Mittelschüler besuchen KZ-Gedenkstätte: „Ein dunkler Teil unserer Geschichte“

Pressath/Flossenbürg. Nur ein paar Tage nach dem 77. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg, besuchten die Pressather Mittelschüler die Gedenkstätte.

Nach dem Besuch der Gedenkstätte, stellten sich die Schüler zum Erinnerungsfoto auf. Foto: Jürgen Masching

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause konnte im ehemaligen Konzentrationslager Flossenbürg am 23. April der 77. Jahrestag der Befreiung wieder öffentlich begangen werden. Damit die schrecklichen Geschehnisse nicht vergessen werden, entschlossen sich die 8. und 9. Klassen der Mittelschule Pressath zu einem Besuch der Gedenkstätte, nur Tage nach dem offiziellen Gedenken.

Organisiert wurde die Exkursion durch den Lehrer Maximilian Melchner, der von den Lehrkräften Wolfgang Veigl-Meyer und Hans Walter sowie der Jugendsozialarbeiterin Laura Drechsler begleitet wurde.

Schüler im Tal des Todes

In zwei Gruppen aufgeteilt, besichtigten die Schüler unter anderem den Waschraum, in dem sich die Häftlinge bei ihrer Ankunft entkleiden mussten und teils schwer misshandelt wurden. Die sehr anschaulich beschriebenen Abläufe im Waschraum machten die Schüler sichtlich betroffen.

Die Führung endete im Tal des Todes. An diesem Ort wurden die Leichen der Häftlinge im Krematorium verbrannt, der dort installierte Ofen war ursprünglich für die Müllverbrennung konstruiert worden.

Aufarbeitung im Unterricht

Nach dem Ende der Nazi-Herrschaft wurden in Flossenbürg vor allem polnische „Displaced Persons“ untergebracht, die ihre Heimat verloren hatten. Sie begannen, auf dem Gelände einen Ort der Erinnerung zu gestalten. Im Mai 1947 wurde daraus eine der ersten KZ-Gedenkstätten in Europa.

Zurück an der Mittelschule Pressath wurde das Erlebte im Unterricht aufgearbeitet. Die Schüler kamen zu der Erkenntnis, dass die Konzentrationslager ein dunkler Teil unserer Geschichte sind und deshalb „alle Schülerinnen und Schüler in ihrer Schullaufbahn zumindest einmal einen solchen Ort besuchen sollten“.

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