Fußball-Star beim Sporttalk

Felix Magath über Jogis Jungs, Heimat und Krisen

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Falkenberg. Beim Sporttalk der Schlossbrauerei Friedenfels und des Forums Freunde der Burg Falkenberg begeisterte Trainerlegende Felix Magath viele Fußballer aus dem Stiftland mit Witz, Seitenhieben und einer Portion Charme.

Von Udo Fürst

Felix Magath Fußball Stargast Sport

Aufmerksam lauschen die Gäste des Sporttalks dem Stargast Felix Magath (3. von rechts.) Er sorgte für viele Lacher!

Fast etwas verlegen und verschmitzt lächelnd nimmt er den aufbrandenden Beifall zur Kenntnis, als er den Kapitelsaal betritt. Lässig erklimmt er das Podest und setzt sich auf den Sessel. Neben ihm nehmen die Moderatoren Alfred Schwarzmeier und Josef Meier Platz. Die beiden Sportredakteure werden Felix Magath, dem Stargast des Sporttalks in den nächsten knapp zwei Stunden viele Fragen stellen. Fragen über den Fußball, natürlich. Aber auch solche über Heimat und die Oberpfalz. Und der Ex-Nationalspieler und lange heiß begehrte Fußballlehrer wird sie ironisch, witzig und manchmal auch charmant beantworten. Mehrmals werden Schwarzmeier und Meier aber auch zu hören bekommen, warum sie fragen, wenn sie die Antwort doch sowieso schon wüssten.

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Felix Magath.

Magath nimmt Fußballwahrheiten auf’s Korn

Zum Talk eingeladen hatten die Schlossbrauerei Friedenfels und das Forum Burg Falkenberg, in die Wege geleitet hat den Besuch Magaths das Falkenberger Club-Urgestein Albert Üblacker. Beim Fachpublikum, durchweg Fußballer von Vereinen aus dem Stiftland, kommt der Trainer im (Vor)Ruhestand mit dem Spitznamen Quälix (Magath: „Das ist natürlich ein Vorurteil.“) hervorragend an. Immer wieder wird gelacht und applaudiert, wenn sich der gebürtige Aschaffenburger und Wahl-Münchner kein Blatt vor den Mund nimmt und schlagfertig manche Fußballwahrheit aufs Korn nimmt.

Krise des FC Bayern München

„Ich habe mich auch über deren Personalpolitik gewundert. Es fehlen Impulse durch neue Spieler.“ Auch wenn Alleinherrscher Uli Hoeneß teure Millionentransfers immer abgelehnt habe, halte er einen 100-Millionen-Euro-Einkauf der Bayern für nicht mehr ausgeschlossen.

Zu den Fußballtrainern

„Die sind doch heute Freiwild. Wenn einer entlassen wird, sind alle zufrieden und die Presse hat wieder was zu schreiben.“ Ihn selbst habe nur eine Entlassung richtig getroffen: die bei seinem Herzensclub HSV.

Zum Club

„Mit diesem Kader hätte ich mich nach dem Aufstieg nicht zufrieden gegeben.

Zu Trainer Michael Köllner

„Das ist ein netter Kerl. Aber wenn sich einer jeden Tag bedankt, dass er dort trainieren darf, kann das nichts werden.“ Zu Jahn Regensburg und der Frage, ob der Verein das Potenzial für die 1. Liga hat: „Mit mir schon“, schmunzelt Magath. „Im Ernst: Der Verein macht einen guten Eindruck, aber gut ist nicht gut genug.“

Nachwuchsarbeit

„In Deutschland ist in den vergangenen Jahren Vieles falsch gelaufen. Schauen sie doch mal die deutschen Clubs mit Ausnahme der Bayern in den europäischen Wettbewerben an: Mittelmaß bis Katastrophe.“ Der 65 Jahre alte Fußballtrainer wird jetzt laut: „Das Ballgeschiebe in der Bundesliga oder der Nationalmannschaft kann doch keiner mehr sehen. Man sollte sich die Basketballer oder Handballer zum Vorbild nehmen. Da ist Pfeffer und Leidenschaft drin, anders als beim Fußball.“

Nationalmannschaft und Jogi Löw

„Da hat’s in der Mannschaft nicht gestimmt. Und das hatte nichts mit Özil und Gündogan zu tun. Löw hätte nach der verkorksten WM die Verantwortung übernehmen und nicht vier Wochen in Urlaub fahren sollen.“

Magath über Heimat

„Ich bin noch regelmäßig in Aschaffenburg bei meiner Mutter und treffe dort auch regelmäßig alte Freunde.“

Zur Oberpfalz: „Ich kenne nur den SSV Jahn – und die Burg Falkenberg. Hier bin ich ja jetzt schon zum zweiten Mal. Friedenfels kenne ich auch. Da war ich vor 40 Jahren Trauzeuge von meinem damaligen Saarbrücker Teamkollegen und Freund Luggi Denz.“

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Felix Magath mit Albert Üblacker (links) und dem Geschäftsführer der Schlossbrauerei Friedenfels Thomas Schultes (rechts).

Autogrammstunde mit „Altinternationalen“

Zwar ist gegen 21 Uhr der Talk beendet, nicht aber der Abend für den Stargast: Geduldig erfüllt Magath die Autogramm- und Fotowünsche der Kicker aus dem Stiftland, unter denen auch manche „Altinternationale“ zu sehen sind: Von Franz Dürrschmidt über Hans Pausch bis Manfred Zintl. Nicht nur die werden sicher von der guten alten Zeit geträumt haben an diesem erfrischend lockeren Abend mit einem Stargast, der diesen Abend auch verdient hat.

Bilder: Udo Fürst

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