16. PartnerCircle: Unternehmensethik im digitalen Zeitalter

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Weiden. Macht Markt Moral? Nein. Aber ohne Moral würden Märkte nicht funktionieren. Das gilt auch im digitalen Zeitalter. Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Philosoph und Kulturstaatsminister a.D., plädierte beim 16. PartnerCircle der OTH Amberg-Weiden am Campus Weiden für eine humane, digitale Ökonomie. Thema des Gastvortrags: Unternehmensethik im digitalen Zeitalter.

83 PartnerCircle 2019 OTH Amberg Weiden

Prof. Dr. Lisa Marie Schöttl, Präsidentin Prof. Dr. Andrea Klug, Prof. Dr. Bernt Mayer und Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin Bild: Alexander Seidl/OTH Amberg-Weiden

Wer nur sich und das eigene Wohl im Blick hat, bleibt einsam. Das gilt für Menschen, und im übertragenen Sinne für Unternehmen und ganze Volkswirtschaften. Ökonomischer Erfolg, so Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, beruhe nicht ausschließlich auf Eigeninteresse und ständiger Optimierung. Wem man nicht vertraut, dem kauft man auch nichts ab. Das Funktionieren von Märkten setzt eine verlässliche Kommunikation aller Partner voraus. Ein Ansatz für eine humane Ökonomie?

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Politische Diskussion im Netz

Was bedeutet das im Zeitalter der Digitalisierung? Der Blick auf die Geschäftsmodelle von Facebook, Google und Co. stimmt pessimistisch. Die Menschen nutzen die nur scheinbar kostenlosen Services und bezahlen dafür mit ihren Daten, aus denen Social-Media-Plattformen ein Riesengeschäft machen. Das schränke, so Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, die informationelle Selbstbestimmung ein, also das Recht des Einzelnen über die Verwendung und Preisgabe personenbezogener Daten selbst zu entscheiden.

Geradezu demokratiegefährdend sei die Entwicklung der politischen Diskussionskultur in den Sozialen Medien: Die Menschen bewegen sich nur noch in ihren Filterblasen, die das eigene Weltbild permanent bestätigen – widersprechende Meinungen blendet der Algorithmus aus.

Digital statt Moral

Also digital statt Moral? Nein. Eine Technologie ist nicht per se gut oder schlecht – Digitalisierung ist, was man daraus macht. Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin warb dafür, die digitale Transformation mit Augenmaß zu gestalten. Der EU als größten Wirtschaftsraum der Welt käme dabei eine Schlüsselrolle zu, zum Beispiel bei der informationellen Selbstbestimmung. Das könnte dann ein Ansatz für eine humane, digitale Ökonomie sein.

Ein Jubiläum – und drei neue Partner

Prof. Dr. Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden, freute sich, Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin im 25. Jubiläumsjahr der Hochschule begrüßen zu dürfen. „Das Thema Unternehmensethik hat bei uns einen festen Platz. In unserem Institut für Nachhaltigkeit in Technik und Wirtschaft setzen sich Studierende mit ethischen Fragen und nachhaltiger Entwicklung auseinander. Dabei können sie ein Zertifikat erwerben, mit dem sie eventuell sogar ihre Karrierechancen steigern. Denn immer mehr Unternehmen verankern Nachhaltigkeit in ihrer Geschäftsstrategie.“

Nachhaltigkeit und Unternehmensethik

Auch Prof. Dr. Bernt Mayer, Dekan der Fakultät Betriebswirtschaft, betonte: „‘Nachhaltigkeit und Unternehmensethik‘ gehört neben Künstlicher Intelligenz, Digitalem Unternehmertum und Angewandter Wirtschaftspsychologie zu den vier großen Kompetenzfeldern unserer Fakultät. Damit bieten wir den Studierenden eine innovative, zukunftsorientierte Ausbildung mit hervorragenden Karrierechancen.“

Bei diesen Aufgaben wird die OTH Amberg-Weiden von drei neuen Partnern unterstützt: die Telepaxx Medical Data GmbH, die Krones AG und die BAM GmbH sind in den PartnerCircle aufgenommen worden. Damit ist der exklusive Kreis auf 31 Wirtschaftsunternehmen angewachsen.

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