Flaschenwurf in Asylbewerberheim – Tatverdächtiger gefasst

Hirschau. Wie bereits mehrfach berichtet, wurde am 7. Februar, eine mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllte Flasche durch ein Fenster im ersten Obergeschoss eines Asylbewerberheimes geworfen. In dem Zimmer, in dem das Wurfgeschoss zum Liegen kam, befand sich ein Bewohner, der jedoch nicht verletzt wurde. Auch kam es zu keinem weiteren Sachschaden. Die Kripo Amberg hat nun einen dringend Tatverdächtigen ermittelt, gegen den mittlerweile Haftbefehl erlassen wurde.   

Noch in der Tatnacht übernahm die Kriminalpolizeiinspektion Amberg die Ermittlungen und gründete bereits in den Vormittagsstunden die bis zu 15 -köpfige Ermittlungsgruppe: „07.02.“ Die seit diesem Zeitpunkt äußerst intensiv geführten Ermittlungen führten nun zum Erfolg. Am 17. Februar nahmen die Ermittler einen dringend Tatverdächtigen fest, gegen den mittlerweile Untersuchungs-Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen wurde.

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Die eingeworfene Fensterscheibe

Bei ihren Recherchen erhielten die Beamten Hinweise, dass möglicherweise Anwohner der Asylbewerberunterkunft in der Vergangenheit Probleme mit Asylbewerbern gehabt haben könnten – es folgten teils mehrfache Befragungen.

In den Aussagen eines Familienvaters (25) zeigten sich dann bald erste kleinere Widersprüche und zuerst noch unklare, geringfügige Auffälligkeiten, die die Ermittlungsgruppe zu näheren Nachforschungen veranlasste. Die gewonnenen Erkenntnisse verdichteten sich im Laufe der Zeit immer mehr zu einer Verdachtslage, sodass schließlich ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt werden konnte.

Durchsuchung führt zum Erfolg

Bei der Durchsuchung am 17. Februar wurden weitere starke Indizien gefunden, die den Verdacht erhärteten. Insbesondere konnte weitgehend nachvollzogen werden, wie die Flasche, die mit einer brennbaren Flüssigkeit, ein sogenannter Molotowcocktail, hergestellt worden war. Noch während der stundenlange Vernehmung des Mannes, kamen aus dem Labor des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Erlangen/Nürnberg erste klaren Spurenergebnisse.

Daraufhin legte der Beschuldigte nach anfänglichem Leugnen ein umfangreiches, weitgehendes Geständnis ab. Als Motiv nannte er, sich schon seit längerer Zeit über die Unterkunftsbewohner geärgert zu haben und dass er diesem Ärger lediglich Luft machen wollte. Die Absicht einen Brand zu legen, oder gar zu Töten bestritt er allerdings.

Diesen Beteuerungen schenkte der Ermittlungsrichter allerdings keinen Glaube – gegen den Mann wurde Untersuchungs-Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen.

Im Rahmen seiner Vernehmung machte der Mann eine Vielzahl von Angaben, auch zu seiner Entlastung, die von den Beamten der Ermittlungsgruppe noch überprüft werden. Unter anderem wird geprüft, inwieweit der Täter versucht hat, den Inhalt der Flasche anzuzünden.

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