Zukunft des Landkreises Neustadt/WN gemeinsam gestalten

Weiherhammer. Der Landkreis Neustadt will sich den Herausforderungen der Zeit stellen. Neue Strategien für die Digitalisierung und Kreisentwicklung sollen erarbeitet werden. Auch die Bürger sind gefragt.

Stakeholder arbeiten in gemeinsamen Workshops Strategien für den Landkreis. Bild: Landratsamt Neustadt/Claudia Prößl
Stakeholder arbeiten in gemeinsamen Workshops Strategien für den Landkreis. Bild: Landratsamt Neustadt/Claudia Prößl
Bild: Landratsamt Neustadt/Claudia Prößl
Bild: Landratsamt Neustadt/Claudia Prößl

Um eine Digitalisierungs- und Kreisentwicklungsstrategie (DKES) des Landkreises Neustadt zu erarbeiten, trafen sich 94 Interessensvertreter aus allen gesellschaftlichen Bereichen wie Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Politik viele Gedanken in Weiherhammer.

„Stillstand ist keine Option“

Das Landratsamt organisierte dazu im Zuge des Modellvorhabens Smarte.Land.Regionen einen Workshop im Innovision Center Weiherhammer. Der Landkreis Neustadt verfüge zwar über eine robuste Wirtschaftsstruktur und eine hohe Wohn- und Lebensqualität, müsse sich aber bei der Fachkräftesicherung und Digitalisierung den Herausforderungen der Zeit stellen, betonte Landrat Andreas Meier. „Stillstand ist keine Option. Die Kreisentwicklung ist eine Daueraufgabe und ein wichtiger Standortfaktor, weil sich sowohl die Rahmenbedingungen als auch die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger ändern.“

Bei einer umfassenden Bestandsaufnahme zum Start des Strategieprozesses identifizierten die Organisatoren bereits 159 Projekte im Landkreis, die allermeisten in den von der DKES zugeordneten Handlungsfeldern.

„Makerspace“ und digitale Strategien

Darunter fällt etwa das von Professor Dr. Steffen Hamm von der OTH Amberg-Weiden vorgestellte und als Modellprojekt geplante „digital-analoge Versorgungszentrum“, bei dem entweder medizinisches Fachpersonal beim Patienten zu Hause unterstützt und die Gesundheitsdaten an Ärzte überträgt, oder Patienten in ein nahe gelegenes Versorgungszentrum kommen und Ärzte online zugeschaltet werden.

Johannes Schmid, Bürgermeister von Schlammersdorf, stellte den sogenannten „Makerspace“ in seiner Gemeinde vor. Angelika Maier vom ÜBZO stellte „Serious Games“, eine Plattform mit spielerischen Lernangeboten in der beruflichen Weiterbildung vor.

Nun sind die Bürger gefragt

Als nächster Schritt sind nun die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises nach ihrer Meinung gefragt. Beim „Markt der Ideen“ sollen sie ihre Bedürfnisse, Ideen und Anregungen einbringen.

Dazu sind zwei Veranstaltungen geplant:

  • Montag, 16. Mai, 16.30 – 21.00 Uhr, Pfarrheim Vohenstrauß, Pestalozzistraße 6
  • Mittwoch, 18. Mai, 16.30 – 21 Uhr, Sportzentrum Grafenwöhr, Am Waldbad 4

Interessierte können zu einer für sie passenden Zeit innerhalb diese Zeitraums kommen und sollten etwa eine Stunde Zeit einplanen. Für ein spannendes Rahmenprogramm (auch für Kinder) und Verpflegung ist gesorgt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Wer hier keine Zeit hat, kann sich im Juni noch online über die Plattform „CONSUL“ beteiligen. Genaueres hierzu wird noch bekannt gegeben. Weitere Infos dazu unter https://new-perspektiven.de/markt-der-ideen/

Autarkie bei der Energie

Die Teilnehmenden machten sich nach diesem Input an die Arbeit und ermittelten Kernziele und Potenziale für den Landkreis. Konkret sahen die einzelnen Arbeitsgruppen besondere Schwerpunkte: Die Wirtschaft benötigt Gewerbeflächen sowie mehr digitale Tools zur Vernetzung insbesondere in der Ausbildung. Die Gruppe „Mobilität“ wünscht eine zielgruppenübergreifende digitale Planung, um die vorhandenen Ressourcen besser nutzen zu können. Die Vision des Bereichs „Energie“ zielte in Richtung C02-Neutralität durch alternative Energien, aber auch durch die verstärkte Nutzung von Abwärme sowie die Autarkie von ausländischen Zulieferern.

Mehr Telemedizin

Die Tourismus-Gruppe beschäftigte sich mit generationenübergreifenden Angeboten und noch besserer Auffindbarkeit vorhandener Möglichkeiten. Beim Thema „Gesundheit“ wurde über bessere Vernetzung von Angeboten, Telemedizin, Prävention und Beratung diskutiert. Der Expertengruppe aus dem Bereich „Bildung“ war die altersgruppenübergreifende Steigerung der Medienkompetenz, Praxisnähe von Bildung durch Kooperationen mit der Wirtschaft wichtig.

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