Landkreissiedlungswerk zieht Bilanz

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Neustadt/WN. Im Rahmen einer Pressekonferenz zogen die drei Vorstände des Landkreissiedlungswerkes Landrat a. D. Simon Wittmann (Vorstandsvorsitzender), Landrat Andreas Meier und Bürgermeister Rupert Troppmann Bilanz über die Baumaßnahmen der letzten zehn Jahre des Landkreissiedlungswerkes Neustadt a.d. Waldnaab.

Von Bernhard KnauerLandkreissiedlungswerk Bilanz

Das Landkreissiedlungswerk Neustadt an der Waldnaab setzt jährlich erhebliche finanzielle Mittel für die Instandhaltung und Modernisierung seiner Mietobjekte ein. So sind 95 Prozent aller Wohnungen inzwischen mit einer Warmwasserzentralheizung versehen worden.

Energetische Sanierungen an den Gebäuden und an der Technik genießen in den Mittelbereitstellungen eine hohe Priorität. Viele Heizungen wurden erneuert und auf einem energietechnisch hohen Stand gebracht. Wo es sinnvoll erschien, wurden mehrere Gebäude an eine gemeinsame, neu erstellte Heizzentrale angeschlossen und werden über Nahwärme-Leitungen energetisch versorgt.

Paradebeispiel in Altenstadt/WN

Bei einigen Objekten wurden, soweit dies machbar war, aus energetischen Gründen mehrere Gebäude zusammengefasst, die von einer Heizzentrale über Nahwärmeleitungen thermisch versorgt werden, so in der Anton Wurzer Str. und Egerländer Str. in Altenstadt, sowie in der Galgengasse in Neustadt, hier alleine mit 52 Wohnungen. Die Brennstoffversorgung wurde in diesen Fällen von Öl auf Erdgas umgestellt.

Als Paradebeispiel aber gelten die Wagner Straße und Christian Kreuzer Str. in Altenstadt mit 97 Wohneinheiten, die von einer Biomasse Heizzentrale über ein Nahwärmesystem gemeinsam versorgt werden, unterstützt von einem Blockheizkraftwerk und einem Spitzenlastkessel. Die Umstellung der Befeuerung erfolgte hier von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien.

Weiterhin wurden im Zuge der energetischen Sanierungen sämtliche Fenster an den Mietobjekten Zug um Zug mit einer Wärmeschutzverglasung ausgestattet Die Außenwände wurden, soweit sie nicht sowieso schon aus hochwertigeren Baustoffen bestehen, zum großen Teil mit einer energieeffizienten Außenwanddämmung (WDVS) versehen. Wohnungen, die noch keine Balkone hatten, wurden mit dem Anbau von neuen Balkonen aufgewertet. Bäder wurden und werden saniert, weitere Modernisierungen und Badsanierungen schließen sich permanent gemäß den Vorgaben in den Jahressanierungsplänen an.

Barrierefreie und erollstuhlgerechte Wohneinheiten

Alle Erneuerungs- und Unterhaltsmaßnahmen werden im 5-Jahresplan jährlich festgelegt und fortgeschrieben. Nachdem sich die Genossenschaft im vorigen Jahrzehnt den Schwerpunkt auf energetische Sanierung und Modernisierung gesetzt hatte, wurden ab dem Jahr 2012 wieder die Erstellung von Neubauten ins Auge gefasst.

Ein erstes Objekt mit 17 Wohneinheiten in der Christian Kreuzer Str. 1 in Altenstadt, konnte im Jahr 2014 bezogen werden, sowie ein Gebäude mit 10 Wohnungen in der Ernst Kraus Str. 8 in Altenstadt im Jahr 2018 fertiggestellt werden. Sämtliche Wohnungen sind barrierefrei bzw. rollstuhlgerecht ausgeführt.

Einen Eckpfeiler der Finanzierung stellt eine öffentliche Förderung aus dem EOF Programm (Einkommens Orientierte Förderung) dar, die unter Mitwirkung der Regierung der Oberpfalz zustande kam. Mit der Erstellung von barrierefreiem Wohnraum im Rahmen dieser Förderung stellte sich das Landkreissiedlungswerk Neustadt a.d. Waldnaab als Vorreiter in der nördlichen Oberpfalz dar.

Dadurch kommen Familien mit Kindern, Alleinstehende mit wenig Einkommen, sowie behinderte Menschen in den Genuss einer barrierefreien, schönen Wohnung zum erschwinglichen Preis.

Mietkosten im unteren Bereich

Die Wohnungsgrößen werden zwischen 50 und 100 Quadratmeter als 2-Zimmer- bis 4-Zimmer-Wohnungen angeboten. Die Mietkosten pro m2 Wohnfläche sind aufgrund der hohen Fördermittel im unteren Bereich angesiedelt. Weitere Objekte dieser Art sind vom Landkreissiedlungswerk in den kommenden Jahren geplant bzw. werden verwirklicht. Hier ist zu bemerken, dass alle bereits erstellten einen Energie- Effizienzhausstandart KfW 55 aufweisen.

Eine thermische Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energieträgern ist auch in den weiteren geplanten Neubauobjekten so vorgesehen. In Windischeschenbach ist im März 2020 der Baubeginn für ein 12-Familienhaus vorgesehen, dieses wird ebenfalls barrierefrei ausgeführt, mit einer Förderung nach EOF.

Somit sind wiederum annehmbare Mietpreise garantiert. In Grafenwöhr ist ein barrierefreies Objekt mit 21 Wohnungen in Planung. Hier ist der Baubeginn für 2021 vorgesehen. Das Grundstück wurde mittlerweile angekauft. Dieses Objekt ist bei der Förderbehörde bereits vorangemeldet und wird noch im Jahr 2020 zur Genehmigung eingereicht werden.

14 Millionen in Sanierungen investiert

In einem weiteren Vorhaben ist eine barrierefreie Wohnanlage in Neustadt a.d. Waldnaab auf einem bereits im Eigentum unserer Gesellschaft befindlichen Grundstücks vorgesehen. Insgesamt hat die Genossenschaft in den letzten 10 Jahren annähernd 14 Millionen Euro in die Sanierungen ihrer Liegenschaften und in die Erstellung von neuen Objekten investiert. Weitere Investitionen mit mehreren Millionen Euro werden in die Objekte Windischeschenbach, sowie Grafenwöhr und Neustadt fließen.

Insgesamt werden vom Landkreissiedlungswerk 1.600 Wohnungen verwaltet, auch von Gesellschaften aus den Gemeinden Windischeschenbach und Neustadt. Landrat Andreas Meier betonte, dass nicht auf der grünen Wiese gebaut wird, sondern eine Nachverdichtung in den Orten stattfindet. Bürgermeister Troppmann lobte die große Kompetenz und tolle Wohnungsbaupolitik.

*Anmerkung der Redaktion: Die Zusammenkunft hat noch vor den Ereignissen um die Corona-Welle in der Nordoberpfalz stattgefunden. 

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