KoKi: Der Ansprechpartner für Eltern und Kleinkinder

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Weiden. Zur bereits 5. Nordoberpfälzer Kinderschutzkonferenz hatten die drei KoKis (Koordinierungsstelle frühe Kindheit) der Stadt Weiden, des Landkreises Neustadt/Waldnaab und des Landkreises Tirschenreuth in den Bürgersaal Am Stockerhutpark in Weiden eingeladen. Die KoKis sind eine Anlaufstelle für alle Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und die ersten drei Lebensjahre des Kindes.

Kinderschutzkonferenz

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Sabine Frischholz, Leiterin der Sozialen Dienste des SJA Weiden, die sich bei den Mitarbeitern der Nordoberpfälzer KoKis für die Organisation dieses Runden Tisches bedankte. Es sei in den vergangenen Jahren ein gut funktionierendes Netzwerk bei den frühen Hilfen entstanden, was letztlich auch den betreffenden Familien zu Gute kommt.

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Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Qualitätsentwicklung im präventiven Kinderschutz – aktueller Stand und Perspektiven“ und hatte das Ziel, die Fachstellen der Jugend- und Gesundheitshilfe im Netzwerk frühe Kindheit über die neuen Entwicklungen im präventiven Kinderschutz zu informieren. Daneben sollte weiterhin daran gearbeitet werden, den Austausch der Fachstellen zu fördern und das Zusammenwirken der Netzwerkteilnehmer weiterhin zu verbessern. Es wurde betont, wie wichtig es ist, voneinander zu wissen um stets eine möglichst passgenaue Hilfe anbieten zu können.

Hilfe zur Selbsthilfe

Wie das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) festgestellt hat, leben in Deutschland, 500.000 Kinder im Alter von 0 – 3 Jahren, deren Familien Bedarf an Frühen Hilfen haben. Dabei ist der Nutzen umso größer und die Kosten umso niedriger, je früher die Unterstützung einsetzt. Der Ausbau von familienorientierten Kontakt- und Vermittlungsangeboten sollte deshalb weiter vorangetrieben werden. Ziel ist hierbei stets das Selbsthilfepotential der Eltern zu fördern. Allerdings ist das Helfersystem für Betroffene oft undurchsichtig, deshalb sollte es genug Information hierüber geben und ein entsprechendes Lotsensystem sollte die Familien zu den angebotenen Hilfen führen.

Entscheidend ist grundsätzlich auch für das Helfersystem einen frühen Zugang zu Familien zu bekommen, damit möglichst frühzeitig geeignete Angebote und Hilfen installiert werden können, bevor die Probleme zu groß werden. Dieser Zugang wird z.B. durch die Willkommensbriefe und Willkommenspäckchen für die Neugeborenen geschaffen, oder auch durch die Willkommensbesuche in den Kliniken.

Anlaufstellen für Eltern in allen Landkreisen

Weiterhin können die Eltern verschiedene Vortragsreihen besuchen, z.B. „Kindergesundheit“ oder sie lernen die KoKi-Mitarbeiter bei einer Babybegrüßung in ihrem Ort kennen. Im Landkreis Tirschenreuth gibt es in jedem Ort einen KoKi-Ansprechpartner, bzw. Familienbeauftragten, der für Eltern Ansprechpartner vor Ort ist und auf Wunsch zur Koki vermittelt. In Weiden wird in regelmäßigen Abständen ein Frühstück für Familien mit Kindern bis zum 3. Lebensjahr angeboten und im Landkreis Neustadt bekommt inzwischen jedes Baby den „NEW“ Storch zur Begrüßung zugeschickt.

Je nach Region gibt es verschiedene Angebote und Möglichkeiten, entscheidend ist dass die Eltern die KoKi als Anlaufstelle kennen und wissen, dass sie sich bei Bedarf jederzeit an diese Koordinierungsstelle wenden können.

Als Beispiel für den Ausbau verbindlicher Strukturen stellte Frau Frister vom Klinikum Weiden die Aufgaben der Kinderschutzgruppe in der Kinderklinik vor. Frau Träger von der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Weiden berichtete von verschiedenen Kooperationen, wie z.B. mit der Beratungsstelle für seelische Gesundheit und dem Bezirkskrankenhaus Wöllershof.

Zusammenwirken aller Stellen für den Schutz der Kinder

Wichtig für den präventiven Kinderschutz ist das Zusammenwirken aller Fachstellen der Kinder- und Jugendhilfen, wobei der Ausbau der interdisziplinären Zusammenarbeit im Mittelpunkt steht. Besonders die Ärzte haben hier eine wichtige Funktion inne. Oft ist der Hausarzt, Gynäkologe oder Kinderarzt die 1. Anlaufstelle für Eltern, und kann dadurch auch ein guter Lotse zu den Frühen Hilfen sein. Die Gynäkologen können zur Information der Eltern ein entsprechendes Blatt dem Mutterpass beilegen, auch ein Aufkleber im U-Heft kann Mütter und Väter auf die Koki hinweisen.

Ziel sollte sein, dass möglichst kein Kind durchs Netz fällt, sondern ein Zugang zum Hilfesystem für alle Eltern, die dies wünschen, ermöglicht wird.

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