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Neuer Gift-Schampus aufgetaucht: Jetzt warnt auch das Bundesamt für Verbraucherschutz

Weiden. Nach Deutschland und den Niederlanden warnt man auch in Luxemburg vor dem Giftschampus. Eine zweite Chargennummer rückt ins Visier der Ermittler.

Luxemburger Behörden warnen vor einer weiteren verdächtigen Charge des Moët & Chandon „Ice Impérial“. Foto: NVWA

Im Februar starb ein Mann (52) aus dem Landkreis Schwandorf in einem Lokal in der Weidener Innenstadt. Er hatte sich einen vermeintlichen Schluck Champagner der Edelmarke Moët und Chandon gegönnt. Sieben weitere Gäste, die sich aus derselben Drei-Liter-Magnum-Flasche „Ice Impérial“ bedient hatten, mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Statt Schampus hatten sie flüssiges Ecstasy (MDMA) im Glas.

Bestellt im Internet

Und der Gift-Schampus zieht jetzt weitere europaweite Kreise. Kurze Zeit nach dem tödlichen Zwischenfall in der Max-Reger-Stadt war eine verdächtige Flasche in den Niederlanden aufgetaucht. Nach dem Entkorken mussten dort vier Menschen ärztlich behandelt werden. Die markanten weißen Drei-Liter-Gebinde waren in beiden Fällen über eine unbekannte Website bestellt worden.

Zweite Charge ist verdächtig

Vor ein paar Tagen schrillten in Luxemburg die Alarmglocken. Die Behörden im Großherzogtum warnen aktuell vor dem „Moët Imperial Ice“ mit der Chargennummer LAK5SAA6490005. Ende Februar war schon die verdächtige Charge LAJ7QAB6780004 von den deutschen und niederländischen Ermittlern ins Visier genommen worden. Die beiden Loscodes findet man auf dem Etikett auf der Rückseite der Flasche.

Die vergifteten Flaschen unterscheiden sich äußerlich nicht von dem Edel-Getränk, doch den gefährlichen Inhalt erkennt man sofort: Das flüssige MDMA sprudelt nicht, hat eine bräunlich-rote Farbe, die sich nach einer gewissen Zeit verdunkelt und verströmt einen anderen Anisgeruch.

Verbraucherschützer in Schleswig-Holstein schlagen Alarm

In Deutschland hatte zunächst die Verbraucherzentrale in Schleswig-Holstein auf den neuen Gift-Schampus-Verdacht aufmerksam gemacht. Seit gestern hat auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eine entsprechende Lebensmittelwarnung herausgegeben.

Aus Soko wird Ermittlungsgruppe

Vier Monate nach dem tragischen Todesschluck wird in der Oberpfalz weiter ermittelt. Die damals eingesetzte Sonderkommission „Markt“ gibt es allerdings nicht mehr. Eine Ermittlungsgruppe beschäftigt sich aber weiter mit dem Fall, über den es aus „ermittlungstaktischen Gründen“, so die Polizei, allerdings nichts Neues zu berichten gibt.

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