Wirtschaft

Deutschland im Mittelfeld: Halbherzige Digitalisierung ist teuer

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Weiherhammer. Deutschland ist bei der Digitalisierung im Mittelfeld, viele Unternehmen gehen die Transformation halbherzig und konzeptlos an, auf dem Markt gibt es wenig Experten. Beim Innovationsfrühstück der Digitalen Gründerinitiative Oberpfalz (DGO) werden die Probleme offen angesprochen. Doch Unternehmer aus der Region zeigen auch Lichtblicke.

Thomas Schröpf vom Bezirk Oberpfalz, Jan Stočes vom Unternehmen Aimtec und André Pscherer von der Gründerinitiative Oberpfalz (von links) begrüßen die Teilnehmer im Innovision Center der BHS in Weiherhammer zum Innovationsfrühstück. Bild: Thomas Schröpf

Das Beratungsbüro Oberpfalz und die Digitale Gründerinitiative Oberpfalz (DGO) haben Start-ups und Unternehmer der Nordoberpfalz wieder zum Innovationsfrühstück eingeladen.

20 Teilnehmer folgten der Einladung ins Innovision Center von BHS Corrugated in Weiherhammer, um sich über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung zu informieren. Dr. Stefan Uebelacker, Geschäftsführer bei der CIPA GmbH, und Jan Stočes, Director Cloud & Integration Solutions bei Aimtec, standen als Experten Rede und Antwort.

Digitalisierung eine Notwendigkeit

Renommierte Partner sind wichtig, um auf dem Weg zur Vollautomatisierung Risiken zu minimieren und unnötige Ausgaben zu vermeiden. Fehler, die schon andere gemacht haben, gilt es, nicht zu wiederholen.

„Digitalisierung ist nicht mehr nur eine Möglichkeit. Es ist eine Notwendigkeit für jedes Unternehmen, das konkurrenzfähig, produktiv und profitabel bleiben möchte“, schrieben die Veranstalter auf ihre Einladungen.

„Wir motivieren Unternehmen, sich digital zu transformieren“, erklärte Mitveranstalter Thomas Schröpf vom Beratungsbüro des Bezirks Oberpfalz in Weiden. Er hilft bei der Suche nach Fördermöglichkeiten bei Digitalisierungs- und Technologieinvestitionen.

Verzettelt oder unprofessionell

Laut André Pscherer, Projektmanager der Digitalen Gründerinitiative, laufen viele Firmen Gefahr, sich im täglichen Geschäft zu verlieren und den Schritt in die Digitalisierung nur halbherzig oder unprofessionell zu machen oder gar zu verpassen. "Das kostet am Ende Zeit, Geld und Wettbewerbsvorteile", sagt Pscherer.

Die DGO will deshalb im Netzwerk mit den Hochschulen Amberg-Weiden und Regensburg sowie der Universität Regensburg und dem IT-Sicherheitscluster eine nachhaltige Gründungskultur in der Oberpfalz etablieren. „Die Digitalisierung ist kein Hexenwerk, aber relevant, um zukünftig am Markt zu bestehen“, erklärt der Projektmanager.

Deutschland kein Vorreiter bei Digitalisierung

BHS Corrugated ist einer der Partner von CIPA und hat sich die Digitalisierung in der Wellpappindustrie auf die Fahne geschrieben. Auch hoch technologisierte Betriebe in Deutschland zeigten in puncto Digitalisierung noch Luft nach oben, sagte Uebelacker. „Im internationalen Vergleich ist Deutschland im Mittelfeld. Es gibt sicherlich Länder, in denen digitale Themen noch kaum eine Rolle spielen. An der 'Digitalisierungsfront' spielt Deutschland aber nicht mit.“

Die Unternehmen, die die Digitalisierung angehen, unterscheiden sich deutlich: Zum einen sind es sehr traditionelle Betriebe, aber auch die Vorhut der Industrie 4.0. Uebelackers Unternehmen CIPA begleitet mit der Plattform "openpack" sowohl Kunden der Wellpappfabriken als auch Partner, Dienstleister und Maschinenhersteller der Branche beim digitalen Wandel.

Klare Strategie und gute Mitarbeiter

Für Jan Stočes von Aimtec kämpfen viele Betriebe nicht nur mit fehlendem Fachpersonal und Know-how, sondern auch mit klar definierten Strategien. „Bei der digitalen Transformation geht es hauptsächlich um Menschen. Deshalb ist es wichtig, dass die Mitarbeiter die Ziele sowie den Sinn der Transformation verstehen", sagt Stočes. "Unternehmen, die in der Zukunft erfolgreich sein werden, sind solche mit einem starken internen Team und mit viel Know-how.“

Er empfahl den Zuhörern, am besten mit kleinen umsetzbaren Projekten und überschaubarer Kapitalrentabilität zu beginnen und erfahrene Experten an die Seite zu holen. „Zuerst benötigt man ein ERP-System (System zur Ressourcenplanung im Unternehmen), um Daten digital zu speichern“, so der Experte. Viel könne schon mit der Visualisierung der gespeicherten Daten erreicht werden.

An die Vorträge schloss sich eine Besichtigung des FutureLab der LUCE-Stiftung im Science Park in Weiherhammer an. Die Teilnehmer wurden mit Virtual-Reality-Brillen ausgestattet und erlebten am „Holodeck“, wie virtuelles Lernen im digitalen Zeitalter funktioniert.

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