Runder „Geburtstag“: Gemeinde Theisseil feiert 50-Jähriges bestehen

Theisseil. Bei der 50-Jahrfeier der Gemeinde Theisseil gab ein in großes Festprogramm für fünf Jahrzehnte der kommunalen Selbstverwaltung.

In einem Festzug von der Kirche in das Gemeindehaus führte die Original Letzauer Blasmusik die Festgäste, Fahnenabordnungen und Bürger. Bild: Reinhard Kreuzer
In einem Festzug von der Kirche in das Gemeindehaus führte die Original Letzauer Blasmusik die Festgäste, Fahnenabordnungen und Bürger. Bild: Reinhard Kreuzer
Beim 50 jährigen Geburtstag der Gemeinde Theisseil erhielten drei Bürger Urkunden mit der Bürgermedaille und zwei Bürger wurden zu Ehrenbürgern ernannt. Vorne von links: Robert Spickenreuther, Josef Greiner, Johannes für Vater Josef Heil, Hans Heil und Hermann Papacek. Hinten von links: Landrat Andreas Meier, Alois Lukas, Karl-Heinz Mois und 2. Bürgermeister Karl Völkl. Bild: Reinhard Kreuzer
Beim 50 jährigen Geburtstag der Gemeinde Theisseil erhielten drei Bürger Urkunden mit der Bürgermedaille und zwei Bürger wurden zu Ehrenbürgern ernannt. Vorne von links: Robert Spickenreuther, Josef Greiner, Johannes für Vater Josef Heil, Hans Heil und Hermann Papacek. Hinten von links: Landrat Andreas Meier, Alois Lukas, Karl-Heinz Mois und 2. Bürgermeister Karl Völkl. Bild: Reinhard Kreuzer
Die Theatergruppe Letzau zeigte dem Publikum wie es eventuell statt gefunden hatte: Theisseil – Drei Gemeinden und ihr Name. Bild: Reinhard Kreuzer
Die Theatergruppe Letzau zeigte dem Publikum wie es eventuell statt gefunden hatte: Theisseil – Drei Gemeinden und ihr Name. Bild: Reinhard Kreuzer
Karl Völkl hat kein leichtes Amt nach dem kürzlichen Tod der Bürgermeisterin Marianne Rauh. Bild: Reinhard Kreuzer
Karl Völkl hat kein leichtes Amt nach dem kürzlichen Tod der Bürgermeisterin Marianne Rauh. Bild: Reinhard Kreuzer
Reinhard Kreuzer
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Einstimmen durften sich die Gottesdienstbesucher beim ökumenischen Dankgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde Theisseil. In der St. Nepomukkirche in Letzau feierten zusammen der katholische Geistliche Markus Schmid von St. Josef in Weiden und Pfarrer Ulrich Gruber aus Neustadt, die Anbetung Gottes. Der Singkreis Letzau unter der Leitung von Rosi Bauer begleitete gesanglich.

Ökumenischer Festgottesdienst zur Einstimmung

Mitgewirkt hatten der dritte Bürgermeister Karl-Heinz Mois, der die Lesung vortrug und auch die Gemeinderäte Florian Neumann und Gerhard Frank sprachen die Fürbitten. „Dass du mich einstimmen lässt in deinen Jubel o Herr“, sang der Singkreis. Nach den Segenswünschen der Geistlichkeit führte in einem Festzug allen voran die Original Letzauer Blasmusik zum Gemeindehaus. Eingereiht hatten sich die zahlreichen Fahnenabordnungen der Vereine, die Ehrengäste und die Bevölkerung.

Verstorbener Bürgermeisterin gedacht

Nicht nur beim Gottesdienst, auch im Gemeindesaal war das Bildnis der kürzlich verstorbenen Bürgermeisterin Marianne Rauh in Trauer gehüllt. Der 50. Geburtstages der Gemeinde Theisseil wird schwer überschattet, es war ein denkwürdiger Tag der jüngsten Gemeinde im Landkreis, sagte Stellvertreter Karl Völkl. Noch in einigen letzten Sätzen bat sie die Bevölkerung, auch wenn sie nicht mehr mitwirken konnte, die Feier und den Rückblick abzuhalten.

Theisseil ist nun Großgemeinde

So erinnerte Karl Völkl an die 50 Jahre der Gebietsreform der Kreise Neustadt-Eschenbach-Vohenstrauß, wie im kleinen die Bestimmung Theisseils aus den drei Orten Edeldorf, Roschau und Letzau mit den weiteren 14 Ortsteilen hervorging. Theisseil war nun Großgemeinde und übernahm ab 1. Juli 1972 die Rechtsnachfolge. Josef Lingl führte 24 Jahre den Posten des Bürgermeisters. Völkl nannte zahlreiche Projekte, wobei die Umgestaltungen der Orte von der Sanierung der Wasserversorgung, über die Erschließungen der Baugebiete, der Kläranlage bis zum Schulhausumbau wichtige Maßnahmen vollzogen wurden. „Weiter ging es mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses in Roschau, der Schulsprengel war Waldthurn, 2005 wurde die Kirche in Letzau neu gebaut“, sagte Völkl. Dazu kam der Neubau der Krippe und deren Erweiterung, die durch eine Familienstiftung ermöglicht wurde. Dorferneuerungen vervollständigten den Vortrag aller 14 Gemeinden.

„Die Bürger hier wissen von was sie reden“

Humorig ist es in einem Einakter der Theatergruppe Letzau geworden. Drei Aktive zeigten den Gästen, wie es hätte sein können. „Wenn schon eine Gemeindereform großzügig sich bildete, brauchen wir auch einen großen Namen“, meinten die drei schauspielenden Bürgermeister, die sich einen Namen der neuen Gemeinde überlegten. Ob es sich damals so zutrug: ob das Zentrum „Oberhöll und die 13 Teufel“ heißen sollte oder „VG-LER“, also Verwaltungsgemeinschaft Letzau-Edeldorf-Roschau, oder „WMP“ Weltmittelpunkt Letzau, das alles entstand im Kopf von Chefregisseur Günter Horn. Alle Orte hat man auf der Bühne bei Bier und viel Gerede durchleuchtet, doch Theisseil aber ist vergessen worden. Endlich – das war der neue Name.

„Die Bürger hier wissen von was sie reden“

In seinem Grußwort war Landrat Andreas Meier etwas skeptisch, „heute zu feiern, da zu sein und die 50 Jahre zu durchstreifen“.„Aber der Gottesdienst auf hohem Niveau und Marianne Rauhs Wunsch es zu tun, ließ es zu. Auch der Landkreis wird heuer 50 Jahre. Wir müssen die Planungsfreiheit und Selbständigkeit aber auch verteidigen“. Die Entscheidungen vor Ort sind in der Gemiendeverordnung bestens aufgehoben, denn die Bürger hier wissen, wovon sie reden, was hier passiert und wichtig ist. „Diese Planungshoheit soll in den Händen der Menschen bleiben und sollte nicht von oben vorgegeben werden“.

Er wünschte allen einen vielfältigen Zusammenhalt und viel Gemeinsamkeit. Stadtrat Alois Lukas aus der Nachbargemeinde Tröglesricht bestätigte die Wichtigkeit der kommunalen Selbstverwaltung. „Wir wollen den Kontakt zu den Menschen nicht verlieren“.

Ehrung verdienter Gemeindebürger

Der Gemeinderat hat den Beschluss gefasst, in Würdigung der Verdienste die Bürgermedaille den Brüdern Josef und Hans Heil, Letzau, zu überreichen. Sohn Johannes übernahm Urkunde und Medaille für seinen erkrankten Vater, ebenso erhielt Hermann Papacek aus Edeldorf die Ehrung. Der Zweite Bürgermeister Karl Völkl ernannte weiter Josef Greiner aus Roschau und Robert Spickenreuther aus Letzau jeweils zu Ehrenbürger der Gemeinde Theisseil.

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