Der überraschende Tod von Theresia Schmeidl

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Döllnitz. Nach nicht ganz sechs Monaten ihres 90. Geburtstag verstarb unerwartet Theresia Schmeidl, „die Gschmeile“ von Wittschau.

von Sieglinde Schärtl 

Tod_Theresia Schmeidl

Bild: Theresia Schmeidl

Noch ins Klinikum nach Weiden wurde sie gebracht, aber das alles half nichts mehr, sie schlief kurz darauf für immer ein. Am Dienstag wurde sie auf dem Döllnitzer Friedhof im Familiengrab neben ihrem Mann Schorsch, der vor 30 Jahren verstarb, beigesetzt.

Die Trauerfeier in der St. Jakubs Kirche

Pfarrer Adam Nieciecki zelebrierte in der St. Jakobus Kirche das Requiem mit der Familie der Verstorbenen, den Verwandten, Nachbarn Freunden und Bekannten, die der Pfarrer im Auftrag der Familie am Ende des Gottesdienstes alle zum Leichenmahl einlud.

Die Trauerfeier wurde vom Leuchtenberger Kirchenchor unter der Leitung von Josef Frischholz umrahmt. Die Lesung trug Enkelin Marina Gürtler vor und auf den Lebenslauf von der „Schmied Resi“, so war sie in ihrem Geburtsort Lückenrieth bekannt, ging sehr genau Enkelin Kathrin-Anna Stahl ein.

Das Leben von Theresia Fleischmann

Mit ihrem schauspielerischem Können, ist Stahl auch bekannt von den „Brettl-Spitzen“, hörte sich alles nicht so traurig an, sondern einfach wie es das Leben schrieb von der Verstorbenen. Am 29. September 1929 wurde Theresia Fleischmann in Lückenrieth geboren und wuchs im Elternhaus Fleischmann „Schmied“ (Hausname) mit sechs Geschwistern auf.

Da zur Schmiede auch ein Bauernhof gehörte lernte sie schon früh die Arbeit und der tägliche Fußweg zur Volksschule in den Nachbarort war eine Selbstverständlichkeit sowie auch zu den Messfeiern.

1954 führte Georg Schmeidl sie in der St. Johannes Kirche in Woppenhof zum Traualtar und so heirate sie ins „Gschmeil-Anwesen“ (Hausnamen) ein. Hier war neben der Landwirtschaft auch der Kolonialwarenladen zu bedienen, aber sie machte stets alles sehr gerne und akkurat.

Das Sägewerk der Familie

Die Ehe wurde mit Roswitha, Gertrud, Alfons und Rainer vergrößert und so war sie als Mutter zusätzlich gefragt. Das Holzwerk hat ihr Mann von seinem Vater übernommen. Es wurde von Beiden weiter ausgebaut und da legte sie aktiv mit Hand an und da war ihre keine Arbeit zu schwer.

Mittlerweile hat es Sohn Rainer übernommen und zu einem Markenzeichen weit über die Region hinaus ausgebaut. Ihren Austrag verlebte die Jubilarin bei Sohn Rainer mit Familie, aber seit 1990 allein, denn da verstarb ihr Mann, „aber sie war immer noch die Chefin“, so die Enkelin in der Trauerrede.

Immer ein gutes Vorbild

„Auch versuchte sie ihren Kindern und insbesondere ihren Enkeln das Kochen und die Hauswirtschaft bei zubringen. Besonders liebten sie ihre Butterschmalz-Gerichte“ besonders auch ihre acht Urenkel, das und sehr viele angenehme Seiten der Oma sprach Stahl gerührt an.

Im September noch feierte sie unwahrscheinlich agil ihren 90. Geburtstag und zu ihren täglichen Aufgaben gehörten, wie sie damals selbst sagte:

„täglich aufstehen, sich fertig machen, kochen, spazieren gehen, lesen, vor allem die Tageszeitung und die regelmäßigen Kirchenbesuche in Döllnitz oder in der Kapelle in Wittschau.“

Einen Tag vor ihrem Sterben, mit dem niemand, besonders nicht die Familie gerechnet hat, hat sie nach wie vor ihre Aufgaben selbstverständlich erledigt und sich schon gefreut, dass sie einen Treppenlift bekommt, da es mittlerweile doch etwas anstrengend war, das Treppensteigen.

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