Kolumne Eric Frenzel: „Schneeradar“

Anzeige

Flossenbürg. Während die meisten von uns eher noch hoffe, dass es vor dem ersten Dezember kein bisschen schneit, sind Skisportler, wie Eric Frenzel auf die weiße Pracht angewiesen. Ohne Schnee kann nicht trainiert werden. In der Familie Frenzel hat sich bei der Suche nach Schnee ein richtiger Wettbewerb entwickelt. 

Von Eric FrenzelEric Frenzel Kolumne

„Philipp, Laura und ich liegen im Wohnzimmer vor dem Fernseher in Erwartung der Wettervorhersage; jeder von uns ist außerdem mit einem Laptop ausgestattet. Dann beginnt das Spiel: wer innerhalb von 15 Minuten den Ort in Europa identifiziert hat, der in den nächsten zwei Tagen die höchste Schneeerwartung ausweist, der ist Tagessieger im familiären Schneeradar-Spiel.

Das ist auch der Grund, warum unser ältester Sohn sämtliche Wetterportale verinnerlicht hat. Während andere Kinder in seinem Alter nur Kenntnis darüber haben, wie man im Computer Moorhühner abschießt, könnte man bei Philipp meinen, dass er sich auf einen späteren Leistungskurs „Meteorologie“ schon bestens vorbereitet hat. Wetter.com, wetter.de, wetteronline sind in diesen Tagen die meist besuchten Internetseiten innerhalb der Familie Frenzel.

Wir brauchen Schnee!

Jedes Spiel hat dabei aber einen ernsten Hintergrund. Auch wie in vorangegangenen Wintern haben wir in den Höhenlagen in Mitteleuropa derzeit so wenig Schnee, dass die Planungen des Deutschen Skiverbandes turbulent werden. Wir benötigen Schnee, um uns auf die Saison, die in gut drei Wochen beginnt, ordentlich vorzubereiten – Schnee, für die Loipen, um das Gefühl für den Laufstil zu entwickeln und Schnee für die Schanzen, damit diese präpariert und winterfest gemacht werden können. Gerade das letztere Anliegen ist das, was uns am meisten Kopfzerbrechen macht.

Über die Schanzenhügel werden Netzwerke ausgelegt, in denen sich der Schnee festsetzt und nicht abrutschen kann. Langsam und gleichmäßig baut sich dann am Schanzenhang der Schneebelag auf; während dieser Phase können die Schanzen natürlich nicht besprungen werden und sind für den Trainingsbetrieb gesperrt. Im Normalfall hat man im Alpenraum immer Regionen, in denen zu dieser Zeit Anfang November der Schneefall einsetzt. Unsere Mannschaft sucht dann in den Frühschneefall-Regionen die dann auch früh präparierten Schanzen auf, während andere Regionen entsprechend später aufgesucht werden.

Kein Schnee in Mitteleuropa

Gegenwärtig lässt der Schnee überall auf sich warten und das ist das Problem. Die Trainerstäbe beobachten das Wetter und müssen schnell Planungen entwickeln, Trainingsorte identifizieren, Hotels reservieren, Anreisen planen, Logistik entwickeln und dies mit entsprechenden Alternativen. Das Planungsfieber überträgt sich auch auf uns Athleten nebst Familien. Alle wollen wissen, wie es weitergeht bei diesem planerischen Blindflug.

Daher schauen wir kräftig mit und hoffen als Familie natürlich, dass sich die Rahmenbedingungen in Mitteleuropa schnellstens dahingehend wandeln, dass die Athleten in unseren Breiten trainieren können. Doch danach sieht es im Moment nicht aus. „Lillehammer in Norwegen“ schreit Philipp am Ende des heutigen Schneeradars und gibt damit offensichtlich vor, mit was wir uns in den nächsten Tagen beschäftigen werden.

Herzlichst Eric“Eins Energie Eric Frenzel

Schlagworte:

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.