Bewunderung für die verkleinerte Welt der historischen Dachstühle

Cheb/Parkstein. Die Stadt Cheb/Eger hatte doppelten Grund zum Feiern: die Eröffnung der Tage des Europäischen Kulturerbes und die 700-jährige Zugehörigkeit zu Böhmen. Ein besonderer Höhepunkt ist die Ausstellung historischer Dachstühle, die Modelle stammen von Zimmerermeister Josef Hauer aus Parkstein.

Blick in die Ausstellung der Dachstuhl-Modelle. Foto: Günther Juba
Blick in die Ausstellung der Dachstuhl-Modelle. Foto: Günther Juba
Martin Baxa und Antonín Jalovec bedankten sich bei Josef Hauer. Foto: Günther Juba
Martin Baxa und Antonín Jalovec bedankten sich bei Josef Hauer. Foto: Günther Juba
Zimmermannsklatsch auf dem Egerer Marktplatz. Foto: Günther Juba
Zimmermannsklatsch auf dem Egerer Marktplatz. Foto: Günther Juba
Ein spannendes Stück Handwerksgeschichte. Foto: Günther Juba
Ein spannendes Stück Handwerksgeschichte. Foto: Günther Juba
Blick in die Ausstellung der Dachstuhl-Modelle. Foto: Günther Juba
Foto: Günther Juba
 Foto: Günther Juba
Foto: Günther Juba

„Cheb ist eine Stadt mit einer tausendjährigen Geschichte und im September gedenken wir eines Meilensteins, nämlich des 700. Jahrestages der Verpfändung an König Johann von Luxemburg, dank der Eger ein fester Bestandteil des Königreichs Böhmen wurde. Dies war einer der Gründe, warum unserer Stadt die Ehre zuteilwurde, in diesem Jahr die nationale Eröffnung der Europäischen Tage des Denkmals auszurichten“, erklärte Bürgermeister Antonín Jalovec.

An vielen Plätzen hatte man ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet: König Johann von Luxemburg wurde auf dem König-Georg-von-Podebrady-Platz empfangen, wo die Europäischen Tage des Kulturerbes mit der Verleihung des Titels „Träger der Tradition des Volkshandwerks“ an Petr Ruzicka eröffnet wurde.

An allen Ecken wurde gefeiert

In der Kirche St. Clara waren Nachbildungen der Kronjuwelen zu bestaunen. Ritter und Falkner eroberten die Egerer Burg und es fanden sogar Ritterturniere statt. In der Touristinfo konnte man zwei historische Chroniken besichtigen. In der „Krajinka“, dem ehemaligen Gartenschaugelände, fand außerdem ein Bierfest statt. Die Feierlichkeiten endeten mit einem Abendkonzert des Städtischen Blasorchesters. Am Ende wurde das Stadtzentrum durch ein Videomapping beleuchtet, das auf das Rathaus und zwei weitere historische Gebäude projiziert wurde.

Sieben Jahrhunderte Zimmermannshandwerk

Ein besonderer Höhepunkt dieses Festtages war die Eröffnung der Ausstellung „Die verkleinerte Welt der historischen Dachstühle“ im mittelalterlichen Speicherhaus. Das historische Ambiente erwies sich als ideal für eine künstlerisch beeindruckende Präsentation maßstabgetreuer Modelle von bis zu 700 Jahre alten Zimmermannsarbeiten.

Mit dabei war auch der tschechische Staatsminister für Kultur Martin Baxa, außerdem der Präsident des Landesinnungsverbandes des Bayerischen Zimmererhandwerks Peter Aicher, der zugleich Vorsitzender von Holzbau Deutschland und Präsident von Timber Construction Europe ist, sowie der Vorsitzende der Oberpfälzer Zimmerleute Dipl. Ing. Adrian Blödt. Die tschechische Innung der Klempner, Dachdecker und Zimmerleute war durch Zunftmeister Ivan Dvorák, dem stellvertretenden Gildenmeister Ing. Martin Marsík und durch Dr. Ing. Marek Novotný vertreten. Zimmerleute aus Bayern und Sachsen traten in ihrer traditionellen Kluft auf und führten einen „Zimmermannsklatsch“ vor.

Ein großzügiges Geschenk

Den 85-jährigen Zimmerermeister Josef Hauer hatte die Stadt Cheb aus Parkstein abgeholt, denn er hatte die 25 Modelle historischer Dachstühle geschaffen. Staatsminister Martin Baxa und Bürgermeister Antonín Jalovec bedankten sich dafür herzlich bei ihm. Hauer war für sein großartiges Geschenk im Jahr 2020 als Persönlichkeit des Jahres ausgezeichnet worden.

Im Speicherhaus und in dem angrenzenden Zeughaus soll nun ein mitteleuropäisches Zentrum für die Geschichte des Handwerks der Zimmerleute entstehen. Das unversehrtes Ensemble an historischen Dachstühlen rund um den Marktplatz kann durch eine Besuchertrasse besichtigt werden kann.

Führungen

Die Besichtigung der Ausstellung ist verbunden mit einer Führung durch das Speicherhaus und das angrenzende historische Zeughaus:

  • Sonntag, 18. September, 10 Uhr
  • Dienstag, 20. September, 10 Uhr
  • Sonntag, 25. September, 11 Uhr
  • Mittwoch, 28. September, 13 Uhr

Reservierungen sind unter infocentrum@cheb.cz oder telefonisch unter +420 354 440 302 möglich. Die Führung dauert etwa eine Stunde. Treffpunkt ist vor dem Tourist-Infozentrum.

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