Bewegte Geschichte und Geschichten – Band 67 der „Oberpfälzer Heimat“ ist erschienen

Nordoberpfalz. Der Heimatkundliche Arbeitskreis im Oberpfälzer Waldverein stellte jetzt den mittlerweile schon den 67. Band von "Oberpfälzer Heimat" vor. Das Themenspektrum des Buches reicht dabei von der Vor-und Frühgeschichte bis zur Zeitgeschichte und enthält Beiträge zur Heimat- und Regionalgeschichte. Gestreift wird auch die Volkskunde und Literaturgeschichte.

Adalbert Busl aus Wiesau stellte das mittlerweile 67. Buch der Oberpfälzer Heimat mit 17 Autoren vor. Foto: Reinhard Kreuzer

Adalbert Busl präsentierte als Redakteur und „Kümmerer“ in der „Almhütte“ in Weiden das 192-seitige Buch mit 17 Autoren. Anwesend waren auch einige der Autoren, die selbst ihren Beitrag erläuterten und vorstellten. Vom Stadtmuseum freute sich Dr. Sebastian Schott in seiner Begrüßung, dass es nach der Pandemie wieder gelang, das nun schon 67. Buch vorzulegen. Auch wenn es mit dem Ausgabetermin knapp wurde, gelang es doch den Vorstellungstermin zu platzieren.

Es gibt immer viel zu erzählen

Unterstützung und Förderung erhält die Buchausgabe durch den Bezirks Oberpfalz. Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher konnte schon als Schüler den ersten Band im Jahre 1956 lesen, er hat keinen ausgelassen. „Menschen schreiben hier Textbeiträge und Illustrationen, die es können und mit dem Herzen dabei sind. Themen fliegen hin und her, das ist bewundernswert“.

Adalbert Busl selbst recherchierte auf 20 Seiten über die Burg Falkenberg, die schon mal auf die Leuchtenberger überging und dann dem Kloster Waldsassen zufiel. In der Sache ging es um den Zeitraum zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts, die Zeit, als die Leuchtenberger im Besitz der Burg waren. Sebastian Schott widmete sich dem Abschiedsbrief der Weidenerin Ernestine Kohner vor ihrer Deportation nach Theresienstadt im Jahre 1942.

Detailliert recherchiert

Manfred Krapf aus Regensburg erklärte die Einwohnerwehren der Oberpfalz, die sich nach dem Ersten Weltkrieg punktuell gründeten, weil vielfach Unruhen und Bedrohungen aufkamen. Heinrich Deinzer zeigte den Zuhörern an einem Modell die Schifffahrt auf der Vils auf von Amberg bis Regensburg. Es gab viele Dokumente, aber keine Pläne, meinte er.

Er fand es eine spannende Aufgabe herauszufinden, wie diese Schiffe gebaut wurden, trotz vieler Wehren. In Altenstadt wohnt Jörg Krämer, der sich um das „Vergessene Grundbuch“ sorge, das sich in tschechischer Sprache als böhmisches Salbuch aus dem Jahr 1584 im Stadtarchiv Neustadt befindet. Eine Spurensuche machte Thomas Freller über Maria Josepha Gräfin von Hohenfels.

Die ganze Bandbreite an Themen

Anton Fleischmann aus Weiden erklärte die Demolierung von Kirchen und Kapellen in Bayern 1804 am Beispiel Luhe. Alfred Kunz war Polizist, er berichtete aus der Geschichte des Gendarmerie-Bezirks Vohenstrauß. Wie ging es mit der Pressezensur im Ersten Weltkrieg – diesem Aspekt geht Erich Zweck am Beispiel Schwandorf nach. Josef Eimer berichtet über die Müllerstocher Anna Schöner aus Wernberg.

Heiner Aichinger schrieb über die Theater-Kunst anno 1742 in Weiden und Elfried Dirschedl aus dem Bayerischen Wald berichtet über die Geschichte der ehemaligen Hofmark Döfering. Schließlich schrieb Bernhard Baron auch über den Dichter Alfred Döblin, der sich ein Jahr in Regensburg aufhielt. Und Kurt Heinold gibt zum Schluss ein Rätsel auf. Wer es löst,
erhält gar einen ausgelobten Preis.

Oberpfälzer Heimat Band 67

Die aktuelle Ausgabe gibt es beim Stadtarchiv Weiden und die Buchhandlungen.

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