„Endlich alle Voraussetzungen erfüllt für einen Auftritt in Eschenbach“: Django Asül am 7. Juli beim Oh Weiher Festival

Eschenbach. Django Asül erzählt im Interview, warum ein Besuch in der Oberpfalz wie ein Verwandtenbesuch ist, und was er in der Coronazeit so alles getrieben hat. Am 7. Juli ist der Comedian am Rußweiher.

Django Asül freut sich schon sehr im mondänen Badeort Eschenbach am 7. Juli aufzutreten, wie er im Interview betont. Screenshot: Redaktion

OberpfalzECHO: Wie sehr haben Ihnen die Auftritte und vor allem maskenfreies Publikum gefehlt?

Django Asül: Live-Auftritte sind das A und O. Und vor allem will ich natürlich auch die Gesichter im Publikum sehen. Ich war und bin ich schon immer ein großer Fan von Auftritten im Sommer. Gerade in Pandemiezeiten ist es für die Zuschauer auch wesentlich entspannter. Denn Viren sind hochbegeistert von geschlossenen und geheizten Theatern oder Hallen. (lacht) Und unsereins als Kabarettist hat wieder eine Daseinsberechtigung.

Was hat ein Django Asül in der Corona-Zeit gemacht? In der Sparkasse ausgeholfen oder Tennisstunden gegeben?

Meine Sparkasse ist in besten Händen. Sie hat meinen Weggang vor gut 27 Jahren erstaunlich gut verkraftet. Und leider war ja in auftrittslosen Zeiten auch die Tennishalle dicht. Da hätte ich höchstens theoretischen Unterricht erteilen können. Das mache ich aber nur beim Kollegen Rolf Miller. Er schickt mir kurze Videos vom Tennistraining. Ich gebe ihm dann Tipps.

Das ist wie bei der Fernwartung beim Computer. Mir war jetzt nie direkt langweilig. Im Rahmen des Möglichen habe ich Sport gemacht und Leute getroffen. Beim Thema Regeneration macht mir so leicht keiner was vor.

Django Asül mit seinem Programm wird groß beworben. Bild: OH Weiher Open Air

Was erwartet die Besucher beim Open-Air am Rußweiher?

Das Programm ist quasi voll aus dem Leben. Politikernamen tauchen gar nicht erst auf. Grob gesprochen sind die Themen Solidarität und Nachhaltigkeit die großen Leitlinien. Bei meinen eigenen Bemühungen, diese Themen im Alltag auszuleben, ist viel Unfug entstanden.

Wenn ich mir zum Ziel setze, ein hilfreicher Zeitgenosse zu sein, ist das Chaos eben nicht weit. Und es geht auch darum, wie ich neuerdings klimaneutral, weil fußläufig, Urlaub mache. Und wie ich selber als Immobilienmakler karitativ tätig bin. Außerdem erzähle ich, warum und wie ich ein unmöglicher Schüler war. Und warum Malta das optimale EU-Land ist.

Im Großen und Ganzen wird das Publikum netto 100 Minuten lang lernen, dass das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ ein sehr guter Ansatz für hoch konzentrierte Komik ist. Und gerade in Zeiten der Identitätskrisen ganz wichtig: Ich kläre auch die Frage, warum der Deutsche ein Identitätsproblem hat und der Bayer nicht.

Aufregung vor dem Auftritt – kennen Sie so etwas?

Wenn ich als Niederbayer in so einen mondänen Badeort wie Eschenbach komme, bin ich selbstverständlich aufgeregt. Ich bin mir sicher, dass ich mich ab Nachmittag am Rußweiher wie in der Karibik fühlen werde. Da wird dann aus der Aufregung bis zum Auftritt große Vorfreude.

Niederbayern vs. Oberpfalz – Was sagen Sie dazu?

Niederbayern und Oberpfälzer sind ja Altbayern und damit schon mal Brüder und Schwestern im Geiste. Von daher waren Ausflüge in die Oberpfalz für mich immer schon eher eine Mischung aus Urlaub und Verwandtenbesuch.

Kennen Sie den Rußweiher oder Eschenbach?

Wie die allermeisten Menschen kenne ich Eschenbach bislang nur aus dem Fernsehen und den Rußweiher nur aus Kinofilmen. Als Kabarettist muss man es sich ja erst verdienen, dort auftreten zu dürfen. Nachdem ich 2018 den Bayerischen Verdienstorden bekommen habe, legte ich noch nach: 2019 Bayerischer Kulturpreis und 2021 Bayerischer Kabarettpreis. Jetzt habe ich endlich alle Voraussetzungen erfüllt für einen Auftritt in Eschenbach.

Können Sie in Ihrem Programm das aktuelle Weltgeschehen wie den Krieg in der Ukraine weglassen oder vergessen?

Alle aktuellen Themen von bayerischer bis internationaler Politik landen bei mir alljährlich in meinem Jahresrückblick. Den gibt es im Dezember und im Januar live zu sehen. In meinem normalen Programm von Februar bis November erzähle ich eher meine Geschichten. Diese klare Linie macht auch Sinn, weil es ja zum Glück etliche Leute gibt, die sich beides anschauen. Da sind dann Überschneidungen ausgeschlossen.

Handyfilmen bei Auftritten – nervt das?

Ton- und Bildaufnahmen sind ja sowieso nicht erlaubt. Aber selbstverständlich ist es in Ordnung, wenn der eine oder andere in den ersten ein, zwei Minuten ein Foto macht. Danach ist aber Ruhe. Wer aber im Anschluss noch ein Selfie will, wird selbstverständlich nicht enttäuscht. Manchmal passiert es ja doch, dass im Publikum Leute sind, die ich noch gar nicht kenne.

Infos zum Oh Weiher Festival

Das Festival läuft von 7. bis 10. Juli. Es treten auf: Django Asül (7. Juli), die Troglauer (8. Juli), Ikke Hüftgold, Kreisligalegende, HONK, Malin Brown und DJ One-Ear (9. Juli) sowie El Mago Masin ist Toni Komisch. Infos und Tickets unter: https://www.ohweiher.de/de

Open-Air bei Regen – Regenschirm oder Abbruch?

Abbruch gibt es natürlich nur bei Unwetter. Ansonsten legen wir die Termine bewusst so, dass es trocken bleibt. Und als die Eschenbacher auf mich zugekommen sind wegen des Termins, haben sie auch betont, dass an dem Tag optimales Wetter sein würde.

25 Jahre auf der Bühne – nochmal 25 Jahre?

In 25 Jahren bin ich ja erst 75. Mit viel Sport und gesunder Ernährung gehe ich da fest davon aus, dass dann einem Jubiläumsabend in Eschenbach nichts im Wege steht. Abgesehen davon ist natürlich das Publikum jederzeit willkommen nach Hengersberg. Unser Stammtisch tagt Montag bis Samstag täglich 10.30 bis 12.30 Uhr. Und falls ich mal nicht da bin, haben alle meine Stammtischbrüder Prokura.

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