Alles neu: Lebensmittelmarkt, Straßenname und Mini-Baugebiet

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Vohenstrauß. Der frühere „Top“, der Edeka-Markt zwischen den Städten, der vor Jahrzehnten auch das legendäre Restaurant „Tuli“ beherbergte, weicht einem Neubau. Dafür hat der Stadtrat am Donnerstag den Weg frei gemacht.

Von Gabi Eichl

Der neue Lebensmittel-Vollsortimenter, so die etwas sperrige, aber korrekte Bezeichnung für einen Marken-Supermarkt, wird den Plänen zufolge eine etwas kleinere Verkaufsfläche haben als bisher. Bisher waren es um die 2.200 Quadratmeter, neu sind etwa 2.000 Quadratmeter geplant. Im Moment ist der Verkauf ausgelagert in die kleine Filiale des einstigen „Comet“ am anderen Ende der Stadt.

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Abriss für das E-Center in der Altenstadter Straße: In seiner Sitzung machte der Stadtrat den Weg frei für den Neubau. Bild: Gabi Eichl

In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat nach einer Behandlung der Äußerungen öffentlicher Stellen den Bebauungsplan für das „Sondergebiet Lebensmittelmarkt Altenstadter Straße/Lagerhausstraße“ auf den Weg gebracht. Bürger hatten sich während der Auslegungsfrist des Entwurfs nicht geäußert. Von den Trägern öffentlicher Belange fordert zum Beispiel das Bayernwerk, dass seine Anlagen – Leitungen, Zufahrten – auf dem Grundstück berücksichtigt werden. Laut Bürgermeister Andreas Wutzlhofer habe der Bauherr das bereits mit dem Bayernwerk geregelt. Der Bebauungsplan hat ab sofort Rechtskraft.

Strom für etwa 50 Häuser?

Bernhard Kleber (Freie Wähler) sagt, er finde es begrüßenswert, wenn der Bauherr eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installieren würde. Denn bei der großen Dachfläche könnten gut und gern 50 Häuser mit Strom versorgt werden. Wutzlhofer versprach, man werde das an den Bauherrn weitergeben. Die Frage sei nur, ob die Statik des Daches dafür ausgelegt sei. Auch auf die Turnhalle könne zum Beispiel aus statischen Gründen keine PV-Anlage gebaut werden.

Mini-Baugebiet in Altenstadt

Noch ganz am Anfang des verwaltungsrechtlichen Prozederes steht der Bebauungsplan für ein Mini-Baugebiet namens „An der Retz“ im Ortsteil Altenstadt mit drei bis maximal vier Bauplätzen, gelegen an der Retzstraße am nördlichen Ortsrand von Altenstadt in Richtung Fiedlbühl. Die Stadt wartet den Worten Wutzlhofers zufolge seit September vergangenen Jahres auf eine Antwort des Landratsamtes auf ihre Voranfrage. „Und sie würde wohl immer noch warten, wenn ich nicht selbst nach Neustadt gefahren wäre“, sagte der Bürgermeister.

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Drei bis maximal vier Bauplätze entstehen in einem kleinen Baugebiet an der Retzstraße.

Im Gespräch mit dem Landrat und dem Baujuristen des Landkreises seien verschiedene Lösungsmöglichkeiten besprochen worden, die auch soweit gingen, die Stadt möge gegen einen ablehnenden Bescheid der Aufsichtsbehörde klagen oder das Vorhaben einfach fallen lassen. Die Lösung, die der Stadtrat einstimmig billigte, lautet: Die Stadt regelt das Projekt im Rahmen ihrer eigenen Bauleitplanung. Das umfasst die Aufstellung eines Bebauungsplans und die Änderung des Flächennutzungsplans mit allen verwaltungsrechtlichen Schritten.

Stadt tritt ZENO GmbH bei

Seit 2015 geht die Stadt mit dem Interesse an einer Mitgliedschaft bei der ZukunftsEnergieNordOberpfalz GmbH (ZENO) schwanger. Fünf Jahre später erfolgt nun die Bitte um Aufnahme in die Gesellschaft mit dem gleichzeitigen Anspruch, auch den noch freien Sitz im Aufsichtsrat besetzen zu dürfen. Die Mitgliedschaft kostet 5.000 Euro. Weitere Gesellschafter sind aktuell die Gemeinden Eslarn, Krummennaab, Leuchtenberg, Störnstein, Tännesberg und Püchersreuth sowie die jeweiligen Kommunalbetriebe von Floß, Flossenbürg und Weiden.

Neue Straße „Am Festplatz“

Durch den Neubau einer Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin und Innere Medizin in der Nähe der Stadthalle entsteht die Notwendigkeit, der Gemeindeverbindungsstraße, die bisher nur „VOH 62“ hieß, einen Namen zu geben. Der Stadtrat entschied sich einmütig für „Am Festplatz“.

Neue Kommandanten

Eine Formsache ist die Bestätigung der neuen Kommandanten der Waldauer Feuerwehr. Nach dem Rücktritt ihrer Vorgänger stehen seit der Wahl Anfang Januar Benjamin Janker und Konrad Schatz an der Spitze der aktiven Feuerwehrleute im Ortsteil. Janker war bisher schon stellvertretender Kommandant. 

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Aus der Gemeindeverbindungsstraße „VOH 62“ wird neu die Straße „Am Festplatz“, eine Erinnerung an den nicht mehr als solchen genutzten früheren Volksfestplatz.

Waldzustandsbericht im April

Ulrike Kießling (Freie Wähler) erkundigt sich nach der Beantwortung einer Anfrage ihres Kollegen Josef Haberkorn (CSU) vor einigen Monaten. Denn Haberkorn hatte damals um Auskunft über den aktuellen Zustand der gemeindeeigenen Wälder gebeten – auch vor dem Hintergrund des heißen Sommers. Dieser Bericht soll nun in der April-Sitzung des Stadtrates folgen.

Alfons Raab (CSU) erkundigt sich nach den Neubauplänen des Netto-Marktes: „Tut sich nix?“ Wutzlhofer antwortet, dass der Discounter, eine Edeka-Tochter, nur auf die Baugenehmigung warte. Aber sobald diese vorliege, werde das bestehende Gebäude abgerissen.

Bilder: Gabi Eichl

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Ein Kommentar

  1. Oliver B. schreibt:

    Herr Kleber und wer bezahlt die Anlage auf dem Dach ??? , damit ca 50 Häuser Strom bekommen.

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