Ausverkaufte Vorstellung: Publikum fiebern mit „Leiden des jungen Werther“

Anzeige

Weiden. Als der Schuss fällt, wird es im Zuschauerraum so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Der junge Werther, dem man es so gegönnt hätte, dass er seine Lotte vielleicht doch noch kriegt, hat sich das Leben genommen – so wie Johann Wolfgang von Goethe es vor fast 250 Jahren geschrieben hat. Albert, Werthers Nebenbuhler und der rechtmäßige Verlobte von Lotte, erzählt von den letzten Minuten in Werthers Leben: „Handwerker trugen ihn. Kein Geistlicher hat ihn begleitet.“

Die Leiden des jungen Werther. Julian Struck, Doris Hofmann, David Endress Regionalbib Weiden

Das Stück „Die Leiden des jungen Werther“, das derzeit in der Regionalbibliothek aufgeführt wird, kommt beim Publikum gut an. Bild: Jochen Schwab/LTO

„Die Leiden des jungen Werther“ beschreiben in der Inszenierung von Jona Manow eine komplizierte Liebesgeschichte zwischen drei jungen Leuten, die sich und ihren Platz in der Welt zu finden versuchen. David Endress als charmanter Protagonist Werther verbindet dabei gekonnt die Originaltexte Goethes mit dem ihm eigenen modernen Gesprächsfluss. Mit einem einfachen Herumschieben der Kisten im minimalistischen Bühnenbild (Ausstattung: Katharina Claudia Dobner) arrangiert er Schauplatzwechsel und baut Transportmittel, Häuser, ganze Szenerien. Dass etwas so Schönes wie die Liebe als so furchtbar empfunden werden kann, nimmt man Endress ab, der zunächst mit Galgenhumor und dann mit zunehmender Verzweiflung versucht, seinen Emotionen Herr zu werden.

Zwischen Liebe und Eifersucht

Doris Hofmann und Julian Struck, beide feste Schauspieler am Landestheater Oberpfalz, ergänzen das Bild, das Werther von der Situation zeichnet: Hofmann als Lotte versucht noch, ihre pflichtschuldige Liebe zu Albert mit der aufkeimenden Leidenschaft für den empfindsamen Werther zu vereinen, scheitert aber an der Unmöglichkeit dieser Liebe und muss zusehen, wie ihr die Situation zunehmend aus der Hand gleitet.

Albert hingegen kann seine Eifersucht und sein Unbehagen darüber, seine Verlobte möglicherweise teilen zu müssen, kaum verbergen. In einem Vortrag über die „romantische Liebe“ verliert er vollends die Beherrschung und zeigt, dass der Verstand und die Vernunft gegen das übermächtige Gefühl chancenlos sind – was ihm jeder bestätigen kann, der schon einmal unglücklich und unerwidert geliebt hat.

Vorstellung verpasst? Das sind die Spieltermine!
„Die Leiden des jungen Werther“ ist noch am 2., 3., 9., und 10. Februar in der Regionalbibliothek Weiden zu sehen. Hier gibt’s die Infos zum Kartenvorverkauf. 

Schlagworte:

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.