Need NO Speed – regionale Präventionsstelle erschaffen

Weiden. „Menschen mit einer neuen Idee gelten solange als Spinner, bis sich ihre Idee durchsetzt“. Mit diesem Zitat von Mark Twain eröffnete Kriminaloberrat Thomas Bauer, Mitbegründer von Need NO Speed, eine Fachbesprechung zu der sich hochkarätige Persönlichkeiten in den Räumen der OTH Amberg-Weiden am 30. Juli 2015 trafen.

Bei einem gemeinsamen Gespräch erläuterten die Verantwortlichen von Need NO Speed ihre Pläne zu einer gemeinsamen Präventionsstelle. Von links:Thomas Bauer (Need NO Speed)Sabine Märtin (Pastpräsidentin Lions Goldene Strasse)Matthias Fack (1. Präsident Bayer. Jugendring)Gerhard Krones (Need NO Speed)Theresa Sowa (Need NO Speed)Dr. Georg Walzel (Bayer. Gesundheitsministerium) Foto: Polizei Weiden
Bei einem gemeinsamen Gespräch erläuterten die Verantwortlichen von Need NO Speed ihre Pläne zu einer gemeinsamen Präventionsstelle. Von links:Thomas Bauer (Need NO Speed)Sabine Märtin (Pastpräsidentin Lions Goldene Strasse)Matthias Fack (1. Präsident Bayer. Jugendring)Gerhard Krones (Need NO Speed)Theresa Sowa (Need NO Speed)Dr. Georg Walzel (Bayer. Gesundheitsministerium) Foto: Polizei Weiden

Zielsetzung, dieser von Need NO Speed initiierten Besprechung, war die Idee einer bisher in dieser Art einmaligen und neuen Präventionsstelle für die Region. Gerhard Krones von der Organisation Need NO Speed wies einführend darauf hin, dass die Crystal-Welle nicht nur in unserer grenznahen Region weiter andauert und dass für die Betroffenen und deren Familien eine spezifische, auf Crystal abgestimmte, Präventionsarbeit erforderlich ist. Krones machte aber auch deutlich, dass das derzeitige Präventionsangebot gebündelt und wissenschaftlich begleitet werden müsse.

Crystal-Meth-Missbrauch kein rein kommunales Problem

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß wies darauf hin, dass das Crystal-Problem kein kommunales, sondern ein weitläufigeres Problem sei. Diese Ansicht bekräftigte Landrat Wolfgang Lippert (Tirschenreuth) und legte dar, dass Crystal ein grenzüberschreitendes und überregionales Problem geworden ist, dennoch aber auch in den Landkreisen Handlungsbedarf besteht.

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Landrat Andreas Meier (Neustadt/WN) bestätigte die Auffassung seiner Amtskollegen. Er bat zu berücksichtigen, dass mit der Schaffung einer neuen Präventionseinrichtung keine künftigen Kosten auf die Kreise oder Kommunen abgewälzt werden dürfen, auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt. Lothar Höher erklärte, dass der Bezirk aufgrund der Entwicklungen im Suchtbereich bewusst die Suchtberatung im Raum Weiden durch eine zusätzliche Stelle verstärkt hat und sagte zu, die neue Präventionsstelle ebenfalls zu unterstützen.

Gemeinsames Projekt mit dem Landestheater Oberpfalz

Theresa Sowa (Need NO Speed) berichtete über ein Projekt des Landestheaters Oberpfalz in Kooperation mit Need NO Speed. Bei dem Theater von Jugendlichen für Jugendliche unter dem Motto „Tausch den Rausch“, ging es darum, Rauscherfahrungen anders zu erleben und die Zuschauer mit künstlerischen Elementen zu allen Suchtmitteln aufzurütteln. Hilfe für Eltern und Angehörige von Crystal-Konsumenten war, laut Sabine Märtin, Pastpräsidentin Lions Goldene Strasse, ein weiteres Projekt, das Need NO Speed mit Unterstützung des Lions Club verwirklicht hatte.

Im Ergebnis waren sich alle Anwesenden einig darüber, dass die hervorragende Arbeit von Need NO Speed nun auf eine höhere Stufe gestellt werden muss und daher der Schritt zu einer regionalen Präventionsstelle notwendig ist. Dr. Georg Walzel, Referatsleiter für Suchtfragen im Bayerischen Gesundheitsministerium, war begeistert von der Vielfalt der bestehenden Teilprojekte und sagte die Prüfung einer möglichen Unterstützung im Rahmen einer Projektförderung durch das Ministerium für Gesundheit und Pflege zu.

Auf die Frage, ob die Zielsetzung der von Need NO Speed angestoßenen Gesprächsrunde erreicht wurde, äußerte Thomas Bauer:

Durch unser gemeinsames Auftreten konnte wir Herrn Dr. Georg Walzl davon überzeugen, dass unsere Idee der regionalen Projektstelle keine Spinnerei, sondern eine zwingende Konsequenz und durchdachte Idee ist. Die Möglichkeit einer Projektförderung ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, wichtig ist hier aber eine ausreichende personelle und finanzielle Ausstattung und natürlich die Mitarbeit von motivierten Menschen.

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