Fußballplatz gesucht

Weiden. Der SV Anadoluspor Weiden spielt als Tabellenführer der Kreisklasse Ost eine richtig erfolgreiche Saison. Alles gut könnte man meinen – doch weit gefehlt: Ab nächster Saison verfügt der Club über keine Spielstätte. Der SVA trainierte und spielte bislang auf dem Gelände des VfB Weiden. Doch damit soll Schluss sein, da der VfB erklärte, dass sein „Grün“ zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. 

von Stephan Landgraf

Es könnte alles so einfach sein. Könnte… – denn dem Spitzenreiter der Fußball-Kreisklasse Ost, dem SV Anadoluspor Weiden, droht in der neuen Saison das sportliche Aus.

„Wir haben künftig keinen Platz mehr zur Verfügung, wo wir trainieren und spielen können“

schildert Abteilungsleiter Kioutsouk Ali Murat die tragische Lage, in der sich der Club mit seinen insgesamt 110 Mitgliedern befindet. Die Weidener, die sich seit der Gründung im Jahr 2000 zu einer festen Fußball-Größe im Kreis entwickelt haben, rangieren derzeit mit momentan 36 Zählern punktgleich mit der DJK Weiden auf dem ersten Platz in der Kreisklasse Ost. Dabei hat die Mannschaft, die seit zwei Spielzeiten der ehemalige Regionalliga-Akteur Akram Abdel-Haq als Spielertrainer betreut, den Aufstieg in die Kreisliga fest im Visier und wollte sich darauf bestens vorbereiten.

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Akram Abdel-Haq (Mitte) in Aktion – hier noch im Trikot der SpVgg Weiden: Damit solche Spielszenen nicht bald der Vergangenheit angehören sucht der Spielertrainer mit seinem Club SV Anadoluspor Weiden eine neue Bleibe. Bild: SpVgg SV

Seit der Vorbereitung Rasenzeiten reduziert

Und genau in der Vorbereitung nach der Winterpause begannen die Probleme des SV Anadoluspor, der bislang immer auf dem Platz des VfB Weiden trainieren und spielen durfte. Um den zweiten Aufstieg in Folge zu realisieren, bat Abdel-Haq seine Jungs pro Woche bis zu fünfmal ins Training. Drei Einheiten pro Woche fanden auf dem Platz im Weidener Westen statt. „Der VfB teilte uns dann mit, dass wir auf seinem Platz nicht mehr trainieren können, denn er werde zu sehr in Mitleidenschaft gezogen“, blickt Kioutsouk zurück. Die Folge: Die Einheiten auf Rasen wurden drastisch reduziert, es wurde in die Halle ausgewichen oder zum Laufen in den Wald gegangen.

Ab Saison 16/17 keine Nutzung – erste Bemühungen ohne Erfolg

Keine guten Voraussetzungen also für Anadouluspor, um den Kreisliga-Aufstieg wirklich ernsthaft in Angriff zu nehmen. Zumal, so der Abteilungsleiter weiter, inzwischen die Möglichkeit seitens des VfB Weiden, dass der SVA auch in der Saison 2016/17 den VfB-Platz komplett zurück gezogen wurde. „Wir dürfen diese Saison noch zu Ende spielen, stehen dann aber ohne Platz da“, so Kioutsouk.

„Finden wir keine Möglichkeit, wo wir unterkommen, dann müssen wir unser Team aus dem Punktspielbetrieb zurückziehen“

erklärt der Abteilungsleiter traurig. Um dies zu vermeiden, liefen in den letzten Wochen die Telefondrähte heiß. Mit verschiedenen Fußball-Klubs erfolgte die Kontaktaufnahme – ohne Erfolg. Die größten Sportclubs der Max-Reger-Stadt, die gerne geholfen hätten, haben aufgrund der vielen Jugend- und Senioren-Mannschaften keinerlei Kapazitäten auf ihren Vereinsgeländen mehr zur Verfügung. Die Vereine müssen stellenweise sogar selbst Plätze anmieten, um den Spielbetrieb reibungslos aufrecht zu erhalten.

Club startet Hilfeaufruf

„Wir sind mit unserem Latein derzeit am Ende“, so Kioutsouk, der deswegen den Weg an die Öffentlichkeit sucht. „Wir hatten in den letzten Jahren so viele sportliche Erfolge zu verzeichnen, sind von der B-Klasse bis in die Kreisklasse aufgestiegen und haben sehr gut funktionierende Vereinsstrukturen geschaffen. Der Abteilungsleiter erhofft sich nun, dass die Stadt Weiden dem SV Anadoluspor in Zukunft eine feste Bleibe bieten kann.

„Wir möchten weiter Fußball spielen und unseren Freunden aus verschiedensten Nationen, auch etliche Flüchtlinge haben sich uns inzwischen angeschlossen, ein zu Hause bieten“,

sagt Kioutsouk. Klubs, die helfen möchten, können sich am besten bei Torwart-Trainer Hasan Güdük, Mail: hasan.gueduek@hof-university.de, Tel.: 0160/93867101, melden.

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