Kolpingfamilie unternahm „Zeitreise“ ins Klosterdorf Speinshart

Neunkirchen. Ein Tagesausflug führte die Kolpingsfamilie sozusagen als "Zeitreise" zur Klosteranlage Speinshart.

Die Ausflüger der Kolplingsfamilie besichtigten das Kloster Speinshart. Foto: Reinhard Kreuzer

Bevor die Kolpinggemeinschaft das Klosterdorf und die Klosteranlage bei einer Führung besichtigte, feierte man eine Maiandacht in der Klosterkirche. Die Stiftskirche mit dem Patrozinium Maria Immaculata ist heute Kloster- und Pfarrkirche.

Die erste Gründung des Klosters geht auf das zwölfte Jahrhundert zurück. Der überwiegende Teil der heutigen Gebäude entstand aber in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Ein Brand im Jahre 1749 veranlasste Abt Dominikus I., viele Wirtschaftsgebäude neu zu bauen. Mit der Säkularisation im Jahre 1803 mussten die Chorherren das Kloster Speinshart zum zweiten Mal verlassen.

Historischer Klosterhof

Die Bauwerke des Dorfes gruppieren sich um zwei geschlossene Plätze, die als großer und kleiner Klosterhof bezeichnet werden. Im großen Klosterhof befanden sich bis weit über die Zeit der Säkularisierung hinaus wirtschaftliche Betriebe wie Bäckerei, Metzgerei, Schlosserei, Schmiede und Schreinerei.

Dem Abt Gilbert Helmer und seinen Mitbrüdern von der Praemonstratenserabtei Tepl in Tschechien ist es zu verdanken, dass wieder klösterliches Leben in Speinshart einzog. So erwarb der bayerische Staat das Kloster Speinshart 1921 und es wurde durch die Praemonstratenser aus Tepl wiederbesiedelt. Heute besteht der Konvent in Speinshart aus fünf Ordensbrüdern.

Beeindruckende Wieskapelle

Zum Abschluss besichtigten die Teilnehmer noch die Wieskapelle. Sie zeigt beeindruckend die Geschichte der Klosteranlage. Der barocke Kapellenraum lässt die Schäden der landwirtschaftlichen Nutzung nach der Säkularisierung erkennen. So diente der Raum unter anderem als Kuhstall und Scheune. Heute kann man dort standesamtlich die Ehe schließen. Seit 1983 wurden im Zuge der Dorferneuerung nach und nach Gebäude unter denkmalpflegerischen
Gesichtspunkten saniert. Das Klosterdorf Speinshart zählt heute zu den schönsten Dörfern Süddeutschlands.

Nach der Führung kehrte die Reisegruppe noch im Kloster-Gasthof ein. Bei gutem Essen und Speinsharter Klosterbier ließ man den Tag gemütlich ausklingen.

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