Kriminalität 2021: Viele Straftaten sinken, Fälschungen steigen, Täter sind meistens Männer

Weiden. Ein Trend nicht nur in Weiden: Wegen Corona gab es 2021 historisch wenige Straftaten.

Die Kriminalitätsstatistik zeigt: 73 Prozent der Täter in Weiden sind Männer. Symbolbild: Pixabay

Jens Meyer sagt das, was wohl jeder Bürgermeister gerne über „seine“ Stadt sagt: „Weiden ist sicher.“ Doch, das sei keine Phrase, betont er, sondern statistisch belegt. Tatsächlich legen die Zahlen der Kriminalitätsstatistik von 2021 nahe, dass die Straftaten zurückgegangen sind.

Zahlen sinken in ganz Deutschland

Doch damit ist Weiden nicht allein. In der gesamten Oberpfalz und Deutschland ist im letzten Jahr ein Rückgang zu verzeichnen, erklärt der Oberpfälzer Polizeipräsident Norbert Zink. Das liege vor allem an Corona. Als die Leute zu Hause bleiben mussten, gab es natürlich weniger Einbrüche. Auch die Straßenkriminalität ging aufgrund der Kontaktbeschränkungen zurück. Muss man um 22 Uhr zu Hause sein, sinkt die Anzahl von alkoholbedingten Straftaten wie Schlägereien.

Den coronaspezifischen Rückgang betont Zink öfter, weil er, wie er sagt, kommendes Jahr nicht dafür gescholten werden will, wenn die Zahlen wieder steigen. Dass die Zahlen für 2022 wieder steigen, ist also zu vermuten.

Polizeipräsident Norbert Zink übergibt OB Jens Meyer (Mitte) die Kriminalitätsstatistik. Mit dabei (von links): Werner Ochantel, Gerhard Höfler, Thomas Schöniger, Markus Fuchs, Thomas Gallei, Heiko Sedelmaier. Bild: Beate Luber

Die wichtigsten Zahlen aus der Statistik:

  • Die Zahl der Gesamtstraftaten war 2021 mit 2.696 (2020: 2.767) so niedrig wie noch nie. Seien es Delikte wie Gewalt, Körperverletzung, Straßenkriminalität (Straftaten im öffentlichen Raum), Diebstahl, Wohnungseinbruch: Überall gingen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr zurück, in manchen Deliktsbereichen um bis zu 30 Prozent.
  • Bei einem einzigen Deliktsbereich ist die Zahl gestiegen, und auch das ist mit Corona zu erklären: Fälschungsdelikte. Dies betreffe vor allem unrichtige Gesundheitszeugnisse und Testergebnisse.
  • Die Aufklärungsquote, also eine erfolgreiche Täterermittlung bei angezeigten Straftaten, sei historisch hoch bei 75,5 Prozent.
  • In Weiden gab es 2021 vier versuchte Tötungsdelikte, aber keine erfolgte Tötung,
  • Interessant auch. Die Tatverdächtigen der begangenen Straftaten sind zu 73 Prozent Deutsche, und zu 27 Prozent Nicht-Deutsche. Genauso verhält sich die Geschlechterverteilung: 73 Prozent Männer, 27 Prozent Frauen.
  • Auf Nachfrage von OberpfalzECHO gibt Zintl an, dass die angezeigten Taten der häuslichen Gewalt stagnieren, und im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit sogar zurückgegangen sind. Laut Beratungsstellen sind die Fälle häuslicher Gewalt während Corona jedoch gestiegen. Zintl betont, dass die polizeiliche Statistik nur angezeigte Fälle erfasst, wohingegen Beratungsstelle alle Fälle, also auch nicht angezeigte, erfassten.
  • Auch die Zahl der Verkehrsunfälle ist gesunken, dieser Trend begann aber schon 2020, erklärt Polizeivizepräsident Thomas Schöniger. 1.347 Verkehrsunfälle gab es 2021 insgesamt (2020: 1.359, 2019: 1.611). Damit sind auch diese Zahlen auf historisch niedrigem Niveau. Ein Verkehrstoter ist 2021 zu beklagen (2020: 2).
  • Auch Gerhard Höfler von der Bundespolizei, die auch einen Dienstsitz im Bahnhof Weiden hat, berichtet von einem niedrigen Straftatniveau. Im Jahre 2021 gab es etwa 2 Gewaltdelikte (2020: 6) und 7 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (2020:14) im Bereich des Bahnhofs. Das gesteigerte Fahrgastaufkommen aufgrund des Neun-Euro-Tickets bereite nach seiner Einschätzung keine Probleme.
  • Nicht eingerechnet in die Zahlen sind Delikte gegen das Aufenthaltsrecht, da sie von Schwankungen durch Migrationsbewegungen abhängig sind.

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