Friedliche Menschen genießen harte Klänge

Storm Crusher Festival erstmals in der Wurzer O’Schnitthalle

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Wurz. „Ich bin schon das dritte Mal hier. Storm Crusher ist eines von den geilsten Festivals überhaupt“, schwärmt Julian Fruth, ein Niederbayer mit ausgeprägtem Dialekt, langer Lockenmähne und Zebra-Leggins, der zum dritten Mal bei dem dreitägigen Heavy Metal Festival zu Gast ist. Der „Storm Crusher e.V.“, ein Verein mit Sitz in Etzenricht, hat das Event zum sechsten Mal auf die Beine gestellt. In der Wurzer O’Schnitthalle findet es aber zum ersten Mal statt.

Von Benedikt Grimm

Bisher pilgerten die Metal-Fans aus der ganzen Welt in die Wiesauer Reit- und Freizeitanlage. „In Wurz ist alles vorhanden. Vom Aufwand her ist das viel geringer“, erklärt Ralf Teichmann, Vorstandsmitglied der Storm Crusher, die Motive für den Ortswechsel. „Das hat sich wirklich beim Aufbau bemerkbar gemacht“, bestätigt Patrick Bauer, der als Chefdesigner an der Organisation des Festivals mitwirkt.

Kuschelige Enge am Zeltplatz

36 Mitglieder zählt der Verein. Bei der ausverkauften Großveranstaltung mit 800 Gästen und 19 Bands aus verschiedenen Ländern helfen 80 Freiwillige mit. „Die Organisation läuft das ganze Jahr über“, erklärt Ralf. Nach einer Woche Aufbauarbeit vor Ort stieg am Freitag um 14 Uhr mit „Horns of Domination“ die erste Band auf die Bühne. Vor der O’Schnitthalle hatte sich derweil eine kleine Zeltstadt entwickelt. Dicht an dicht stehen die bunten Zelte, in denen ein Großteil der Festivalteilnehmer campiert. Manche schlafen im Auto auf dem Parkplatz, ein paar wenige sind mit dem Wohnmobil angereist. „Es ist kuschelig. Es hat eine gewisse Urigkeit und das ist positiv, definitiv“, beschreibt Christoph aus Bad Kissingen die Atmosphäre.

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Camping bei Dauerregen

Auf Annehmlichkeiten wie Duschen müssen die Camper verzichten. Am Samstagmittag steht Christian mit einer Wasserflasche in der einen und einer Zahnbürste in der anderen Hand vor einem großen Drei-Mann-Zelt und putzt Zähne. Beim Storm-Crusher-Festival ist der Ingolstädter mit seinen beiden Kumpels zum zweiten Mal. Auf anderen Events war er schon öfter unterwegs, mit dem regnerischen Wetter müssen die drei Männer aber zum ersten Mal fertig werden. Wir hatten die glorreiche Idee mit der Folie unter dem Zelt“, erinnert sich Andi an die vergangene Nacht. Statt die Nässe vom Boden abzuhalten, lief mit dieser Folie das Regenwasser aber erst recht ins Zelt. „Es geht schon. Es muss. Das sind Erfahrungswerte, die man sammelt“, zeigt sich Christian pragmatisch.

Thomas aus Bad Windsheim kann gar nichts mehr schrecken.

Ich find’s toll. Ich find das alles toll,

grinst der junge Mann mit langen, blau-schwarzen Haaren und Bierdose in der Hand, der offensichtlich schon reichlich Festival-Erfahrung gesammelt hat: Mehr als die Hälfte seines Unterarms ist mit bunten Eintrittsbändchen verschiedener Events bedeckt.

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Auf Annehmlichkeiten wie Federbetten und Duschen mussten die Festivalteilnehmer verzichten. Wer trotzdem mit frisch gewaschenen Haaren in den Tag starten wollte, musste erfinderisch sein.

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Wie ein großes Familientreffen

Die Abfolge der Bands sei so gewählt, dass eine gewisse Steigerung zu spüren ist, erklärt Schriftführer Teichmann. Während die Bands am Nachmittag eine Dreiviertelstunde in die Saiten greifen, verlängert sich die Auftrittslänge am Abend auf 60, später auf 90 Minuten. „Atlantean Kodex“ aus Vilseck, einer der persönlichen Favoriten von Teichmann, spielt am Freitagabend vor einem Meer an schwarz gekleideten Metal-Fans, die die tätowierten Arme nach oben strecken oder die lange Mähne beim Head-Bangen durch die Luft wirbeln lassen.

Von den Bands her ist das geil gut gemischt. Für Metal Fans ist alles dabei. Da ist schon was geboten,

lobt eine Szene-Anhängerin aus Augsburg. Ihr Begleiter erzählt von dem Zusammenhalt, der familiären Atmosphäre, die unter den Fans üblich sei: „Das ist immer wie ein großes Familientreffen.“ „Man meint immer, die sind so hart, aber das sind die friedlichsten Leute“, bestätigt Julia aus Floß, die sich vorgenommen hat, das ganze Wochenende durchzuziehen.

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Metaler kommen bis aus Thailand

Als Headliner für den Samstagabend konnten die Organisatoren „Asphyx“ verpflichten. Die Niederländer haben sich der Musikrichtung Death Metal verschrieben. „Die waren die totalen Abräumer“, zeigte sich Teichmann begeistert. Die weiteste Anreise unter den Gästen hatte überdies eine Thailänderin, die nachgewiesener Maßen ihren Wohnsitz in der Nähe von Bangkok hat. Sie wurde mit zwei Eintrittskarten für das Storm Crusher Festival 2017 belohnt. Das findet von 15. bis 17. September statt – wieder in der O’Schnitthalle.

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Bilder: B. Grimm

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