Sozialministerin Ulrike Scharf im HPZ Irchenrieth: „Bayernweites Highlight“

Irchenrieth. Lob und Kritik: Das alles gab es beim Besuch von Ulrike Scharf, der bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, im Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) Irchenrieth. „Wir müssen hier pragmatischer und flexibler werden“, sagte sie über die hohen bürokratischen Hürden.

Die Ministerin Ulrike Scharf (links) freut sich über die Geschenke aus dem HPZ. Bild: Stephan Landgraf
Die Ministerin Ulrike Scharf (links) freut sich über die Geschenke aus dem HPZ. Bild: Stephan Landgraf
Bild: Stephan Landgraf
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Auf eine Stunde war der Ministerinnen-Besuch begrenzt. Dass es dann doch fast eineinhalb wurden, lag daran, dass Scharf sich vor allem bei der Besichtigung des neuen Kinder- und Jugendwohnens „Am Kleefeld“ die Zeit nahm und für die Belange der HPZ-Vertreter ein offenes Ohr hatte. Die aus Erding stammende Ministerin war erstmals im HPZ zu Gast.

Anfragen aus ganz Bayern

HPZ-Vorstandsvorsitzender Christian Stadler machte in seiner Begrüßung und in seiner kurzen Konzept-Vorstellung deutlich, wie wichtig das 2020 eröffnete Kinder- und Jugendwohnen „Am Kleefeld“ mit seinen in drei Gruppen aufgeteilten 24 Plätzen für 3- bis 20-jährige Kinder und Jugendliche für das HPZ sei.

Der HPZ-Chef bezeichnete die Einrichtung, die rund 6,3 Millionen Euro gekostet und mit 1,2 Millionen Euro von der bayerischen Staatsregierung bezuschusst worden war, als „oberpfalzweit einmaliges Projekt“. „Wir sind bereits nahezu komplett belegt und haben bayernweit Anfragen vorliegen. Unsere Kinder fühlen sich hier richtig wohl“, ergänzte Stefanie Filchner, Leiterin des Kinder- und Jugendwohnens „Am Kleefeld“.

Kinder- und Jugendwohnheim „Leuchtturmprojekt der Region“

Das Wohnen „Am Kleefeld“ soll nun am 15. Juli, nachdem die Corona-Pandemie mehrmals einen Strich durch Rechnung gemacht hatte, offiziell eingeweiht werden. Landtagsabgeordneten Dr. Stephan Oetzinger sprach von einem „Leuchtturmprojekt der Region“ und vom HPZ insgesamt als „Marktführer im heilpädagogischen Bereich“, was Ministerin Scharf mit ihrer Einschätzung als „bayernweites Highlight“ bekräftigte.

Irchenrieths Bürgermeister Josef Hammer sagte, dass es sich um ein „lang geplantes Projekt“ gehandelt habe, in dem der Grunderwerb der rund 30.000 Quadratmeter großen Fläche eine entscheidende Rolle gespielt habe. Der Tausch von Grundstücken sei der Schlüssel zum Erfolg gewesen. „Die HPZ-Bewohnerinnen und -Bewohner sind fest ins Gemeindeleben integriert“, so Hammer. Landrat Andreas Meier lobte in diesem Zusammenhang die Arbeit der HPZ-Standortgemeinde Irchenrieth, die für die nötige Infrastruktur gesorgt habe.

Behinderung kein Tabu-Thema

Bezirkstags-Vizepräsident Lothar Höher machte deutlich, dass das HPZ einen großen Anteil daran habe, dass Behinderung kein Tabu-Thema mehr sei: „Die Anforderungen, die durch die immer weiter voranschreitende Inklusion entstehen, verändern sich. Daher brauchen wir große Einheiten wie das HPZ, das auch den Weg der Dezentralisierung beschritten hat.“

Aufsichtsratsvorsitzende Birgit Reil knüpfte an diese Aussagen an und erklärte, wie „wichtig es sei, dass im HPZ alles an einem Platz“ sei. „Wir können vom Kleinkind bis zu den Senioren alles bieten und geben somit allen Betroffenen die nötige Sicherheit“.

Fachkräfte gesucht

In der Gesprächsrunde wurden auch die Themen „Fachkräfte“ und „vorherrschende Auflagen bei der Schaffung von neuen Wohnplätzen“ angerissen. „Wir suchen Fachkräfte, wobei das aber auch daran liegt, dass wir neue Konzepte planen und anbieten“, so HPZ-Vorstandsvorsitzender Stadler, der das „Seniorenwohnen“ als wichtigen künftigen Schwerpunkt nannte.

Scharf: „Wir müssen pragmatischer werden“

Er sagte ebenso, dass das HPZ in Zukunft zeitnah in dringend benötigte Wohnplätze, wie zum Beispiel das „Hotel am Hofgarten“ in Neustadt/WN, investieren müsse. Er bemängelte dabei die hohen Auflagen, die es dabei zu überwinden geben würde. Unterstützt wurde er von Landrat Meier, der die Ministerin eindringlich bat, hier Nachbesserungen vorzunehmen. Scharf dazu: „Wir müssen in diesem Bereich pragmatischer und flexibler werden.“

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