Schwieriges Leben in der Ukraine: Mitbrüder aus St. Felix helfen

Neustadt/WN/Bolszowce. Ein Bericht von Pater Stanislav Pekala aus der Ukraine zeugt davon, dass die Lage noch immer sehr schwierig ist. Die Mitbrüder aus St. Felix unterstützen ihre Ordensleute.

Guardian Pater Stanislaus und seine Mitbrüder vom Kloster St. Felix bekommen regelmäßig Berichte von den Mitbrüdern aus der Ukraine. Der Klosterchef freut sich über die Spendenbereitschaft in der Region. Bild. Hans Prem
Guardian Pater Stanislaus und seine Mitbrüder vom Kloster St. Felix bekommen regelmäßig Berichte von den Mitbrüdern aus der Ukraine. Der Klosterchef freut sich über die Spendenbereitschaft in der Region. Bild. Hans Prem
Sie beten in den Kirchen der ukrainischen Kustodie der Franziskaner-Minoriten der Krakauer Ordensprovinz für den Frieden. Bild Stanislaw Kawa
Sie beten in den Kirchen der ukrainischen Kustodie der Franziskaner-Minoriten der Krakauer Ordensprovinz für den Frieden. Bild Stanislaw Kawa
Stanislaw Kawa

Das Leben und die Versorgung der Menschen in der Ukraine sind in Kriegszeiten nicht einfacher geworden. Dies geht aus einem Bericht von Pater Stanislav Pekala, dem Sekretär der Kustadie des Ordens der Franziskaner in der Ukraine hervor.

Erst letzte Woche bekam Guardian Pater Stanislaus vom Kloster St. Felix einen Bericht aus dem Kriegsland. Die Neustädter Franziskaner-Minoriten gehören wie ihre Mitbrüder in der Ukraine zur gleichen Krakauer Ordensprovinz.

Westteil der Ukraine von Raketenangriffen verschont

Nach dem 9. Mai ist es um Lwiw (Lemberg) und Umgebung ruhig geworden, weil der Westteil der Ukraine von weiteren Raketenangriffen der Russen verschont blieb und der Aggressor sich auf Angriffe im Osten und Süden des Landes konzentriert. Auch im dritten Kriegsmonat helfen die Ordensbrüder Kriegsflüchtlingen in der Ostukraine. Derzeit leben rund 90 Flüchtlinge im Kloster in Bolszowce, rund 100 Kilometer südlich von Lwiw.

Keinen Anspruch auf Hilfen

Das ukrainische Parlament habe zwar ein Gesetz über die Beihilfe für Familie, die Flüchtlinge aus dem Osten aufnehmen, verabschiedet, doch die regionalen Behörden hätten dem Kloster keinen Anspruch auf diese Hilfe zugesagt, weil die Ordensleute als polnische Bürger keine Eigentümer, sondern nur Nutzer des Klostergebäudes seien. Das denkmalgeschützte Klostergebäude ist nach wie vor Eigentum des ukrainischen Staates. Auch immer mehr Flüchtlinge aus der Stadt würden in Kirche und Kloster in Lwiw selbst verpflegt.

Kritik an lokalen Behörden durch Ordensleute

„Manchmal haben wir den Eindruck, dass die lokalen Behörden mehr am Krieg verdienen, als wirklich den Bedürftigen helfen zu wollen“, merkt Pater Stanislaw Pekala in seinem Bericht kritisch an. In Kremenchuk kümmern sich die Franziskaner um die Armen und Obdachlosen.

Seit Kriegsbeginn helfen sie dort zweimal wöchentlich 40 Menschen und haben bereits 500 Lebensmittelpakete an Bedürftige der Stadt verteilt. In einem kürzlich angekauften Gebäude sollen Speisesäle, Küchen und ein Nachtquartier eingerichtet werden. Probleme, Lebensmittel zu bekommen, gebe es derzeit nicht. Aber die Inflation steige und lasse die Preise dafür wachsen.

Große Spendenbereitschaft vorhanden

Das größte Problem ist der Kraftstoff für Autos. Das Tanken war bis Ende April auf 20 Liter pro Fahrzeug begrenzt. Momentan ist jedoch an vielen Tankstellen kein Benzin erhältlich, obwohl die einzelne Ration auf 10 Liter pro Fahrzeug herabgesetzt wurde. Die Spendenbereitschaft für die Hilfe der Ukraine ist auch in unserer Region hoch. Auf das Spendenkonto des Klosters St. Felix sind 31.670 Euro überwiesen worden.

„Alle fünf Klöster unserer Krakauer Delegation in Deutschland haben insgesamt 80.000 Euro gesammelt und den ukrainischen Klöstern überwiesen“, freute sich Pater Stanislaus.

Hintergrund zu Franziskaner Minoriten

Die Ordensprovinz der Franziskaner Minoriten im polnischen Krakau, zu der auch die Patres im Kloster St. Felix gehören, betreibt auch in der Ukraine Seelsorge. Im letzten Jahr wurde dort die bisherige ukrainische Delegation in eine franziskanische Kustodie mit dem Titel des Heiligen Kreuzes erhoben. Eine Kustodie im Franziskanerorden ist eine Regionalorganisationseinheit unterhalb einer Ordensprovinz. 17 Mitbrüder (davon sechs aus Polen) betreuen dort fünf Klöster in Kremenchuk, Boryspil, Mackowce, Bolszowce und Lwiw.

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