Vor 55 Jahren: Schulhauseinweihung in Döllnitz

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Döllnitz. Unter Bürgermeister Adolf Rieder wurde 1961 in der damaligen Gemeinde Döllnitz der Plan für ein neues Schulhaus abgesegnet, das mittlerweile dritte im Dorf. 

Von Sieglinde Schärtl

wahrscheinlich das letzte Foto (Februar 1965) im alten Schulhaus bevor der Umzug ins neue Schulgebäude stattfand.

Einweihungsfeier des dritten und letzten Schulhauses in Döllnitz mit Architekt Hugo Steininger (Dritter von rechts) im Spätherbst 1965

1961 segnete der Bürgermeister und seine Gemeinderäte den ersten Plan  für das Schulhaus ab, worauf 1964 ein Tekturplan folgte und 1965 schließlich die Einweihung erfolgte, welche im Schulhaus stattgefunden hat. Den Plan hatte damals Architekt Hugo Steininger  entworfen und vorgestellt. Nach diesem Plan wurde ein Schulhaus mit drei Klassenzimmern, einer Schulküche, einer offen Turnhalle mit Umkleideräumen und ein Lehrerwohnhaus gebaut. Lehrer Peter Anzer war der erste Lehrer der mit seiner Familie in das neue Lehrerwohnhaus einziehen konnte. Insgesamt betrug die Bauzeit für das Schulgebäude vier Jahre.

Vom Schulhaus zum Antiquitätengeschäft

Nach nur wenigen Jahren Lehrbetrieb musste das Schulhaus jedoch wieder schließen, woraufhin die Schüler nach Leuchtenberg und Vohenstrauß in die Grund- und Hauptschule (heute Mittelschule) gingen. Das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) Irchenrieth mietete das Döllnitzer Schulhaus anschließend für einige Jahre. Danach kaufte die Familie Schösser das ganze Grundstück und richteten sich dort ihr Antiquitätengeschäft ein und nahmen das ehemalige Lehrerwohnhaus als ihr Wohnhaus.

Das letzte Schulhaus in Döllnitz, dass in Privatbesitz ist und einen Antiquitätenhandel beinhaltet.

Das letzte Schulhaus in Döllnitz, dass in Privatbesitz ist und einen Antiquitätenhandel beinhaltet.

Ehemaliges Schulhaus dient als Vereinsheim

Das allererste Schulhaus in Döllnitz, so der Eintrag von 1840 vom Staatsarchiv Amberg: „ Ehemaliges Schulhaus und Mesnerhaus, Wohnhaus, Stadl, Stall und Schulgarten seit undenklichen Zeiten Schule,“ ist unmittelbar neben der Kirche und ging 1878 in Privatbesitz über. 1927 fasste man den Beschluss das Schulhaus zu erweitern, da  aus den 80 Schülern in naher Zukunft 100 werden sollten und das Schulhaus dafür mehr Platz brauchte. Heute wird es als Vereinsheim für die Schützen, Feuerwehr, Soldaten- und Reservistenkameradschaft und Frauengruppe, sowie als Feuerwehrhaus genutzt.

erste, zweite und dritte Klasse im Februar 1961

Die erste, zweite und dritte Klasse, die Unterklasse (Februar 1961) mit der damaligen Lehrerin Ingrid Merkl (links stehend) im alten Schulhaus, heute Schützenheim

Der Ausbau des zweiten Schulhauses

So wurde im Sommer 1927 einstimmig beschlossen, an dem am Schulhaus anliegenden Schulstadel einen 2. Lehrsaal im 1. Stock auszubauen. Bezirksbaumeister Windschiegl Vohenstrauß lieferte die Pläne und Baumeister Donat Ach von Vohenstrauß begann mit dem Umbau. Auch am bisherigen Lehrsaal, wie überhaupt im ganzen übrigen Schulhaus, wurden verschiedene Umbauten und Änderungen vorgenommen, denn es war auch eine neue Wohnung für die 2. Lehrperson nötig. 1928 wurde das Zweite Schulhaus in Döllnitz erweitert und eingeweiht.

Lobende Worte vom Bürgermeister

Nach Fertigstellung des 2. Schulsaales im Oktober 1928 fand Schmied lobende Worte an die Gemeinde, Bezirksamt und Regierung, die sich für sie Schulsache so bereitwillig eingesetzt hat. Er richtete noch einen Appel an die neue Lehrkraft zu treuem festen Zusammenarbeiten. Bei der Einweihungsfeier sprach Babette Gieler von Tanzmühle am Eingang des Hauses recht klar und mutig ein sinnvolles Weihegedicht und Bürgermeister Gieler hieß zuvor die Festgäste willkommen. Den Weiheakt hat Katechet Expositus Hofmann vorgenommen und stellte „in feinen Linien das Verhältnis von Elternhaus, Schule und Kirche heraus und dabei den hohen Wert der Schule.“

sechste, siebte und achte Klasse Februar 1965

Die sechste, siebte und achte Klasse, die Oberklasse, der Volksschule Döllnitz mit Lehrer und Schulleiter Peter Anzer (rechts stehend), wahrscheinlich das letzte Foto im alten Schulhaus.

Ein Auszug aus den Rezeptheft der damaligen Köchin:

Leberknödel Schulhaus – 70 Personen

4 Pfund Butter nur schaumig rühren, nicht zergehen, 40 Eier, 4-5 Pfund Leber, so 4-6 Pfund Semmelbrösel, würzen mit in Butter gedünstete Petersilie und Zwiebel, Salz, Pfeffer, Piment, Muskatnuß, Majoran ein paar Suppenwürfel auflösen und dazu leichten Teig bereiten, bis zum Einlegen kühl stellen, in zwei Töpfe einlegen, kurz aufkochen, zugedeckt abstellen. Die Suppe mit Porree-Petersilie, 6 gelbe Rüben und 5 Tomaten kochen mit Salz und Suppenwürfel abschmecken und Maggi, Meerrettich: Semmelbrösel mit süssen Rahm oder Dosenmilch einweichen mit Apfel mischen, Salz, Zucker, Zitronen oder Essig abschmecken, viel Meerrettich

Semmelknödel: Schulhaus-70 Personen

30 kleine Semmeln geschnitten mit gut lauwarmer Milch einweichen, 2 Pfund Butter in Sahne gerührt, 30-40 Eier, Salz, kleingehackte Petersilie- werden 180 -200 Stück- wenn zu weich, kann man mit Semmelbrösel nachhelfen.“

Rehbraten

Das zerstückelte Reh enthäuten, mit Mischung von Salz, Pfeffer, gem. Nelken, zertrückte Wachholderbeeren, Lorbeerblätter, Zwiebeln, „Allerei Fleischgewürz“ und Zitronen fest einreiben, in Lösung von Essig und Wasser legen, wenn nicht noch Zeit zum Einlegen, dann mit Zitronensaft beträufeln oder auch einreiben, mit der Mischung in Pfannen legen, mit Speckscheiben belegen, und mit Butter braten, wenn braun, dann mit saueren Rahm und Essiglösung aufgießen, welche heiß gehalten wird, nachgießen, bis Fleisch weich ist. Dann herausnehmen, die Soße in einen Topf gießen, dazugießen, dass genug ist, aufkochen lassen, dann 5-6 Eßöffel und 4-5 Würfel Jägersoße in Wasser einrühren in die Soße, aufkochen, wenn noch Rahm da ist noch dazu und mit sauerem Rotwein verfeinern.

Ein Auszug aus dem Rezeptbuch für das Festessen zur Schulhauseinweihung für 70 Festgäste.

Ein Auszug aus dem Rezeptbuch für das Festessen zur Schulhauseinweihung für 70 Festgäste.

Bilder: Sieglinde Schärtl

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