheimbetreiber ist darüber hinaus die Überarbeitung der Prüfverfahren des Medizinischen Diensts der Krankenversicherung (MDK). Die Dokumentation sei dem Dienst wichtiger als die tatsächlich geleistete Pflege.

Diakon Wolfgang Reuther, Einrichtungsleiter im Eleonore-Sindersberger Altenheim, betonte, es gehe ihm nicht um die Kontrollen an sich: „Der MDK kann jederzeit bei uns prüfen, auch gerne völlig unangekündigt. Aber es sollte bei den Prüfungen um die Bewohnerinnen und Bewohner gehen, und nicht nur um Dokumentation und Aufzeichnungen.“

Weitere Gespräche zu dem Thema werden stattfinden, so regte Uli Grötsch unter anderem einen gemeinsamen Austausch mit den zuständigen Fachpolitikern und dem MDK an, um praxisnahe Lösungen zu erarbeiten.

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