Mitterteich bildet Krisenstab

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Mitterteich. Die Stadt Mitterteich bildet einen Krisenstab, um für einen möglichen Ernstfall gerüstet zu sein. Noch ist die Lage überschaubar. 

Von Werner Männer 

Stadt Mitterteich Corona Lage Krisenstab 1

Die Stadt Mitterteich stellt einen Krisenstab auf. Ein Teil der Mitglieder von links: Robert Hoyer (Rotes Kreuz), Bernhard Brandl, Franz Bauernfeind (beide Feuerwehr), Christiane Bleistein (Seniorenstelle Mitterteich), Ludwig Bundscherer (Schott AG), Apotheker Roland Eckert, Bürgermeister Stefan Grillmeier und Dr. Achim Nemsow. Nicht im Bild: Holger Paschedag (Gewerbeförderverein), Arzt Dr. Rendek und Michaela Rupp (Seniorenheim).

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„Wir Mitterteicher sind kein Hotspot“, betont Bürgermeister Stefan Grillmeier bei einer Zusammenkunft im Feuerwehrhaus. Im Frühjahr sah die Situation anders aus, damit sich das in der Stadt aber nicht wiederholt, hatte der Bürgermeister „spezielle Gäste“ eingeladen, wie Apotheker, Ärzte, Vertreter der Industrie und der Gewerbetreibenden, Rotes Kreuz, Feuerwehr und vom Seniorenkreis, die einen Krisenstab bilden, falls die Zahl der Corona-Infizierten wider Erwarten schnell ansteigen sollten.

Die Corona-Lage in Mitterteich sei aktuell überschaubar, in den vergangenen sechs Wochen seien lediglich vier Zuwächse zu verzeichnen. In den vergangenen sechs Monaten sieben Fälle. „Darauf kann man stolz sein“, sagt der Bürgermeister. Die Krise sei nur mit Disziplin und Sensibilität zu bewältigen. Jeder achtet auf jeden. „Das Virus ist da, auch wenn es nicht sichtbar ist“, betont Grillmeier und dankt allen Vertretern, die sich im Krisenstab engagieren und dabei helfen, Mitterteich für eine mögliche zweite Welle zu rüsten.

Pandemie gemeinsam eindämmen

Stadt Mitterteich Corona Lage Krisenstab 1

Bürgermeister Stefan Grillmeier und Robert Hoyer vom Roten Kreuz sind die Koordinatoren des Krisenstabes in Mitterteich

Robert Hoyer vom Roten Kreuz pflichtete dem Bürgermeister bei und betonte, wie wichtig es sei auch Senioren einzubeziehen. Christiane Bleistein vom Seniorenbüro war schon im Frühjahr eine wichtige Verbindungsperson und Hilfe. Im Frühjahr habe man versucht, für die Bürger da zu sein. Aus Hoyers Sicht geht es jetzt darum, für einen zweiten Anlauf in den ambulanten und medizinischen Bereichen gerüstet zu sein. Viele ehrenamtliche Helfer hätten damals die aktuelle Situation hervorragend überbrückt. Nicht optimal sei in der Vergangenheit der Kontakt mit der Gesundheitsbehörde des Landratsamtes gewesen, wie Hoyer sagt: Wie er erfahren habe, sei es der Behörde verboten, aktuelle Zahlen mitzuteilen, weil in einem Ort Mitterteich schnell die betroffenen Personen identifiziert werden könnten.

Ein Argument mit dem Dr. Achim Nemsow nicht einverstanden ist, ebenso wenig Apotheker Roland Eckert: Besonders für sie sei es wichtig zu wissen, wie sich die Situation entwickle: „Es geht darum, für sich und sein Personal rechtzeitig Vorsorge zu treffen“. Auch als Bürgermeister verfüge er nicht über aktuelle Zahlen, wie Grillmeier erklärte. Er bekomme wöchentlich aktuelles Material. Sobald es neue Informationen gibt, würden diese online gestellt werden. Sorge bereiten Dr. Nemsow vor allem die vielen kleinen privaten Feiern. Das sei gefährlich: „Es scheint, als ob den Leuten das Problem der Infektionsgefahr nicht bewusst ist“.

Ludwig Bundscherer als Vertreter der Schott AG berichtete davon, wie die Firma die Schutzmaßnahmen erhöht hat. Im Glaswerk arbeiten auch viele Pendler aus Tschechien. Eine weite „Corona-Welle“ wolle man auf jeden Fall vermeiden, wie er sagt. Robert Hoyer ergänzte, man wolle nochmals von der Stadt kostenlose Schutzmasken anbieten. Apotheker Eckert machte aufmerksam, wer eine Erkältung habe, sei noch nicht mit Corona infiziert. Trotzdem sollten die Betroffenen nicht in die Apotheke oder in die Arztpraxis kommen. Stattdessen sollte man gesunde Nachbarn oder Freunde schicken. Der Apothekendienst funktioniere auch telefonisch.

Bürgermeister Grillmeier dankte abschließend allen Bürgern für ihr Verständnis. Auch der Gastronomie galt sein Dank, die einen guten Lieferservice biete: „Jedem sei gedankt, der aktiv mithelft, die Pandemie einzudämmen.“

Bilder: Werner Männer 

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