Schule fürs Leben: Grundschülern Alltagskompetenzen vermitteln

Tännesberg. Im Rahmen einer Projektwoche lernten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule viel Wissenswertes über den Alltag und die Grundlagen des Lebens.

Alles Wissenswerte über gesunde Ernährung lernten die Schülerinnen und Schüler in Theorie und Praxis. Bild: Josef Glas
Alles Wissenswerte über gesunde Ernährung lernten die Schülerinnen und Schüler in Theorie und Praxis. Bild: Josef Glas
Interessante Fakten über den Wald und seine Funktion erfuhren die Kinder von Christian Ertl. Bild: Josef Glas
Interessante Fakten über den Wald und seine Funktion erfuhren die Kinder von Christian Ertl. Bild: Josef Glas
Erste-Hilfe-Leisten kann ich manchen Fällen sogar Leben retten, besser man lernt schon früh die wichtigsten Grundlagen. Bild: Josef Glas
Erste-Hilfe-Leisten kann ich manchen Fällen sogar Leben retten, besser man lernt schon früh die wichtigsten Grundlagen. Bild: Josef Glas
Das Wasser als Lebensgrundlage ist ein schützenswertes Gut unserer Gesellschaft. Die Kinder besuchten die
Das Wasser als Lebensgrundlage ist ein schützenswertes Gut unserer Gesellschaft. Die Kinder besuchten die „Kochlöffelquelle“ im Rahmen der Projektwoche. Bild: Josef Glas
Am Hochbehälter und Entsäuerungsanlage erfuhren die Schülerinnen und Schüler viel über die eigene Wasserversorgungsanlage aus Überlaufquellen und Tiefbrunnen. Bild: Josef Glas
Am Hochbehälter und Entsäuerungsanlage erfuhren die Schülerinnen und Schüler viel über die eigene Wasserversorgungsanlage aus Überlaufquellen und Tiefbrunnen. Bild: Josef Glas
Josef Glas
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Josef Glas
Josef Glas

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat eine Projektwoche unter dem Motto „Schule fürs Leben – Alltagskompetenzen erwerben“ ins Leben gerufen. Ziel ist die Stärkung des Praxis- und Lebensweltbezuges an den Schulen.

Projektwoche mit Experten

Handlungsfelder dieser Projektwoche waren Ernährung, Gesundheit, Haushaltsführung, Umweltverhalten, selbstbestimmtes Verbraucherverhalten und digital handeln. Von Montag, den 20. Juni bis Freitag, den 24. Juni, befasste sich die Klasse 3/4 mit diesen Themen, zu denen die stellvertretende Schulleiterin Birgit Enders die entsprechenden Expertinnen und Experten gewinnen konnte

Gesunde Ernährung als Basiswissen

Den Einstieg am Montag machte die Fachlehrerin und Fachberaterin für Ernährung und Gesundheit Eva Prögler über die theoretischen Grundlagen der Ernährungslehre zum Thema Gesunde Ernährung. Schon der Vergleich von Leistungskurven eines Kindes mit gesunder Ernährung und eines Kindes mit ungesunder Ernährung verdeutlichte die Wichtigkeit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung, die durch den Aufbau der Ernährungspyramide noch verdeutlicht wurde. Wie groß Portionen sein sollen und was sich darin befindet, wie beispielsweise Zucker, ist mit der entsprechenden Anzahl von Zuckerwürfeln dargestellt worden.

Pausenbrot selbst zubereitet

Mit dem gesunden Pausenbrot war man am Dienstag beschäftigt. Ebenfalls unter der Leitung von Eva Prögler haben die Schülerinnen und Schülern gesunde Durstlöscher (gepfefferter Apfel, Früchtetraum, cooler Eistee), Brotaufstriche (Hasentraum, Nusscreme, Leberwurstquark, Kräuterquark), Frühstücksspieße, Gemüsesticks, Obstsalat und Knuspermüsli zubereitet und auch gegessen.

Erkenntnisse über heimische Waldtiere

Jäger schulen fürs Leben unter der Leitung von Christian Ertl stand am Mittwoch auf dem Programm. Zum Einstieg begrüßten am Fuße des Schloßberges drei Jagdhornbläser unter heftigem Beifall die Schulklasse. Wie Waldtiere leben, wie sie aussehen und welche Gefahren von ihnen ausgehen können, erfuhren die Kinder.

Der Einsatz von Drohnen, beispielsweise zum Aufspüren von Rehkitzen, ist nicht mehr wegzudenken. Über die im Wald vorkommenden Früchte, Bäume und Sträucher staunten die Kinder nicht schlecht. Ein Highlight war das Können und der Einsatz eines Jagdhundes.

Erste-Hilfe-Kurs für Kinder

Wie wichtig Erste Hilfe ist, erfuhren sie am Donnerstag. Im Erste-Hilfe-Kurs für Kinder (Junior Helfer) zeigte ihnen Lehrerin Sandra Bodensteiner das richtige Verhalten bei Unfällen und Verletzungen, das Pflaster kleben, einen Kopfverband anzulegen und was eine stabile Seitenlage ist.

Grundwasser als Lebensgrundlage

Dem Wasser in Tännesberg auf der Spur waren am Freitag die Schülerinnen und Schüler mit Diplom-Biologe Lothar Kroll. Wie groß die Bedeutung des Wassers ist, zeigt der jährliche Weltwassertag am 22. März.

Bevor es ins Gelände ging, erklärte Lothar Kroll anschaulich den Wasserkreislauf vom Regen, der durch den Boden und den Untergrund bis in die sogenannten Grundwasserleiter, das ist ein Gesteinskörper, der Hohlräume aufweist und daher geeignet ist, Grundwasser weiterzuleiten, sickert und dort die wichtigste Trinkwasserressource Deutschlands bildet.

Immer mehr Belastungen für das Wasser

Das unverzichtbare und kostbare Nass ist jedoch zunehmend Belastungen ausgesetzt. Sei es durch Klimawandel, menschliche Tätigkeiten oder industrielle Prozesse. Wie soll die Kommune künftig das Trinkwasser schützen? Durch teure technische Lösungen zur Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung? Oder wird das Vorsorge- und Verursacherprinzip, das aus Sicht des Weltwassertages der richtige Weg wäre, favorisiert? Für die Zukunft des Wassers ist jedenfalls ein steigender Investitionsbedarf erforderlich, da Wassernetze und Kanäle einer guten Pflege bedürfen.

Befahrbarkeit des Wassers erhalten

Ein Übriges können auch begrünte Hausfassaden und Dächer und blaue Regenauffangbecken, denn Grün- und Blauflächen binden klimaschädliches CO₂, tun. Wir brauchen aber auch eine Antwort auf die Frage der Befahrbarkeit. Im ländlichen Raum schultern oft immer weniger Menschen die Kosten für Instandhaltung und Modernisierung der Wasserinfrastrukturen. Daseinsvorsorge darf keine Frage des Wohnorts sein.

Feuerwehr-Fahrt und Wanderung zur Quelle

Mit dem Mannschaftswagen und dem HLF der Freiwilligen Feuerwehr, gesteuert von Stefan Lang und Roman Wolf, ging es dann zur Vogelherdhütte. Ausgerüstet mit Regenkleidung und festem Schuhwerk marschierte die Gruppe zur 703 Meter hoch gelegenen „Kochlöffelquelle“. Unterwegs streifte man ein Wasserschutzgebiet, dessen Bedeutung von Kroll eindringlich erklärt wurde. Wie ein „Fingerhut“ aussieht und dass er giftig ist, erfuhren die Kinder nebenbei.

Erfrischendes Quellwasser gekostet

Am Ziel angekommen gab es zunächst eine von Erstem Bürgermeister Ludwig Gürtler gesponserte Brotzeit, die sich niemand entgehen ließ. Äußerst interessant waren die Quellfassung und der Sammler, aus dem Markus Sier einen Eimer Quellwasser schöpfte, das von den Kindern gekostet wurde. Das schmeckt ja besser als das gekaufte Mineralwasser, waren sich die Tester und Testerinnen einig. Vor allem ist es schön kühl. So acht bis zehn Grad klärte sie Lothar Kroll auf, und zwar das ganze Jahr über gleichbleibend.

Schutz des Wassers Überlebenswichtig

Zum Vogelbrunnen ging es weiter auf der quer durch den Wald führenden Wasserleitung und dann zur Wasseraufbereitungsanlage, wo Erster Bürgermeister Ludwig Gürtler und der stellvertretende Wasserwart Simon Hafner schon warteten. Hafner erklärte in groben Zügen das Verteilungsnetz und detailliert die Funktion der Entsäuerungsanlage. Stolz auf die eigene Wasserversorgungsanlage aus Überlaufquellen und Tiefbrunnen mit qualitativ hochwertigstem Wasser war Ludwig Gürtler und schärfte den Blick der Schülerinnen und Schüler für den Schutz des wichtigsten Lebensmittels.

Mit dem Mannschaftswagen der Feuerwehr brachte Thomas Haberl die Exkursionsteilnehmer wieder zur Schule. 

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