Solarpark-Investor hat Chancen in Theisseil

Theisseil. Anfragen gibt es viele, aber die Gemeinde nimmt nicht jeden. Einige Solarpark-Betreiber haben schon eine Absage kassiert. Ein Unternehmen aus Oberfranken könnte Chancen haben.

Nordöstlich von Roschau will die Burgkunstadter Südwerk auf einer Fläche von acht Hektar eine Freiflächen-Photovoltaikanlage bauen. Vom Dorf aus soll die Anlage kaum zu sehen sein. Foto: Eichl

Nordöstlich von Roschau will das Unternehmen Südwerk aus Burgkunstadt (Oberfranken) auf zwei Teilflächen der Flurnummern 38 und 55 mit insgesamt acht Hektar eine Freiflächen-Photovoltaikanlage bauen. Die Firma erfüllt damit schon einmal das Kriterium der maximalen Fläche.

Zur Erinnerung: Der Gemeinderat hatte im vergangenen Jahr nach einem grundsätzlichen Ja zu Photovoltaikanlagen auf Freiflächen einen Kriterienkatalog aufgestellt, durch den erste Anfragen von vornherein ausgeschieden waren.

Kriterien des Gemeinderates für Solaranlagenbetreiber

  • Die Anlage darf nicht größer als acht Hektar sein.
  • Sie darf nicht näher als 250 Meter an eine Wohnbebauung heranrücken.
  • Sie darf nicht in einem Landschafts- oder Wasserschutzgebiet liegen.
  • Der Investor muss eine Bürgerbeteiligung in Höhe von mindestens 50 Prozent anbieten.
  • Der Investor muss für die Dauer des Betriebs der Anlage seinen Firmensitz in der Gemeinde anmelden.

Ziel des Katalogs war, sich die Entscheidung für jeden Einzelfall vorzubehalten. Das jüngste Vorhaben scheint alle Kriterien zu erfüllen. Sebastian Neubauer, Projektentwickler bei Südwerk, stellt dem Gemeinderat die Einzelheiten des geplanten Solarparks bei Roschau vor.

Anlage „nur mit viel Mühe“ vom Dorf aus zu sehen

Der Mindestabstand zur Wohnbebauung wird laut Neubauer größer als 250 Meter sein, die Anlage selbst, da hinter einer Kuppe gelegen, „nur mit viel Mühe“ vom Dorf aus zu sehen sein. Die überplanten acht Hektar, entsprechen gerade einmal 0,66 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche der Gemeinde. Gleichzeitig könne die Fläche des Solarparks eingeschränkt weiter landwirtschaftlich genutzt werden, etwa für die Haltung von Schafen oder Geflügel.

Bürger können sich auf verschiedene Weise finanziell beteiligen

Die geforderte Bürgerbeteiligung garantiert Südwerk den Worten Neubauers zufolge ebenso wie den Fluss der Gewerbesteuer in die Gemeindekasse. Bürgerbeteiligungsmodelle seien in verschiedenen Formen möglich, etwa als Bürgersparen oder als Bürgerfinanzierung in Form eines Kredites an das Unternehmen.

CSU-Sprecher Johannes Kett weist darauf hin, dass die Bürgerbeteiligung bis zu einer Höhe von 50 Prozent möglich sein müsse. Neubauer bestätigt, das sei jederzeit möglich, wenn gewünscht auch in Form von Bürgergenossenschaften.

Strikt einhalten will der Investor laut Neubauer ebenso die Vorgabe, die notwendigen Ausgleichsflächen in die acht Hektar einzurechnen. Dies auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass zu den geforderten 20 Prozent Ausgleichsflächen noch weitere kommen können, sollten im vorgesehenen Gebiet Lerchen oder andere Bodenbrüter aktiv sein.

Roschauer: Neu asphaltierte Straßen nicht zerstören

Aus den Reihen der Roschauer Bürger, von denen ein paar zur Sitzung gekommen waren, kommt der Hinweis, dass man es so kurz nach Abschluss der Dorferneuerung nicht verstünde, wenn die gerade neu asphaltierten Straßen für eventuell notwendige Leitungen wieder aufgerissen würden. Da gebe es durchaus andere Möglichkeiten, sagt Neubauer.

Entschieden hat der Gemeinderat noch nichts, er hat sich die Ausführungen des Investors vorerst nur einmal angehört. Südwerk hat aber offensichtlich bessere Chancen als Konkurrenten wie Unien oder Greenovative, die jede Landkreisgemeinde mit Anfragen überziehen.

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