Feuerwehr Hannersgrün kann aufatmen: Das Tragkraftspritzenfahrzeug rückt näher

Kohlberg/Hannersgrün. Der Weg ist geebnet für das neue Tragkraftspritzenfahrzeug der Hannersgrüner Feuerwehr.

Die Hannersgrüner Wehr hat aktuell nur einen 60 Jahre alten Tragkraftspritzenanhänger; sie soll im kommenden Jahr ein Tragkraftspritzenfahrzeug bekommen. Der Anhänger ist nicht mehr zeitgemäß, das Arbeiten damit laut Kommandant mitunter lebensgefährlich, wenn der Anhänger am Unfallort nicht als Einsatzgerät erkannt wird. Foto: FW Hannersgrün

Der Marktrat wartet nur noch auf eine positive Stellungnahme des Kreisbrandrates, beschließt aber schon einmal, dass das Fahrzeug dann gekauft wird. Kritik gibt es an einer nur dreizeiligen ersten Stellungnahme des Brandrates.

Notwendigkeit des Fahrzeugs unumstritten

Dass die Ortsteilfeuerwehr Hannersgrün ein neues Fahrzeug braucht, ist unter den Gemeinderäten unumstritten. Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Wehr den Antrag gestellt und damals schon hatte der Marktrat signalisiert, dass er diesem positiv gegenübersteht.

Die Feuerwehr arbeitet derzeit mit einem mehr als 60 Jahre alten Tragkraftspritzenanhänger. Der Anhänger muss von einem Traktor gezogen werden und dieses Gespann wird nach den Worten des Kommandanten Alexander Krauß am Einsatzort nicht immer zuverlässig als Feuerwehrfahrzeug erkannt. Es sei schon wiederholt zu gefährlichen Situationen gekommen, sagte Krauß in der Dezember-Sitzung des Marktrates: „Ich gefährde damit meine Kameraden.“

Kaum mehr Ersatzteile zu beschaffen für den alten Anhänger

Für den alten Anhänger sind nur noch schwer Ersatzteile zu beschaffen; das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), das die Wehr sich wünscht, ist ohnehin eines der bescheidensten Feuerwehrfahrzeuge. Damit die Wehr einsatzfähig ist, hatte der Gemeinderat Ende des Jahres den Kauf einer neuen Tragkraftspritze beschlossen, die in dem TSF verwendet werden kann.

In das bestehende Gerätehaus wird das neue Auto ebenfalls passen, wie Bürgermeister Gerhard List und der ebenfalls wieder anwesende Kommandant versichern. Denn ein neues Gerätehaus kann die Gemeinde nicht auch noch bauen, das TSF allein wird etwa 140.000 Euro kosten, gefördert mit gerade einmal 24.000 Euro.

Verschiedene Gemeinderäte beklagen fehlende Information

So sehr sich der Gemeinderat einig ist, dass das TSF gekauft werden muss, entsteht eine Diskussion darüber, ob der Gemeinderat ausreichend informiert sei, um sozusagen blanko dem Kauf zuzustimmen, sobald der Kreisbrandrat sein Ja gegeben hat.

Marko Voit (CSU) ist einer derjenigen, die sich nicht ausreichend informiert fühlen. Er will genauer wissen, „was da auf uns zukommt“, beteuert aber mehrfach, dass er keineswegs gegen den Kauf an sich sei. Gerd Hiltl (UPW/FW) dagegen hält es eigenem Bekunden zufolge für ausreichend, wenn die Verwaltung die Unterlagen im Detail vorliegen habe.

Voit will seine Kritik aber grundsätzlicher verstanden wissen; ihm hätten schon häufiger detaillierte Informationen gefehlt, in den zurückliegenden Fällen sei es jedoch nicht um eine so große Summe gegangen.

„Wir müssen uns die 140.000 Euro vom Maul runterhauen“

Die Kritik richtet sich nicht in erster Linie gegen den Bürgermeister, der versichert, er habe sich um größtmögliche Transparenz bemüht. Kritisiert wird vielmehr, dass List von Kreisbrandrat Marco Saller bisher nur eine Stellungnahme in Form einer dreizeiligen Mail bekommen hat, aus der weder der Bürgermeister noch der Gemeinderat klug werden, wie sich zeigt.

Der Zweite Bürgermeister Adrian Blödt kritisiert die wenigen Zeilen Sallers deutlich: „Wir müssen uns die 140.000 Euro vom Maul runterhauen“, da wünsche er sich schon eine Empfehlung des Kreisbrandrates, die man auch nachvollziehen könne, eine Empfehlung, die auch Ausrückzeiten berücksichtige, eine Simulation beinhalte und dergleichen mehr. Ähnlich äußert sich Martina Auer-Bertelshofer (CSU).

„Begrüßenswert, wenn junge Leute am Ort bleiben“

Sein Einvernehmen erteilt der Marktrat dem Antrag auf Bau eines Einfamilienhauses in Hannersgrün 7. Das Vorhaben entspricht zwar nicht dem Flächennutzungsplan, aber wie List sagt, sei ein solches Vorhaben auch schon auf dem Nachbargrundstück von der Baubehörde genehmigt worden. Und es sei schließlich nur zu begrüßen, wenn junge Leute am Ort blieben.

Radweg Weiden-Amberg wird für Gemeinde etwas billiger

Eine erfreuliche Mitteilung des Bürgermeisters: Die Ausschreibung für das Teilstück des Radweges Weiden-Amberg auf Kohlberger Gebiet hat ergeben, dass das Gewerk, das der Markt zu bezahlen hat, um 10.000 Euro billiger wird als geplant. Das etwa einen Kilometer lange Teilstück entlang des Eichelbaches kostet die kleine Gemeinde trotzdem noch um die 300.000 Euro. Baubeginn ist im Juni.

Deine Meinung? Hier kommentieren!

* Diese Felder sind erforderlich.