Bauausschuss tagt: Gerätehaus und Verkehrsbrennpunkte

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Floß. „Kein Prunkbau“, versichert Feuerwehr-Kommandant Felix Müller dem Bauausschuss. Das neue Gerätehaus sei nur unwesentlich größer als das alte, es wirke nur so viel größer, da alles auf einer Ebene angeordnet sei.

Von Gabi Eichl

Bauausschuss Sitzung Floß

Feuerwehrkommandant Felix Müller (2.v.r.) informiert den Bauausschuss im Beisein seines Stellvertreters Harald Träger (4.v.r.) über den Baufortschritt des Gerätehaus-Neubaus.

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Felix Müller führt die Ausschussmitglieder im Beisein seines Stellvertreters Harald Träger durch den Neubau und weist immer wieder darauf hin, was die Feuerwehrmitglieder an Eigenleistungen in das Projekt einbrächten.

In diesem Punkt sind die Feuerwehrler den Worten Müllers zufolge auch nicht zimperlich. Da werde einfach kurzerhand mit erledigt, was man selbst erledigen könne, kleinere Dinge wie ein beleuchtetes und pulverbeschichtetes Schild, aber auch größere wie einen kleinen Kinderspielplatz auf dem Gelände, um so auch junge Eltern an die Feuerwehr zu binden, ohne sie vor die Frage zu stellen: Wohin mit dem Nachwuchs, während man selbst für den Ernstfall trainiert?

„Verkehr wichtiger als der Mensch“

Auf Umwegen mit einer Reihe von Schildern – unter anderem muss das Ortsschild auf der Staatsstraße versetzt werden – soll die Haselsteinstraße im Ortsteil Ziegelhütte verkehrsberuhigt werden auf Tempo 30, wie von der FDP/UB-Fraktion schon länger gefordert. Wegen verkehrsrechtlicher Regelungen könne die Durchfahrtsstraße nicht einfach zur Tempo-30-Zone gemacht werden, erläutert Bürgermeister Robert Lindner die Ergebnisse einer Verkehrsschau mit der Polizei. Ein Punkt, an dem der SPD-Sprecher Markus Staschewski einwirft: „Da ist der Verkehr mal wieder wichtiger als der Mensch.“

Die Ziegelhüttenstraße dagegen kann laut Polizei ohne weiteres Tempo-30-Zone werden. Jetzt muss das Landratsamt noch der etwas komplizierten Regelung zustimmen, damit die gewünschte Verlangsamung des Verkehrs am Spielplatz erreicht werden kann.

Reißender Bach bei Starkregen

Bauausschuss Sitzung Floß

Sturzbachartig komme das Wasser bei Starkregen von da geschossen, wo die Bauausschussmitglieder stehen, sagen die Besitzer des gegenüberliegenden Anwesens. Der Entwässerungsgraben fasse die Wassermenge nicht annähernd.

Im Ortsteil Schönbrunn hat ein Anwesen, das jüngst erweitert wurde, Probleme mit der Straßenentwässerung; bei Starkregen komme ein reißender Bach die Straße gegenüber dem Anwesen heruntergeschossen, aber selbst bei normalen Regenfällen habe man Wasser im Haus, heißt es. Der Entwässerungsgraben könne das Wasser nicht aufnehmen. Der Bauausschuss will als eine erste Maßnahme die Entwässerungsrinne sauber machen und eine Randsteinzeile am Haus entlang setzen lassen.

Im Zuge des Umbaus an dem Anwesen wurde von den Anliegern eine Straßenlampe entfernt. Dafür soll nun eine Lampe direkt am Haus angebracht werden, an den Kosten müssen sich die Anlieger beteiligen. Eine neue Lampe auf der gegenüberliegenden Straßenseite lehnt der Bauausschuss aus Kostengründen ab.

Zur Sprache kommt auch der Wunsch nach Tempo 30 auf der schmalen Ortsdurchfahrt. Lindner verspricht, das mobile Geschwindigkeitsmessgerät in Schönbrunn aufzustellen, sobald das Gerät frei sei, aber die Liste der Orte, an denen Anwohner sich den „Smiley“ wünschen, sei bekanntermaßen lang.

Plößberger Straße bleibt Hotspot

Der Bürgermeister gibt im Bauausschuss die jüngste Auswertung der Geschwindigkeitsmessanlagen im Markt bekannt. Brennpunkt bleibt demnach, wie in der letzten Marktratssitzung diskutiert, die Plößberger Straße als eine der am stärksten befahrenen Straßen im Markt. Von den nicht ganz 43.500 Fahrzeugen, die in 46 Tagen erfasst wurden, war mehr als die Hälfte (fast 26.000) mit über 60 Stundenkilometern unterwegs. Über 600 Autofahrer fuhren 100 km/h, über 150 wurden mit 110 km/h und mehr „geblitzt“. Der Rekord lag Lindners Worten zufolge bei 148 km/h.

In der Neustädter Straße in Höhe der Firma Gollwitzer wurden in ebenfalls eineinhalb Monaten etwa genauso viele Autofahrer erfasst. Hier fuhren jedoch nur etwa 2600 Fahrer schneller als 60 km/h und nur 15 um die 100 km/h und schneller. In Altenhammer stand der „Smiley“ zweieinhalb Monate; von nicht ganz 6500 erfassten Autofahrern waren knapp 2000 mit mehr als 60 km/h unterwegs, etwas über 30 Prozent.

Das vom Wasserwirtschaftsamt ermittelte Überschwemmungsgebiet an der Floß soll in Kürze festgesetzt werden; die Unterlagen liegen vom 21. Juli bis zum 20. August im Rathaus (Zimmer 203) öffentlich zur Einsicht aus.

Fotos: Gabi Eichl

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