Chronischer Blasenschmerz – eine unheilbare Krankheit?

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Weiden. Anhaltende Schmerzen im Bereich des Harntrakts, häufiger Harndrang mit bis zu 60-maligen Wasserlassen am Tag, starke Schmerzen im gesamten Unterleib – Patienten mit Interstitielle Zystitis / Blasenschmerzsyndrom (IC/BPS) müssen häufig enorme Einschränkungen ihrer Lebensqualität erfahren. Welche Therapie-Möglichkeiten es gibt und worauf besonders geachtet werden muss, darauf werden Dr. Susanne Neumeier, Chefärztin der Schmerztagesklinik am Klinikum Weiden, und Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer, Chefarzt der Urologie am Klinikum Weiden, im Rahmen der Vortragsreihe „Chefarzt im Gespräch“ eingehen.

Blasenschmerz Kliniken Nordoberpfalz Vortrag

Gleich zwei Chefärzte des Klinikums Weiden informieren am 28.03. über das Thema „Chronischer Blasenschmerz“. Foto: Kliniken Nordoberpfalz AG.

Im vergangenen Jahr wurde unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer eine deutschsprachige Leitlinie zur IC/BPS verabschiedet. Insgesamt 23 Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren daran beteiligt. Das Ziel: eine bessere Erkennung, Diagnostik und individualisierte Behandlung dieser seltenen, bislang relativ unbekannten, nicht-infektiösen und chronisch-wiederkehrend verlaufenden Harnblasenerkrankung.

Schwierige Diagnose

„Die Diagnostik stellt sich häufig als schwierig dar, weil eine Vielzahl verwechselbarer Erkrankungen existieren, zum Beispiel bösartige Tumoren, Infektionen, Überaktivität der Blase, Blasensteine, Genitalvorfall oder Scheidenschmerz. Die Interstitielle Zystitis muss daher als eine Ausschlussdiagnose betrachtet werden“, erklärt der Chefarzt der Urologie am Klinikum Weiden.

Bislang müssten Patienten oft jahrelang Ungewissheit, Frustrationen und Rückschläge hinnehmen, bis eine Interstitielle Zystitis als Ursache der Beschwerden diagnostiziert würde, so Prof. Dr. Dr. Bschleipfer: „Diese Zeit soll künftig deutlich verkürzt werden, um für die Patienten schneller eine individuelle und passende
Therapie zu finden.“

Herausfordernde Therapie

Neben einem ausführlichen Patientengespräch, der Auswertung von Miktions- und Schmerztagebüchern sowie von Fragebögen, einer körperlichen Untersuchung mit einem „Schmerz-Mapping“, einer Urinanalyse und Ultraschalluntersuchung dienen auch eine computergestützte Blasendruckmessung oder Blasenspiegelung der Diagnosefindung.

Aber nicht nur die Diagnose, auch die Therapie einer IC/BPS stellt für Arzt und Patient eine Herausforderung dar. Da die Ursachen vielfältig und bis heute weitgehend ungeklärt sind, kann häufig nur symptomatisch behandelt werden. Dafür stehen unterschiedlichste konservative, medikamentöse und interventionell-operative Verfahren zur Verfügung.

Psychosomatische Aspekte

Auch dem psychosomatischen Aspekt muss eine besondere Bedeutung zugerechnet werden. „Nur interdisziplinär und damit in enger Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen, niedergelassenen Kollegen und Klinikärzten in speziellen IC/BPS-Zentren kann das große Ziel erreicht werden, die extrem eingeschränkte Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern“, betont Dr. Susanne Neumeier, Chefärztin der Schmerztagesklinik.

Gemeinsam werden sie und Prof. Dr. Dr. Thomas Bschleipfer am Donnerstag, den 28.03. um 19 Uhr im Besuchercafé am Klinikum Weiden in ihrem Vortrag „Chronischer Blasenschmerz – eine unheilbare Krankheit“ über Behandlungsmöglichkeiten informieren.

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