Wie die Ausbildung junger Flüchtlinge gut gelingen kann

Regionale Expertinnen und Experten aus der Praxis diskutieren Handlungsoptionen

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Weiden/Weiherhammer. Im Innovision Center auf dem Gelände der BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH fand kürzlich ein Workshop zum Thema „Optimierung des Übergangs junger Flüchtlinge in Ausbildung“ statt. Dieser richtete sich an regionale Akteure/innen, die junge Flüchtlinge am Übergang in Ausbildung begleiten.

Die Akteure des Workshops: (von links) Manfred Wichmann, Europa Berufsschule Weiden, Martin Oppitz, Ausländerbehörde der Stadt Weiden, Stefanie Graf, Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Dr. Thomas Freiling, Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), Franz Kiener, Berufsberatung der Agentur für Arbeit Weiden, Michael Knauer, Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Ralf Kohl, IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim Bild: Saskia Gagern

Die Akteure des Workshops: (von links) Manfred Wichmann, Europa Berufsschule Weiden, Martin Oppitz, Ausländerbehörde der Stadt Weiden, Stefanie Graf, Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Dr. Thomas Freiling, Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), Franz Kiener, Berufsberatung der Agentur für Arbeit Weiden, Michael Knauer, Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Ralf Kohl, IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim Bild: Saskia Gagern

Ziel war es, aktuelle Fachinformationen zu thematisieren und sich zu Erfahrungen, Hürden und auch Lösungsmöglichkeiten zu verständigen. Durchgeführt hat den der Workshop das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Weiden, der Industrie- und Handelskammer Regensburg für Oberpfalz / Kelheim und der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.

Als Herausforderungen bei der Integration junger Flüchtlinge in eine duale Ausbildung wurden aufenthaltsrechtliche Unsicherheiten betont, aber auch die noch geringen Sprachkenntnisse der jungen Flüchtlinge: Zwar könnten sie sich häufig in der Alltagssprache verständigen, das Berufsintegrationsjahr beendeten sie erfahrungsgemäß mit dem Sprachniveau B1. Jedoch fehlten berufsbezogene Sprachkenntnisse, und es bestünden Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Nach Einschätzungen der anwesenden Akteure/innen sei für das erfolgreiche Durchlaufen einer Berufsausbildung das Sprachniveau B2 vonnöten.

Zu den diskutierten Lösungsansätzen gehörten unterschiedliche Begleitmaßnahmen, die den Übergang in eine duale Ausbildung nach Besuch des Berufsintegrationsjahres unterstützten. Dazu gehörten beispielsweise Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit wie die Einstiegsqualifizierung, wobei eine Kombination mit Angeboten zur Sprachförderung sinnvoll sei. Auch in der Ausbildung selbst sei der Rückgriff auf Förderinstrumente wie die Assistierte Ausbildung (AsA) und ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) hilfreich.

Dass sich die Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung für die weitere berufliche Entwicklung lohne, zeigte vor allem der Austausch über die vielen Vorteile, die sich mit einer Ausbildung für junge Flüchtlinge zeigten. Benannt wurden die nachhaltige Integration in den deutschen Arbeitsmarkt und die Eröffnung weiterer Karrieremöglichkeiten. Die persönliche Weiterentwicklung von Kompetenzen und die Möglichkeit einmal angeeignete Fähigkeiten und erlerntes Wissen auch zukünftig und überall einsetzen zu können, seien auch wesentliche Vorteile. Betriebe auf der anderen Seite könnten durch junge Flüchtlinge freie Ausbildungsplätze besetzen. Junge Flüchtlinge brächten nach Einschätzung der Teilnehmenden häufig eine hohe Motivation hierfür mit. Gleichzeitig ermögliche die Einstellung junger Flüchtlinge eine kulturelle Weiterentwicklung der Unternehmen.

Zudem wurde betont, dass das Zusammenwirken der vielfältigen Akteure/innen dazu beitragen könne, den Übergang junger Flüchtlinge in Ausbildung zu erleichtern.

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