Kartons verschieben im Altenstädter Julius-Meister-Weg

Altenstadt/WN. Der nächste Bauabschnitt zur Neugestaltung der Ortsmitte steht an. Und diesmal dürfen die Bürger vielleicht Kartons wie riesige Lego-Steine herumschieben, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der Julius-Meister-Weg einmal aussehen könnte.

Um dieses Gelände geht es: der Julius-Meister-Weg zwischen Friedhof, Schule und Kindergarten. Foto: Eichl

„Planning for real“ nennt sich neudeutsch eine Form der Bürgerbeteiligung, die nicht bedeutet, dass der Bürger konkret mitplanen darf, die dem Bürger aber in einem ganz frühen Planungsstadium die Möglichkeit geben soll, sich anhand abstrakter Modellierungen vor Ort besser vorstellen zu können, wie das neu zu gestaltende Areal einmal aussehen kann. Der Gemeinderat will diesen Weg beschreiten für den zweiten Bauabschnitt zur Umgestaltung der Ortsmitte, des Julius-MeisterWeges zwischen Friedhof und Schule. Der Termin 9. Juli steht fest, die genaue Umsetzung noch nicht.

Wie eine Bürgerbeteiligung in Form eines „Planning for real“ aussehen kann, erläutern Dr. Klaus Ziegler vom Sozialwissenschaftlichen Institut für regionale Entwicklung (SIREG) und Klaus Stiefler von der Architektengemeinschaft RSP GmbH in Bayreuth.

Mitreden ja, aber nicht mitplanen

Was also ist „Planning for real“, jene Bürgerbeteiligung einmal anders, wie es in der Tischvorlage heißt? Das kann zum Beispiel ein großer Karton sein, auf dem „Behindertenparkplatz“ steht. Nein, nicht ganz so einfach. Eine solche Form der Bürgerbeteiligung kann den Worten Zieglers zufolge darin bestehen, dass vor Ort mithilfe von Kartons oder Absperrbändern abstrakt nachgebaut wird, was die Planer sich vorstellen. Und auf dieser Grundlage können die Bürger dann mitreden. Aber nicht mitplanen. Denn die Grundstruktur, so Ziegler, bleibe vorgegeben.

Im Fall Altenstadts besteht diese Grundstruktur in den ersten Vorgaben, auf die sich ein Arbeitskreis geeinigt hat. Diese sehen unter anderem vor, den Baumbestand zu erhalten, den Verkehr zu beruhigen, so weit das möglich ist, Barrierefreiheit zu schaffen. Aber alles, was darüber hinaus geht, kann laut Ziegler unvoreingenommen mit den Bürgern diskutiert werden.

Wer nicht teilnimmt, darf später nicht jammern

Der FW-Sprecher Bernhard Pscheidt begrüßt die Vorgehensweise und weist darauf hin, dass man sich als interessierter Bürger den Termin auch frei halten müsse. Denn wer nicht teilnehme, dürfe sich hinterher nicht beschweren, dass die Neugestaltung nicht in seinem Sinn sei.

Johann Simon aus dem Gemeinderat entlassen

Aus dem Ehrenamt entlassen hat das Gremium SPD-Gemeinderat Johann Simon, der fast drei Jahrzehnte als Kommunalpolitiker tätig war und jetzt die Niederlegung des Amtes beantragt hat.

Der Haushaltsplan der katholischen Kindertagesstätte „Arche Noah“ schließt mit einem Defizit von nicht ganz 32.000 Euro. Die Gemeinde, die üblicherweise 90 Prozent des Defizits tragen muss, muss heuer nicht einspringen, da das Defizit mit einem Überschuss aus dem Jahr 2021 verrechnet werden kann.

Grundsteuerreform: Gemeindeverwaltung hilft

Zur Grundsteuerreform, die bis Herbst Hausbesitzer zwingt, einen Fragebogen auszufüllen, sagt Verwaltungsleiter Rüdiger Fuhrmann, er könne sich nicht vorstellen, dass der Zeitplan der Finanzverwaltung auch nur einigermaßen eingehalten werden könne. Die Verwaltung der Gemeinde Altenstadt/WN stehe Bürgern aber für Fragen zur Verfügung.

Sein Einvernehmen erteilt der Gemeinderat einer Voranfrage für den Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern mit je zwei Wohnungen im Forstweg 12. Pscheidt spricht von einer begrüßenswerten Nachverdichtung.

Weiteres Glasfaser-Unternehmen wirbt für sich

Alexandra Sitter von Glasfaser Direkt, einem Amberger Unternehmen, das eigenwirtschaftlich Glasfaser in der Gemeinde anbieten will, stellt die Werbekampagne ihres Unternehmens vor. Eigenwirtschaftlich bedeute in diesem Fall, das Unternehmen trage alle Kosten, die Gemeinde habe damit nichts zu tun, so Sitter. Laut Sitter ist ein Baubeginn noch in diesem Herbst möglich. Glasfaser Direkt könne in Altenstadt/WN knapp 2.100 Haushalten ein Angebot machen.

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