Ortsumgehung: Zweifel am großen Wurf

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Waldsassen. Ist es wirklich der große Wurf, den die CSU verkündet? Oder ist eher Skepsis angebracht gegenüber der Meldung, dass bald keine großen Lastwagen mehr durch Waldsassen rollen? In einer Pressemitteilung verkündet das Büro von MdB Albert Rupprecht eine Lösung des drängenden Problems, wegen dem vor einigen Wochen Tausende Waldsassener auf die Straße gegangen waren.

Von Udo Fürst

Seit Jahren quälen sich Lastwagen und Autos durch Waldsassen. Foto: Fürst

Seit Jahren quälen sich Lastwagen und Autos durch Waldsassen.

„Die Waldsassener können aufatmen“, sagte der CSU-Landtagsabgeordnete Tobias Reiß nach einem gemeinsamen Ortstermin mit Albert Rupprecht, dem Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium Gerhard Eck sowie Bürgermeister Bernd Sommer und seinem Stellvertreter Karl-Heinz Hoyer. Für die Lastwagen-Sperrung für LKW ab 7,5 Tonnen sei eine Lösung gefunden, heißt es in dem Schreiben.

Lärmschutzmaßnahmen sind erforderlich

„Die Waldsassener haben in den letzten Monaten vermehrt unter Lärm, Dreck und Erschütterungen sowie unter einer extrem gefährlichen Verkehrssituation gelitten“, erläutert Sommer die aktuelle Situation. Auch der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann habe bestätigt, dass Berechnungen gezeigt haben, dass Lärmschutzmaßnahmen erforderlich seien.

Die Teilnehmer des Ortstermins kamen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass es im Rahmen der anstehenden Deckenbelagerneuerung mit lärmminderndem Belag sowie der Spartensanierung und der Überprüfung der Straßeninfrastruktur notwendig sei, zur Sicherstellung dieser Arbeiten den Verkehr für LKW ab 7,5 Tonnen bis zum Abschluss aller Bauarbeiten an der Straße zu sperren. „Es freut mich, dass wir gemeinsam eine Lösung gefunden haben, mit der wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können“, erklärt Rupprecht.

Vor einigen Wochen demonstrierten Tausende Waldsassener gegen den unzumutbaren Verkehr durch ihre Stadt. Foto: Fürst

Vor einigen Wochen demonstrierten Tausende Waldsassener gegen den unzumutbaren Verkehr durch ihre Stadt.

Der Waldsassener SPD-Ortsverein lehnt die Tektur für die Regionaltrasse ab. Ziel bleibe eine „echte Umgehung“, heißt es bei den Genossen. Die marginalen Änderungen machten aus einer schlechten Planung keine gute – vor allem im Hinblick darauf, dass die Fläche der Lärmschutzwände um ein Drittel erhöht werden solle. „Wer die Entwicklung auf tschechischer Seite sieht, weiß, was auf die Stadt insbesondere an Schwerlastverkehr zukommt.“ Einen Vorgeschmack auf das, was Waldsassen in einer dreijährigen Bauzeit für die Regionaltrasse zu erleiden habe, werde man im August sehen, wenn die Ortsdurchfahrt halbseitig oder komplett gesperrt werde.

Dem Wunsch der Bürger nicht nachgekommen

Die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl verweist auf ihre Anfrage vor einiger Zeit an den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, durch die sie in Erfahrung habe bringen wollen, warum eine Sperrung der Ortsdurchfahrt abgelehnt und der Wunsch der Bürger der Klosterstadt nicht vollzogen worden sei. Innenminister Hermann lehnt die Sperrung für den Schwerlastverkehr mit der Begründung ab, dass keine entsprechende Umleitungsstrecke zur Verfügung stehe und die Strecke über die B303 und A93 ein zu großer Umweg sei.

Gegenüber dem OberpfalzECHO sagt die SPD-Abgeordnete: „Die Sperrung der Ortsdurchfahrt Waldsassen für den Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen während der Baumaßnahmen ist kein großer Wurf, sondern nur ein Lösung für eine begrenzte Zeit, die das Problem nicht an der Wurzel löst. Es ist für mich unverständlich, dass die Staatsregierung immer noch eine grundsätzliche Umleitung des LKW-Verkehrs über 3,5 Tonnen über die B303 und die A93 ablehnt. Meines Erachtens wären die 17 Kilometer Umweg zumutbar, zumal die aktuelle Diskussion um belastete Luft in Städten von allen Parteien die Ankündigung konsequenten Handelns nach sich zieht. Hier wäre eine Möglichkeit für ein solches konsequentes Handeln.“

Sollte es beim Neubau der geplanten Ortsumgehung durch den Ort entlang der Bahntrasse bleiben, müsse maximaler Lärm- und Emissionsschutz oberste Prämisse sein. Emissionen, nur um ein paar Meter zu verschieben, sei nicht nachhaltig und nicht zum Wohle der Bürger.

Fotos: Udo Fürst

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Ein Kommentar

  1. Sven N schreibt:

    Alle wollen die Diesel aus den Städten draussen haben. Wir hohlen sie rein? Wie blöd sind wir eigentlich?

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