Rettungshundestaffel: Eine scharfe Nase und ein treues Herz

Kötzersdorf. Was die tapferen und treuen „Angestellten“ des Bayreuther „Fachdienstes Rettungshunde“ in ihren verantwortungsvollen „Beruf“ leisten und wie man überhaupt „Deutscher Roter Hund“ wird, darüber klärten stellvertretender Staffelleiter Ingo Porkert und Trainerin Caroline Popp rund 30 Tierfreunde auf.

Zu Recht stolz auf ihre tüchtigen vierbeinigen
Zu Recht stolz auf ihre tüchtigen vierbeinigen „Mitarbeiter“ sind Hundeführerin Caroline Popp, Vize-Rettungshundestaffelleiter Ingo Porkert und Staffelleiterin Ronja Rausch (von links). Foto: Bernhard Piegsa
Wie wird ein Schäferhund oder Border Collie Rettungshund - und wie sein Herrchen oder Frauchen Hundeführer oder Helfer bei der Rettungshundestaffel Bayreuth? Darüber informierten Vizestaffelleiter Ingo Porkert (stehend) und Ausbilderin Caroline Popp in Kötzersdorf auf Einladung des Hundefreundevereins ARZLV. Foto: Bernhard Piegsa
Wie wird ein Schäferhund oder Border Collie Rettungshund – und wie sein Herrchen oder Frauchen Hundeführer oder Helfer bei der Rettungshundestaffel Bayreuth? Darüber informierten Vizestaffelleiter Ingo Porkert (stehend) und Ausbilderin Caroline Popp in Kötzersdorf auf Einladung des Hundefreundevereins ARZLV. Foto: Bernhard Piegsa
Bernhard Piegsa
Bernhard Piegsa

Sie waren der Einladung des Allgemeinen Rassehundzüchter- und – liebhabervereins Oberpfalz (ARZLV) zum Vortrag im Gasthof Busch gefolgt waren.

Hohe Ansprüche an die Hunde

Üblicherweise, so Ingo Porkert, nehme man mindestens acht bis zehn Wochen und höchstens dreieinhalb Jahre alte lernwillige und menschenfreundliche Hunde zur Ausbildung an. Diese sollten mittelgroß oder groß sein, damit man sie auch in dichtem und hohem Gestrüpp im Wald gut im Blick behält. Unabdingbar sei natürlich eine gute Nase.

Die Ausbildung zum Rettungshund dauere zwei bis drei Jahre, wobei zwei oder drei Trainingstermine pro Woche üblich seien und werde mit einer Prüfung abgeschlossen. Die muss alle zwei Jahre wiederholt werden. Zehn bis 20 Einsätze pro Jahr seien die Regel bei der Bayreuther Staffel, die zusammen mit ihren zwölf ehrenamtlichen Hundeführern und Helfern rund um die Uhr dienstbereit ist.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Typische Einsatzfälle seien Pilzsucher oder Wanderer, die sich verlaufen hätten, oder nicht mehr auffindbare Personen, das betrifft vor allem Kinder oder demenzkranke Menschen. Auch nach Menschen in psychischen Ausnahmezuständen müsse man gelegentlich suchen.

Außer derartigen Flächensuchen kämen auch Trümmersuchen nach Gasexplosionen, Zugunglücken oder Erdbeben vor, merkte Porkert an. Spektakuläre Unglücksfälle sind aber im Vergleich mit den Personensuchen im nächsten Umfeld die große Ausnahme.

Wunderwerk Hundenase

Ein gut ausgebildeter Hund könne bei Sucheinsätzen in der Fläche rund 30 Mann ersetzen und mit seinen gut 200 Millionen Riechsinneszellen – 40-mal so viel wie beim Menschen – unter günstigen Bedingungen Gerüche über mehrere hundert Meter hinweg aufnehmen. So kann ein Hundeteam in 20 Minuten etwa 30.000 Quadratmeter abarbeiten.

Flächenhunde und Mantrailer

Im Wesentlichen unterscheide man zwischen Flächenhunden, die in kürzester Zeit eine große Fläche nach menschlichem Geruch absuchten, und Mantrailern, die eine genaue Spur dank einer Geruchsprobe der vermissten Person verfolgten.

Diese Geruchsprobe, bei der es sich beispielsweise um eine Brille, ein Hörgerät oder eine Haarbürste handeln kann, wird in einer Plastiktüte verwahrt, so dass der Mantrailer sie gut aufnehmen kann, präzisierte Caroline Popp: „Auf der Leistung der Mantrailer baut sich in der Regel der Sucheinsatz auf.“

Ein bisschen verrückt ist sogar ein Pluspunkt

So wichtig wie die Leistung ihrer Vierbeiner sind Geschick und Umsicht der Hundeführer, die in Bayreuth ebenfalls sorgfältig geschult werden. Sportlichkeit, Kameradschaftsgeist, Geduld und ein guter Draht zu den Hunden zählen zu den Schlüsselqualifikationen für diese Tätigkeit. „Ein bisschen verrückt darf man auch sein“, scherzte Ingo Porkert.

Auch Frauchen und Herrchen müssen fleißig lernen

Der angehende Hundeführer erhalte zunächst eine Grundausbildung in Fächern wie Erster Hilfe, Sanitäts- und Betreuungsdiensten sowie Information und Kommunikation. Ein fachspezifisches Programm mit Kursen über Kynologie („Hundewissenschaft“), Einsatztaktik, Karten- und Kompasslesen, fachdienst- und einsatzspezifische rechtliche und organisatorische Fragen und nicht zuletzt über „Erste Hilfe am Hund“ schließe sich an.

Auch als Helfer kann man aktiv dabei sein

Wer aktiv in der Staffel mitarbeiten wolle, könne dies auch ohne eigenen Hund als „Helfer im Hintergrund“ tun, erklärten die Referenten. Die Hundeführer begäben sich meist mit dem privaten Fahrzeug zum Einsatz und die Helfer brächten dann das Einsatzfahrzeug mit, das mit einen Zelt und Beleuchtung ausgestattet ist.

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