Kultur

Denkmal Mitterteich: Unscheinbar und doch majestätisch

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Mitterteich. 150 Jahre hat das Kriegerdenkmal in der Wiesauer Straße - Bärnwirtskreuz - schon auf dem Buckel.

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Ein flüchtiger Blick im Vorbeifahren oder -gehen verrät nicht, dass es sich hier um das erste Kriegerdenkmal in Mitterteich handelt. Bild: Werner Männer. 
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Ein flüchtiger Blick im Vorbeifahren oder -gehen verrät nicht, dass es sich hier um das erste Kriegerdenkmal in Mitterteich handelt. Bild: Werner Männer. 
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Das Bärnwirtskreuz steht inmitten der Anlage zum Gedenken an den Deutsch-Französichen Krieg aus dem Jahr 1871. Bild: Werner Männer. 

Viele Menschen und pausenloser Verkehr passieren täglich die Wiesauer Straße. Kaum jemand nimmt Notiz von der Anlage am Straßenrand, beim sogenannten Bärnwirtskreuz. Eine Trafostation, ein Glascontainer und eine Bushaltestelle waren die auffälligsten Merkmale an dieser Stelle. Das gusseiserne Kreuz und die majestätischen Bäume nimmt kaum jemand wahr - dabei ist genau dieser Bereich das älteste Kriegerdenkmal in der Stadt. Vor 150 Jahren wurde es errichtet. 

Bürgermeister Stefan Grillmeier hat inzwischen die Bedeutung dieser Anlage erkannt: Der Glascontainer ist entfernt und die Bushaltestelle ist renoviert und der Umgebung angepasst. Wie es dazu kam, dass diese Anlage entstand, bedarf eines Rückblicks in die Geschichte.

Friedenseichen als Erinnerung 

Am 10. Mai 1871, also vor 150 Jahren, fand der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages sein förmliches Ende. Er hatte im Juli 1870 mit der Kriegserklärung Frankreichs begonnen. Bereits wenige Wochen nach Kriegsbeginn, im September 1870, fand die vorentscheidende Schlacht von Sedan statt. 

In der Mitterteicher Chronik von Ludwig Hecht heißt es dazu: „Mit großer Begeisterung zogen die Bayern an der Seite der anderen deutschen Brüder gegen Westen, um hier die Rheinwacht zu bilden. 62 Mitterteicher zogen hinaus in Feindesland und sämtlichen war es vergönnt ihre Heimat wieder zu sehen. Zur Erinnerung an jene frohe Rückkehr und zum Gedächtnis an das geeinte und im Kriege erstarkte Deutschland pflanzte man beim Bärnwirtskreuz in der Wiesauer Straße zwei Friedenseichen, die wohl noch viele Geschlechter an 1871 und der damit verbundenen Ausrichtung des zweiten Deutschen Reiches erinnern werden.“ 

Heute gehörts zum Mitterteicher Stadtbild 

Dr. Bartholomäus Mayr geht noch ausführlicher auf die Geschichtsereignisse ein und schreibt in seiner Chronik: „… Aus dem Markte Mitterteich waren 62 Mann eingerückt, darunter mehrere Verheiratete. …. Von diesen 62 Mann, welche eingerückt und zum allergrößten Teil im Kampfe standen, kehrte nicht einer zurück als Krüppel. Es wurden zwar einige leicht verwundet. …. Es war von sämtlicher Mannschaft keiner im Kampfe gefallen, noch durch irgendeine Krankheit gestorben, so dass die Mannschaft wieder vollzählig nach Hause kam.“ Der Chronist beschreibt dann ausführlich die folgenden Feierlichkeiten über diese schadlos überstandenen Strapazen. 

Weiter heißt es in dieser Chronik: „…Um aber dieser Feierlichkeit ein bleibendes Denkmal zu setzen wurde von den Kriegern der ganze Magistrat eingeladen und unter Vortritt des Herrn Bürgermeisters Simon Meyer wurde an der Falkenberger Straße (heute Wiesauer Straße; Anmerkung der Redaktion) bei des Bärnwirtskreuz eine Friedenseiche gesetzt, wo nach beendigter Arbeit von sämtlichen Anwesenden unter Musikbegleitung die bayerische Nationalhymne und die 'Wacht am Rhein' abgesungen wurde.“

Damals war das Gelände noch weit außerhalb der Stadt angelegt. Heute gehört das Gelände zum Stadtbild. Auch die Bäume scheinen nicht mehr die gleichen zu sein. Immerhin zeigen sie eine stattliche Größe.

Eigentlich ein Wunder 

Der Krieg, der sich nur über einige Monate hinzog, kostete trotzdem viele Opfer. Insgesamt rund 400.000 Gefallene und Verwundete waren zu beklagen, davon mehr als zwei Drittel auf französischer Seite. 4.000 bayerische Soldaten mussten ebenfalls ihr Leben lassen. Auch unter den Heimkehrern gab es viele Verwundete zu klagen. Insofern grenzt es fast an ein Wunder, dass alle Mitterteicher Kriegsteilnehmer, wenn zum Teil auch verwundet, in den Ort zurückkehren konnten. Im Friedensvertrag wurde Frankreich zu hohen Reparationszahlungen verurteilt. Es mussten zudem Teile des Elsass und Teile Lothringens an das Deutsche Reich abtreten. 

Kriegderdenkmal aufgefrischt 

Erst vor wenigen Jahren hat Alfred Grillmeier vom Arbeitskreis Heimatpflege Mitterteich dieses Kreuz wieder farblich aufgefrischt. 

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