Marterl Nummer 4 zur Nachahmung empfohlen

Störnstein. Es hat keinen Namen, nur eine Nummer, das Marterl oberhalb des Rastenhofs. Aber es ist seit kurzem das schönste der 13 Marterln im Gemeindegebiet. Und es ist nebenbei dasjenige, neben dem man den schönsten Blick weit ins Land hat.

Bürgermeister Markus Ludwig (rechts) freut sich über das erste von 13 renovierten Marterln in seiner Gemeinde. Mit im Bild der Künstler Franz Mayr (Mitte) und Alfons Barth vom Heimatverein Altenstadt/WN, der den Kontakt hergestellt hat. Foto: Gabi Eichl

Nummer 4, so die ganz unspektakuläre Bezeichnung, restaurierte man zuletzt Anfang der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die Motive auf den vier Bildern waren nicht einmal mehr zu erahnen. Und das an der „Goldenen Straße“, jenem berühmten Handelsweg zu Zeiten Kaiser Karls IV.

Hier kommt Rainer Christoph ins Spiel, der frühere Altenstädter Grundschulrektor, der sich die Geschichte der „Goldenen Straße“ zur Lebensaufgabe gemacht hat. Mit Christophs Unterstützung und auf Vermittlung des zweiten Vorsitzenden des Altenstädter Heimatvereins, Alfons Barth, kommt ein Kontakt mit dem Straubinger Hobbymaler und -grafiker Franz Mayr zustande, der der Gemeinde Störnstein vier neue Bilder für das Marterl malt.

Positive Rückmeldungen über die sozialen Netzwerke

Bürgermeister Markus Ludwig spricht vor Ort im Beisein des Künstlers und Alfons Barths davon, wie wichtig es sei, solche Wegmarken zu erhalten. Der kürzlich von der Gemeinde instandgesetzte Abschnitt der Goldenen Straße werde in Corona-Zeiten viel von Spaziergängern und Radfahrern genutzt.

Und so habe es auch tatsächlich gleich positive Rückmeldungen über die sozialen Medien gegeben, sagt Ludwig, in denen die Renovierung gelobt worden sei („schaut super aus“). 

Letzte Restaurierung unter Bürgermeister Konrad Kraus

Unter Bürgermeister Konrad Kraus suchte man 1990 im Rahmen der Restaurierung Paten für alle Marterl in der Gemeinde, Marterl Nummer 4 kam in die Obhut der Siedlergemeinschaft.

Die Granitsäule, die vermutlich aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt, war früher mit Mosaiken verziert, die verschiedenfarbige Kreuze zeigten. Barths Worten zufolge entstanden die Mosaike in den fünfziger Jahren. Später ersetzte man diese durch die vier Heiligen gewidmeten Bilder.

Die vier Heiligen in der Interpretation Mayrs ihrer heiligen Taten vor regionaler Kulisse. Fotos: Gabi Eichl

Mayr hat sich eigenen Worten zufolge sehr intensiv mit den vier Heiligen Wendelin, Walburga, Leonhardt und Isidor befasst, ehe er deren Leben in einem neuen Motiv darzustellen versucht hat. Einem Motiv, das jeweils im Hintergrund ein Wahrzeichen der Umgebung zeigt wie die Burgruine Flossenbürg oder die Kirche St. Quirin in Püchersreuth.

Heiligenbilder mit regionalem Bezug

Mayrs Bilder folgen einem Muster: Im Vordergrund steht der Heilige, dahinter ist szenisch das Ereignis dargestellt, das zur Heiligsprechung geführt hat, und wieder dahinter der regionale Bezug in Form eines charakteristischen Bauwerks.

Mayr war Lehrer und malt und zeichnet seit Jahrzehnten, unter anderem Karikaturen für das „Straubinger Tagblatt“. Die Heiligenbilder für das Störnsteiner Marterl waren die ersten dieser Art für ihn.

Bürgermeister: Zur Nachahmung empfohlen

Der Bürgermeister will die Renovierung von Nummer 4 verstanden wissen als Anstoß zur Nachahmung. Das Marterl sei das erste der insgesamt 13, von denen viele in Privatbesitz seien, das nun wieder schön anzusehen sei.

Er werde gern den Kontakt herstellen zwischen Mayr und einem Marterl-Besitzer, sollte das gewünscht sein.

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