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Rücktrittswelle bei der SpVgg SV Weiden reißt nicht ab: Auch Manfred Luber wirft das Handtuch

Weiden. Die SpVgg SV kommt nicht zur Ruhe: Nach der völlig überraschenden Rücktrittswelle vom Mittwoch hat nun auch Vorstandsmitglied Manfred Luber das Handtuch beim frischgebackenen Bayernligaaufsteiger geworfen.

Hier herrschte noch eitel Sonnenschein: Vorstandsmitglied Manfred Luber (Dritter von rechts) im Kreis des Verwaltungsrats des Vereins vor wenigen Wochen. Foto: Dagmar Nachtigall
Hier herrschte noch eitel Sonnenschein: Vorstandsmitglied Manfred Luber (Dritter von rechts) im Kreis des Verwaltungsrats des Vereins vor wenigen Wochen. Foto: Dagmar Nachtigall
Welche Rolle Josef Rodler bei den rüpcktriotten gespielt hat, wird im Verein  unterschiedlich interpretiert. Foto: Archiv Dagmar
Nachtigall
Welche Rolle Josef Rodler bei den rüpcktriotten gespielt hat, wird im Verein unterschiedlich interpretiert. Foto: Archiv Dagmar Nachtigall
Sie sind seit Mittwoch Vergangenheit bei der SpVgg SV Weiden: Sportlicher Leiter Hannes Beer (links) und Trainer Andreas Scheler. Foto: Dagmar Nachtigall
Sie sind seit Mittwoch Vergangenheit bei der SpVgg SV Weiden: Sportlicher Leiter Hannes Beer (links) und Trainer Andreas Scheler. Foto: Dagmar Nachtigall
Dagmar Nachtigall
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Seit Mittwoch ist fast nichts ist mehr wie es war bei der SpVgg SV Weiden. Nach dem „Rauswurf“ von sportlichem Leiter Hannes Beer und den daraufhin folgenden Rücktritten von Chefcoach Andreas Scheler und seinen Co-Trainern Josef Haas und Dieter Scheler wird spekuliert und gemunkelt im Umfeld der SpVgg SV, was das Zeug hält.

Die Unruhe dürfte nach dem ebenso überraschenden Rücktritt von Manfred Luber am Freitag nicht weniger werden. Er sei mit der Art und Weise der Geschehnisse überhaupt nicht einverstanden, sagte das Vorstandsmitglied gegenüber dem Fußball-Portal „fupa“.

Die Personalie Rodler

Wie zu hören ist, soll auch die Personalie Josef Rodler eine Rolle gespielt haben bei der ganzen Rücktrittswelle. Weil Rodler und Trainer Scheler nicht miteinander konnten, habe Rodler, der auch die U 19 trainiert, sein Bleiben vom weiteren Engagement Schelers im Verein abhängig gemacht.

Dies weist Vorsitzender Michael Kurz gegenüber OberpfalzECHO allerdings zurück: „Der Name Rodler hat hier keine Rolle gespielt und war sicher nicht der Auslöser des Ganzen.“ Der Vorsitzende bedauert die Rücktritte des Trainerteams, die „überhaupt nicht absehbar“ und aus seiner Sicht unnötig gewesen seien. „Ich habe erst gestern mit beiden Co-Trainern telefoniert und mich bei ihnen für ihre Arbeit bedankt“, sagt Kurz.

Vorwürfe gegen Kurz

Zum Rücktritt von Manfred Luber könne er nicht viel sagen. Kurz: „Manfred ist im Urlaub und hat mir gegenüber seinen Schritt nicht erläutert. Es sollen persönliche Gründe sein, mehr weiß ich auch nicht.“

Anders hört sich das im Interview Manfred Lubers mit fupa an, wo dieser seinem Ärger freien Lauf lässt: „Es ist für mich nicht in Ordnung und in keiner Weise nachvollziehbar, zur Hälfte der Vorbereitung auf die neue Saison seinen Meistertrainer und sportlichen Leiter… zu entlassen. So ein Verhalten habe ich noch nie erlebt, kann ich so nicht akzeptieren und habe entsprechend ebenfalls reagiert“, kritisiert Luber die Verantwortlichen.

Ehrenamtliche Funktionäre wie Hannes Beer sollten sich nichts von Spielern diktieren lassen. „Das ganze Dilemma ging von Anfang an vom Vorsitzenden Michael Kurz aus, der nicht mehr mit Hannes zusammenarbeiten wollte“, betont Luber. Er könne dem sportlichen Team um Andreas Scheler und Hannes Beer nichts vorwerfen, denn sie hätten eine klare sportliche Linie vorgegeben und die Mannschaft gut auf die neue Saison vorbereitet.

Abstimmung über Trainer

Über den Verbleib von Trainer und sportlichem Leiter habe es laut Manfred Luber sogar Abstimmungen im Vorstand und in der Mannschaft gegeben. „Und beide gingen klar zugunsten von Scheler und Beer aus. „Wenige Spieler haben gemeinsam mit dem Vorsitzenden dafür gesorgt, dass es so gekommen ist. Das führt natürlich zu einer Spaltung innerhalb des Vereins und hat die Mannschaft überrollt. Es gab weder im Vorstand noch innerhalb des Teams einen eindeutigen Beschluss“, erklärt Luber.

Unüberbrückbare Hindernisse

Michael Kurz bestreitet, dass es mit dem Trainer Probleme gegeben habe. Anders stelle sich die Sache beim sportlichen Leiter dar. „Es gab immer wieder Reibereien mit Beer. Zuletzt waren es unüberbrückbare Hindernisse, die eine weitere Zusammenarbeit unmöglich machten“, betont der Vorsitzende. Es seien gewisse Linien überschritten worden, die den Verein zum Handeln gezwungen hätten. Welche Linien das genau waren, wollte Kurz nicht verraten. So etwas passiere aber auch in anderen Vereinen und er sehe das nicht ganz so dramatisch. „Wir hatten jetzt fünf Jahre absolute Ruhe und jetzt hats halt mal gekracht. Das wird sich aber beruhigen, wenn wieder Vernunft einkehrt.“

Trotz aller Vorkommnisse breche jetzt kein Chaos aus im Verein. „Es läuft alles in geordneten Bahnen. Wir haben auch in der Trainerfrage schnell reagiert. Rüdiger Fuhrmann wird die Lücke sehr kompetent schließen“, gibt sich Kurz zuversichtlich.

Wie ein Insider der SpVgg SV berichtet, habe es zwischen Trainer Scheler und sportlichem Leiter Beer auf der einen und Teilen der Mannschaft auf der anderen Seite durchaus Spannungen gegeben. So sollen beide mindestens fünf Spieler in Vorgesprächen auf die neue Saison vergrault haben.

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