Der Mensch ist wichtiger als alles andere

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Tirschenreuth. Die Arbeitswelt der Zukunft ändert sich gewaltig – wie das funktioniert, erzählt der Film „Die stille Revolution“. Dazu hatte der Verein „Zukunftsfähige Führung mit christlichen Werten“ ins Tirschenreuther Cineplanet eingeladen.

Von Udo Fürst

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Bodo Janssen, der Inhaber der Hotelkette Uppstalsboom, hat für sein Unternehmen einen völlig neuen Weg gefunden, das in einem Wort zu beschreiben ist: Menschlichkeit. Foto: Wittmann

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Die Arbeitswelt steht vor einem umfassenden Kulturwandel. Alte Denkmuster und Verhaltensweisen brechen auf, junge Menschen sehnen sich nach mehr Menschlichkeit und Sinn in ihrem Arbeitsumfeld. Wie man mit dieser Herausforderung umgeht, verdeutlicht sehr anschaulich und emotional der Film „Die Stille Revolution“, zu dem der Verein „Zukunftsfähige Führung mit christlichen Werten“ 70 Unternehmer, Manager und Arbeitnehmer ins Tirschenreuther Cineplanet-Kino eingeladen hatte.

Spiegelbild der Arbeitswelt

Mit dem Film schuf Regisseur Kristian Gründling ein berührendes Spiegelbild der sich wandelnden Arbeitswelt – bespielhaft erzählt an der Geschichte des einst unbeliebten Hotelunternehmers Bodo Janssen, der sich selbst in Frage stellt. Führende Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft begleiten seine Beobachtungen, darunter Pater Anselm Grün, Neurobiologe Gerald Hüther, der frühere Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger, brandeins-Mitbegründer Wolf Lotter oder Küstenmacher Werner Tiki. Dem Streifen liegt eine mehrjährige Abenteuerreise zugrunde, die Gründling und sein Team sogar auf den Kilimandscharo führte.

Ein erfolgreicher Mensch ist nicht unbedingt glücklich, aber ein glücklicher Mensch ist erfolgreich.“

Das ist das Credo von Bodo Janssen, dem Inhaber der Hotelkette Uppstalsboom. Der einst vom Erfolgswillen Getriebene hat für sein Unternehmen einen völlig neuen Weg gefunden, das in einem Wort zu beschreiben ist: Menschlichkeit. Janssen nimmt seine Angestellten mit, hilft Kindern in Afrika, setzt Impulse und macht mit seinem Beispiel Mut für Veränderung.

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Christian Rauscher, Daniela Gleue, Thomas Ludwig, Leonhard Zintl, Thomas Völkl und Hilmar Wollner (v. re.) diskutierten über den Kulturwandel in der Arbeitswelt. Foto: Udo Fürst

Zunächst bei sich selbst anfangen

Der Dokumentarfilm erzählt die eindrucksvolle Wandlung eines Unternehmers von der Ressourcenausnutzung hin zur Potenzialentfaltung. Als Bodo Janssen in das elterliche Unternehmen einstieg, brachte eine Mitarbeiterbefragung ein niederschmetterndes Ergebnis: ein anderer Chef musste her. „Ich begann nachzudenken, radikal. Und ich entwickelte völlig neue Formen der Unternehmensführung. Grundsätze, die genug Sprengstoff in sich tragen, um unser Verhältnis zueinander in der gesamten Gesellschaft zu verändern. Einer meiner Glaubenssätze: Wenn jemand als Führungskraft etwas verändern möchte, ist er gut damit beraten, zunächst bei sich selbst anzufangen.“

Moderator Dr. Christian Rauscher, Thomas Völkl und Leonhard Zintl vom Verein Zukunftsfähige Führung mit christlichen Werten, Daniela Gleue, Herzlichkeitsbeauftragte der Hotelkette Uppstalsboom, Thomas Ludwig, Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank Nordoberpfalz, und Hilmar Wollner vom Schmidt College berichteten von ihren unterschiedlichen Erfahrungen auf dem Feld der Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor und beantworteten Fragen der Besucher nach dem Film. Dabei wurde auch deutlich, dass zwar versucht wird, diese neue Idee umzusetzen, aber durchaus noch dicke Mauern umzustoßen sind in den Köpfen vieler Unternehmer.

Klarheit, Offenheit,Mut und Vertrauen

Sowohl Christian Rauscher („Das ist natürlich kein schneller Prozess“) als auch Daniela Gleue („Der Mensch ist wichtiger als die Kompetenz“) erwiderten, dass dies nicht das Problem sein könne. Auch Leonhard Zintl verdeutlichte, dass Klarheit, Offenheit, Mut und Vertrauen den Mitarbeitern gegenüber das Wichtigste sei, um erfolgreich sein zu können. Quintessenz der Veranstaltung: So logisch ein Kulturwandel in der Arbeitswelt auch ist – der Weg dorthin ist ein steiniger. Umso wichtiger ist das Engagement des Vereins „Zukunftsfähige Führung mit christlichen Werten“. Ganz unter dem Motto „Wir sollten aufhören zu glänzen und anfangen zu leuchten“.

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