Rathaus

Jahresrückblick: Es hat sich viel getan

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Waldthurn. Wie in jedem Jahr ließ Bürgermeister Josef Beimler auch das diesjährige in kurzen Worten Revue passieren. Er brachte damit wichtige, weitreichende Maßnahmen und Beschlüsse in Erinnerung.

Von Tanja Pflaum

„Heuer wurde mit der Neugestaltung des Umfeldes unseres Kinderbildungszentrums begonnen“, verkündete Beimler. Die Restarbeiten werden im Frühjahr 2016 durchgeführt. Die Bepflanzung würde die Fielmann-Stiftung übernehmen, konnte Beimler berichten. Ein wichtiges Projekt war auch die Neugestaltung des Dorfplatzes in Lennesrieth im Bereich des ehemaligen Schulgartens – dies ging über den Umfang eines normalen Spielplatzes hinaus. „Die geschätzte Summe von 65.000 Euro werden wir nicht erreichen“, erklärte der Rathauschef. „Ein herzliches Dankeschön geht an die gesamte Ortschaft Lennesrieth -  alle haben tatkräftig mit angepackt!“ dankte Beimler.

Zum Thema machte er auch die Renovierung des Lobkowitzschlosses und den Umbau der bisherigen Kita samt Schwesternwohnheim in ein Gemeindezentrum. Leider konnte das alte Rathaus noch immer nicht abgebrochen werden. Auf Nachfragen hat der Landeskonservator Herr Pfeil mitgeteilt, dass das Landesamt für Denkmalpflege den formalen Nachtrag des Baudenkmals in die Denkmalliste vor allem wegen dem Vertrauensschutz der Gemeinde hinsichtlich Schaffung der Stellplätze zurückgestellt hat.

Zur Ausweisung eines Neubaugebietes im Bereich „Hirmersbühl“ erläuterte Beimler, dass sich hier eine Lösung in Form eines Mischgebiets-Gürtels andeutet. Besonders ärgerlich sei es für ihn als Bürgermeister, wenn er aus der Presse entnehmen muss, wie in bestimmten Gemeinden problemlos ein Baugebiet nach dem anderen ausgewiesen werden kann. „Wir bekommen laufend nur die Bedenken zu hören“, bedauert Beimler. Wegen einem gewerblichen Vorhaben im Bereich Maienfeld muss die Gemeinde laut Forderung des Landratsamtes ebenfalls in die Bauleitplanung mit Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung eines Bebauungsplanes einsteigen.

Erfreulich war, dass Waldthurn als Modellgemeinde für die Anfertigung eines Kommunalen Denkmalkonzeptes ausgewählt wurde. Das Konzept dient als Handlungsempfehlung für alle bayerischen Kommunen.  Zum  Thema „Verwirklichung einer Dorfwerkstatt“ wurden bereits Vorgespräche geführt und ein Grobkonzept den jeweiligen Stellen vorgelegt.

DSC_0068 Wie jedes Jahr blickt Bürgermeister Josef Beimler auf das vergangene Jahr zurück - "Viel haben wir geschafft, aber vieles gibt es noch zu tun - also packma`s a!" Foto: Pflaum

„Jetzt kommen wir zum Finanziellen!“, leitete Beimler zur Haushaltslage über. Der Gesamthaushalt schließt mit einer Summe von 4.258.576 Euro ab (Erhöhung um rund 55.000 Euro zum Vorjahr). Die Einnahmen und Ausgaben verteilen sich mit 3.313.818 Euro auf den Verwaltungshaushalt und mit 944.758 Euro auf den Vermögenshaushalt. Der Gesamtschuldenstand liegt bei rund 1.652.000 Euro, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 844,61 Euro ergibt (Vorjahr 781,01 Euro). Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung konnte erreicht werden und auch eine geringe freie Finanzspanne erzielt werden. Bei der Abwasserentsorgung konnte in Waldthurn die Gebühr auf 1,65 Euro gesenkt werden. Das Wasserrecht für die KA Albersrieth wurde verlängert. Leider muss hier die Gebühr pro Kubikmeter Abwasser um 0,45 Euro auf 1,89 Euro erhöht werden. „Das ist das Problem einer kleinen Anlage – einige Kosten fallen immer an, die dann auf wenige Haushalte umgelegt werden“, erklärte Bürgermeister Beimler. Der Wasserpreis musste im Zuge der Nachkalkulation auf 1,74 Euro/Kubikmeter erhöht werden. Zum Tiefbrunnen merkte Beimler an, dass die Nitratwerte derzeit weiterhin konstant unter dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung liegen. Dies ist auch den Landwirten zu verdanken. Beimlers Dank galt hier Georg Bocka, der bereits seit Jahren seine Flächen kostenlos bereitstellt und den Anbau der Zwischenfrucht-Demoanlage vornimmt.

Sein Dank galt ebenfalls den Mitarbeitern des Bauhofes. „Unser Bauhof ist ‚Mädchen für alles‘“, so Beimler. Viele Arbeiten wurden hinsichtlich der diversen Um- und Neubauten in Waldthurn von den Männern übernommen, Straßengräben ausgeputzt, Zäune erneuert und vieles mehr.

Ein Rückblick galt auch der Arbeit im Gremium. „12 Sitzungen, 245 Tagesordnungspunkte und Zusammenkünfte des Bauausschusses und des Rechnungsprüfungsausschusses – das ist schon Einiges“, hob Beimler hervor. Er berichtete über Straßen- und Wegeunterhaltungsmaßnahmen und über die Dorferneuerung. Ein Lob bekam hier die Redaktion des Waldthurner Markt- und Dorferneuerungsblattes, die sich der Herausgabe eines monatlichen „Infoblattes“ ehrenamtlich stellt.

„Einer hatte eine Idee  - ELER 2020 war geboren – bislang ist nicht einmal der Aufruf für das Beteiligungsverfahren erfolgt!“ monierte Beimler. „Wir sind eingestiegen – wahrscheinlich fünf Jahre zu früh!“ Der Dorfplatz in Spielberg wird für das bevorstehende Feuerwehrfest auf jeden Fall hergerichtet. Bereits drei Projekte konnten beim Projekt „Marktplatz der Generationen“ fertiggestellt beziehungsweise in Angriff genommen werden: das Pflege- und Gesundheitszentrum, ein Marktladen und der barrierefreie Zugang zur Arztpraxis. Zum Marktladen „Gänsbürgerladen“ konnte Beimler auch nur Positives berichten.

Des Weiteren kam er auf die Infrastruktur und das gesellschaftliche Leben zu sprechen. Themen im vergangenen Jahr waren die Elektrizitätsversorgung, die Verbesserung des Breitbandausbaus, die Innenrenovierung der Wallfahrtskirche auf dem Fahrenberg und die Vorbereitung des Heimatfestes 2017. Auch die Partnerschaft mit Hostau fand ihren Platz im diesjährigen Rückblick. Feuerschutz, die Unterbringung von Asylbewerbern und die Betreuung des Kommunalwaldes waren weitere Punkte.

Für die Zukunft stelle sich die Haushalts- und Finanzlage weiterhin als solide dar, so Bürgermeister Beimler. Zu beklagen ist jedoch der stetige Bevölkerungsschwund.

Wenn man gute Ideen entwickelt, besteht die Gefahr wieder in die Mühlen der Fachstellen zu geraten, bevor eine Umsetzung geprüft werden konnte – so kann man sich als Gemeinde nicht den Herausforderungen der Zeit stellen,

ärgert sich Beimler.  Abschließend dankte er allen, die das öffentliche Leben in der Gemeinde aufrechterhalten, allen voran „seiner“ Gemeindeverwaltung: „Ihr seid direkt mit mir konfrontiert, ihr müsst mich halt so nehmen wie ich bin!“ Es mache außerdem Freude, über Parteigrenzen hinweg eng im freundschaftlichen Miteinander an der Entwicklung des Marktes zu arbeiten. „Wenn ich oft in der Zeitung von Streitereien in anderen politischen Gremien lese, bin ich froh, Bürgermeister in Waldthurn zu sein!“

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