Jetzt stehen „die Jungen“ in der Verantwortung

Trabitz. Bei der Generalversammlung detr Freiwillige Feuerwehr Burkhardsreuth wurde neu gewählt, der Vorsitzende Robert Schwemmer übergab sein Amt nach 23 Jahren an seinen Sohn Johannes.

Johannes Schwemmer (vorne Zweiter von rechts) löste seinen Vater Robert (hinten rechts) als Vorsitzender der Feuerwehr Burkhardsreuth ab. Kommandant Stefan Groß (vorne rechts) empfand dies durchaus als Wegmarke in der Vereinsgeschichte. Foto: Bernhard Piegsa

Eine Ära ging für die Freiwillige Feuerwehr Burkhardsreuth zu Ende: Bei ihrer Generalversammlung im Gasthof Lober nahm Vorsitzender Robert Schwemmer nach 23 Jahren seinen Helm. Doch die Leitung der größten Wehr in der Gemeinde Trabitz bleibt in der Familie, denn der Nachfolger ist sein Sohn Johannes Schwemmer.

„Ihm hinterlässt du einen mustergültigen, über die Gemeinde hinaus angesehenen Feuerwehrverein, in dem Kameradschaft, Geselligkeit und Zusammenhalt großgeschrieben werden und der keine eingestaubte Institution darstellt, sondern mit Leben und Aktivität erfüllt ist“, fasste Kommandant Stefan Groß die „Ära Robert Schwemmer“ zusammen.

Wechsel in einer bewegten Zeit

In gewisser Weise sei dieser Stabwechsel durchaus eine „Zeitenwende“, die in eine Zeit falle, die für die Wehr sowie die ganze Gesellschaft reich an einschneidenden Erfahrungen und Wandlungen sei. Die 129-jährige Geschichte der Wehr sei jedoch von vielen solchen Erfahrungen geprägt.

Eine Epochenmarke sei schon die Reorganisation des gemeindlichen Löschwesens als effizient arbeitender Verein 1893 gewesen, erinnerte der Kommandant. Weitere Zeitenwenden hätten sich aus der Technisierung und den sich wandelnden Lebensumständen ergeben. So hätten einst fast alle dort gearbeitet, wo sie lebten, und somit für den Feuerwehrdienst zur Verfügung gestanden, was auch Ehrensache gewesen sei.

Ein anderes Hobby als die Feuerwehr habe es kaum gegeben, das Ausbildungspensum sei „überschaubar“, die erste motorbetriebene Spritze von 1947 eine Sensation gewesen, die mancher als entbehrliches „modernes Zeug“ abgetan habe.

1965/66 habe die Wehr eine feste Fahrzeughalle, die die Zeit der carportähnlichen Unterstände beendet habe, und Unterrichtsräume für die immer wichtigeren und anspruchsvolleren theoretischen Schulungen erhalten.

Punktgenau im neuen Jahrhundert angekommen

Als Glücksfall wertete Stefan Groß die Integration des ehemaligen Feuerwehrvereins Pichlberg 1972, aus dessen Bereich 20 Prozent der Aktiven kämen. Mit der Gründung einer derzeit 15 Mann starken Atemschutzgruppe und der Zulassung von Frauen sei die Feuerwehr pünktlich zum Millennium im 21. Jahrhundert angekommen: „Jeder siebte unserer Feuerwehrleute ist eine Frau.“

Heute sei der Dienst bei der Feuerwehr nichts, was „man so einfach aus dem Ärmel schüttelt“, sondern mehr denn je eine von fortdauernder Lern- und Arbeitsbereitschaft getragene Berufung. Der Zwang zu Mobilität und Schichtarbeit, die zunehmenden fachlichen Anforderungen – alles das habe den Anteil derer, die sich noch zum Dienst bereitfänden, sinken lassen, wenngleich „wir personell noch gut aufgestellt sind“.

Standort wechselt, Name bleibt

Damit die Wehr „attraktiver und moderner“ werde, sei auch die Gemeinde in der Pflicht – einer Pflicht, die sie insbesondere mit dem geplanten Bau eines neuen Gerätehauses ernstnehme. Dieses werde nicht mehr in Burkhardsreuth stehen, doch dieser Traditionsbruch trete hinter die Wahrung einer anderen, wichtigeren Tradition zurück, schloss der Kommandant: „In 129 Jahren haben wir uns immer weitblickend verändert und den Gegebenheiten angepasst. Diese Tradition wollen wir fortführen.“

Keinen Standortwechsel soll es beim Vereinslokal geben: Vorsitzender Johannes Schwemmer dankte der Wirtin Rosa Lober, dass die Wehr seit 45 Jahren ihre Versammlungen im Gasthaus Lober abhalten kann.

Personelle Änderungen

Dem neu gewählten Vorsitzenden Johannes Schwemmer steht als Stellvertreter Lukas Schuberth zur Seite. Der vormalige Vize Sebastian Bayer wurde in einer besonderen Aktivensitzung zum Adjutanten und Nachfolger von Andreas Pöhlmann berufen.

Der bisherige Vorsitzende Robert Schwemmer wurde von den Anwesenden für das Schatzmeisteramt vorgeschlagen und gewann die Wahl knapp gegen den bisherigen Amtsinhaber Herbert Hey. Schriftführerin bleibt Christiane Pöhlmann.

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