Klischeefreie Berufsorientierung beim Girls‘ Day

Weiden. Um mehr Mädchen für Handwerksberufe zu begeistern, hat die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz heuer wieder am bundesweiten Girls‘ Day teilgenommen. Neun Schülerinnen erhielten einen Tag lang interessante Einblicke in die Fachbereiche Bau, Elektrotechnik, Holz, Metall und Maler.

Unter dem Motto „Tschüss, Klischees“ arbeiteten neun Schülerinnen in einen Tag lang in klassischen „Männerberufen“. Zum Abschluss erhielten sie dafür vom Leiter des Bildungszentrums Tobias Knauer ein Zertifikat. Bild: Handwerkskammer (HWK)
Unter dem Motto „Tschüss, Klischees“ arbeiteten neun Schülerinnen in einen Tag lang in klassischen „Männerberufen“. Zum Abschluss erhielten sie dafür vom Leiter des Bildungszentrums Tobias Knauer ein Zertifikat. Bild: Handwerkskammer (HWK)
Anita Gmeiner ist als Talentscoutin im Auftrag der Handwerkskammer unterwegs und wirbt bei Mädchen und jungen Frauen fürs Handwerk. Bild: Foto Zacharias
Anita Gmeiner ist als Talentscoutin im Auftrag der Handwerkskammer unterwegs und wirbt bei Mädchen und jungen Frauen fürs Handwerk. Bild: Foto Zacharias
Handwerkskammer (HWK)
Foto Zacharias

Um mehr Mädchen für Handwerksberufe zu begeistern, hat die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz heuer wieder am bundesweiten Girls’ Day teilgenommen. Neun Schülerinnen der örtlichen Mittel- und Realschule sowie des Gymnasiums erhielten im Bildungszentrum in Weiden einen Tag lang interessante Einblicke in die Fachbereiche Bau, Elektrotechnik, Holz, Metall und Maler.

Mit Vorurteilen endlich aufräumen

„Wir möchten mehr junge Frauen fürs Handwerk gewinnen. Der Girls‘ Day ist ein hervorragender Aktionstag dafür“, so der Leiter des Bildungszentrums Tobias Knauer. Die seit Januar dieses Jahres neu eingestellte Talentscoutin der Handwerkskammer Anita Gmeiner betreute die Mädchen den ganzen Tag und stand als Ansprechpartnerin vor Ort zur Verfügung.

Sie findet es schade, dass sich die klassischen beruflichen Rollenbilder immer noch halten: „Immerhin zeigen viele Positiv-Beispiele, dass junge Frauen in vermeintlich männlich dominierten Berufsfeldern mindestens genauso begabt und erfolgreich sind wie ihre männlichen Kollegen“, bekräftigte Gmeiner.

Vielfältige Möglichkeiten, sich auszuprobieren

Nach einer kurzen theoretischen Einführung durften die Mädchen selbst Hand anlegen. So wurden in der Bauhalle zum Beispiel Wände gefliest, bei den Malern kam die Lasurtechnik zum Einsatz und in der Kfz-Werkstatt wurde ein Ölwechsel vorgenommen.

Die Ausbilder zeigten sich begeistert: „Die Mädchen arbeiten sehr genau und lernen schnell“, lobten sie die Teilnehmerinnen. Jessica und Susanna hatten sich für den Fachbereich KFZ-Mechatronik entschieden. Den beiden gefiel am besten, dass sie sich beim Ölwechsel selbst ausprobieren und am Auto schrauben durften.

Frauen für das Handwerk begeistern

In Ostbayern liegt der Anteil der weiblichen Auszubildenden im Handwerk derzeit bei unter 20 Prozent. „Viel zu wenig“, bestätigt Gmeiner. Aktionen wie der Girls’ Day sollen dabei helfen, mehr Frauen für das Handwerk zu begeistern. Der Girls’ Day fand inzwischen zum 22. Mal statt. Damit ist dieser Mädchen-Zukunftstag das größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen weltweit.

Anita Gmeiner verfolgt als Talentscoutin das Ziel, über den Girls’ Day hinaus junge Mädchen und Frauen für das regionale Handwerk zu gewinnen. Dafür ist sie ganzjährig unterwegs, hält Infovorträge an Schulen und auf Berufsinfomessen und berät die Betriebe vor Ort.

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